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 August 30, 2019, Koenigs Wusterhausen, Brandenburg, Germany: Aiming to be the strongest party in the eastern state of Brandenburg, Germany, the AfD held a Wahlparty election party at Koenigs Wusterhausen. In attendance were figures such as Andreas Kalbitz, who was recently outed with connections to right-extremist circles, Bjoern Hoecke, the embattled grounder of the AfD in Thueringen, and Joerg Urban, an extreme-rightist of the AfD in Saxony. Joerg Meuthen of the AfD in the European Parliament did not appear, despite being announced. Koenigs Wusterhausen Germany PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAb160 20190830_zbp_b160_109 Copyright: xSachellexBabbarx

Ein AfD-Anhänger bei einer Wahlkampfveranstaltung im August 2019 in Brandenburg. Bild: imago images / Sachelle Babbar

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Studie: AfD-Anhänger sprechen zu Hause besonders oft über Politik

Eine repräsentative Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung ergibt, dass sich Wähler der Rechtspopulisten besonders selten mit Menschen anderer Meinung unterhalten. Und sie teilen besonders häufig Inhalte in sozialen Medien.

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland spricht mit ihren Lebenspartnern und Bekannten regelmäßig über Politik. Viele Menschen tun das besonders gerne mit Gleichgesinnten. Doch während die meisten Wähler der Unionsparteien CDU und CSU, von SPD, FDP, Grünen sowie Linken auch den Austausch mit Anhängern anderer Parteien pflegen, bleiben Wähler der AfD auffällig häufig unter sich. Das bringt eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hervor, die watson exklusiv vorliegt.

Laut der repräsentativen Umfrage mit dem Titel "Let's Talk About Politics!" stechen AfD-Anhänger unter mehreren Gesichtspunkten hervor:

Jüngere Menschen diskutieren seltener mit Partner oder Partnerin über Politik

Zwischen jungen und älteren Menschen gibt es im politischen Kommunikationsverhalten laut dem Leiter der KAS-Studie, Dominik Hirndorf, dagegen kaum relevante Unterschiede – mit zwei Unterschieden:

  1. Mit dem eigenen Lebenspartner diskutierten ältere Menschen häufiger als jüngere, sagt Hirndorf im Gespräch mit watson. Unter Bekannten dagegen gebe es kaum Unterschiede.
  2. Junge Menschen informieren sich deutlich häufiger online über Politik als ältere. 78 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 73 Prozent der 30- bis 39-Jährigen lesen politische Inhalte im Internet. Dagegen tun das nur 34 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 23 Prozent der 70- bis 79-Jährigen.

Details der Studie: Vor allem AfD- und Linken-Anhänger liken, teilen und kommentieren

Drei Viertel sprechen zu Hause regelmäßig über Politik

Grundsätzlich sprechen laut der Studie fast vier Drittel (74 Prozent) der Menschen in Deutschland in der Partnerschaft manchmal oder öfter über Politik. 29 Prozent tun das nur manchmal, 28 Prozent oft, 17 Prozent sogar sehr oft.

Unter den Menschen, die einer der großen Parteien nahestehen, diskutieren jeweils mindestens 46 Prozent häufig oder sehr häufig über Politik. Bei AfD-Wählern sind es sogar 61 Prozent, bei Grünen-Wählern 59, bei Linken-Wählern 54. Der mit 46 Prozent niedrigste Wert ist der unter FDP-Wählern.

Politischer Streit kommt oft vor – außer bei AfD-Anhängern

Politischer Streit unter Lebenspartnern kommt bei etwa der Hälfte der Anhänger der großen Parteien mit Ausnahme der AfD regelmäßig bis sehr oft vor. Der Anteil schwankt von 59 Prozent bei SPD-Wählern bis 46 Prozent der Linken-Wähler. Dagegen erleben nur 34 Prozent der AfD-Wähler manchmal bis sehr oft Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partnerschaft. Ähnlich selten passiert den AfD-Wählern das im Austausch mit Bekannten – während deutlich mehr als die Hälfte der Anhänger der übrigen im Bundestag vertretenen Parteien regelmäßig anderer Meinung sind als Bekannte.

Studienleiter Hirndorf sieht in der Häufigkeit politischer Meinungsverschiedenheiten bei den Anhängern von Union bis Linke ein "überaus positives Signal für die Demokratie". Die Gruppe der AfD-Wähler sei dagegen "nicht nur schwer erreichbar, sondern auch wenig gesprächsbereit in einem offenen Diskurs über politische Streitlinien hinweg".

Ein Gespräch der KAS mit Studienleiter Dominik Hirndorf auf Youtube:

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Im Video erklärt Studienleiter Hirndorf, wie die Studie geführt wurde – und wie er die Ergebnisse bewertet. Video: YouTube/onlinekas

Wer viel zu Hause über Politik spricht, wählt mit größerer Wahrscheinlichkeit

Eine weitere Kernaussage der KAS-Studie: Je häufiger Menschen mit dem eigenen Partner über Politik sprechen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie wählen gehen. Laut der Studie beteiligen sich 93 Prozent der Menschen, die sehr oft oder oft über Politik sprechen, an Wahlen. Bei denen, die nie über Politik reden, sind es nur 44 Prozent.

Nur ein Bruchteil der politisch Interessierten kommentiert Online-Beiträge und verteilt Likes

Die Hälfte der Menschen in Deutschland liest online politische Inhalte. Junge Menschen tun das häufiger als ältere, Menschen mit höherem formalen Bildungsgrad öfter als jene mit niedrigerem. Beides ist wenig überraschend.

Spannender ist dagegen, wie sich die Anhänger unterschiedlicher politischer Parteien in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Instagram verhalten. Unter den Menschen, die online politische Inhalte lesen, nutzen interaktive Social-Media-Funktionen wie Liken, Teilen und Kommentieren 53 Prozent der AfD-Wähler. Unter den Linken-Wählern sind es 51 Prozent. Bei den Anhängern der Unionsparteien sind es dagegen nur 18, bei FDP-Wählern nur 17 Prozent. 36 Prozent der AfD- und 32 Prozent der Linken-Wähler kommentieren Beiträge, während das nur sieben Prozent der Unionswähler und vier Prozent der FDP-Wähler tun.

Wie die KAS die Studie durchgeführt hat

Nach Angabe des Studienleiters Hirndorf hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid Kantar Deutschland insgesamt von September bis November 2019 insgesamt 4022 telefonische Interviews durchgeführt, über Mobilfunk wie über Festnetz. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Studie im Volltext könnt ihr unter diesem Link finden.

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"Wieder Anstand im Weißen Haus": Deutsche Politiker reagieren erleichtert auf Bidens Wahl

Deutsche Politiker haben sich erleichtert über die Wahl Joe Bidens zum Präsidenten der USA geäußert.

Biden bringe "Anstand und Verlässlichkeit" ins Weiße Haus zurück, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gegenüber watson. Der Vizechef der Sozialdemokraten Kevin Kühnert, wies auf die großen Herausforderungen hin, die jetzt vor Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris lägen.

Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte, sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Bidens Regierung.

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