Australien

Koala überlebt Waldbrände in Australien: Ihr erster Schluck Wasser rührt das Netz

Bei den verheerenden Buschbränden in Australien ist die Zahl der Todesopfer auf nunmehr vier gestiegen. Bei Löscharbeiten in Kempsey im Bundesstaat New South Wales wurde am Donnerstag die Leiche eines Mannes entdeckt.

Mehrere hundert Koalas kamen seit Ausbruch der Brände in dem Bundesstaat ums Leben – die wenigsten hatten solches Glück wie "Kate", die von einem Retter im zerstörten Waldgebiet Bellangry im Bundesstaat New South Wales gerettet werden konnte.

In einem tausendfach geteilten Video, das seit Donnerstag auf Facebook die Runde macht, ist zu sehen, wie ein Mann namens Darrel der Koala-Dame, die Verbrennungen am ganzen Körper erleiden musste, einen Becher mit Wasser reicht.

In der Aufnahme ist zu sehen, wie die "Kate" zögerlich an dem Wasser nippt, bevor Darrel sie in ein schützendes Tuch hüllt. Eine Tierschutzorganisation, die das berührende Video teilte, lobte den Einsatz des Mannes.

"Kate" wird nun in einem Tierkrankenhaus behandelt – die Einsatzkräfte in Australien haben derweil weiter mit den Flammen zu kämpfen. Durch die Flammen sind in New South Wales und im benachbarten Bundesstaat Queensland bereits mehr als 12.000 Quadratkilometer Buschland abgebrannt. Beide Regionen haben den Notstand ausgerufen. Zum Vergleich: Schleswig-Holstein hat eine Fläche von mehr als 15.000 Quadratkilometern.

In verschiedenen Orten wurden die Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Australiens Ostküste ist auch bei Touristen sehr beliebt. Die Region hat Hoffnung: Am Donnerstag breiteten sich die Brände zumindest nicht mehr in größerem Umfang aus.

Viele der Feuer wurden absichtlich gelegt: Am Mittwoch und Donnerstag nahm die Polizei zwei Verdächtige im Alter von 16 und 20 Jahren als mutmaßliche Brandstifter fest.

Normalerweise beginnt die Zeit der Buschbrände in Australien erst im Dezember, wenn auf der anderen Seite der Erdkugel Sommer ist. In diesem Jahr begann sie jedoch schon im Oktober. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Klimawandel das Problem der Buschbrände verstärkt. Sowohl New South Wales als auch Queensland leiden seit längerem unter großer Trockenheit.

(pb/mit dpa)

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