GAZA CITY, GAZA - MAY 15: Palestinians walk past damaged buildings in al-Shati Refugee Camp west of Gaza City on May 15, 2021 in Gaza City, Gaza. More than 125 people in Gaza and eight people in Israel have been killed as cross-border rocket exchanges intensify bringing fears of war. Gaza residents have begun fleeing towns close to the border with Israel as rumors of an Israeli ground incursion loom, after 7.000 army reservists were called up and tanks and troops were deployed to the border with Gaza. The conflict which erupted May 10, comes after weeks of rising Israeli-Palestinian tension in East Jerusalem, which peaked with violent clashes inside the holy site of Al-Aqsa Mosque. (Photo by Fatima Shbair/Getty Images)

Von Luftangriffen zerstörte Häuser im Flüchtlingslager al-Shati im Gazastreifen. Bild: Getty Images Europe / Fatima Shbair

Mindestens 40 Tote bei erneuten israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind am Sonntag mindestens 40 Palästinenser getötet worden. Es war nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums die bisher höchste Opferzahl binnen eines Tages. Allein bei Angriffen auf ein Viertel in Gaza-Stadt wurden demnach acht Kinder getötet. Insgesamt wurden damit seit dem Aufflammen der Gewalt am Montag 188 Menschen in dem Küstenstreifen getötet, darunter 55 Kinder. 1230 weitere Palästinenser wurden verletzt.

Die israelische Armee griff eigenen Angaben zufolge in den vergangenen 24 Stunden 90 Ziele der radikalislamischen Hamas und des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an. Sie reagierte damit auf den massiven Raketenbeschuss durch militante Palästinenser: Seit Wochenbeginn feuerten diese rund 3000 Raketen in Richtung Israel. Laut einem israelischen General ist es der intensivste Beschuss in der Geschichte des Landes. Zahlreiche Geschosse wurden jedoch vom israelischen Abwehrsystem abgefangen. Durch den Beschuss starben seit Montag zehn Israelis, darunter ein Soldat und ein Kind. 282 Menschen wurden verletzt.

Der Konflikt in Nahost war nach Ausschreitungen in Folge drohender Zwangsräumungen palästinensischer Häuser in Ost-Jerusalem eskaliert. Inzwischen hat sich die Gewalt auch auf das von Israel besetzte Westjordanland ausgeweitet. Bei Protesten wurden dort nach palästinensischen Angaben seit Montag 19 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet.

Journalistenverband kritisiert Zerstörung von Medien-Haus

Der Journalistenverband Foreign Press Association (FPA) in Israel und den Palästinensergebieten erhebt nach der Zerstörung eines Hochhauses mit Medienbüros im Gazastreifen schwere Vorwürfe gegen Israel. Die Entscheidung, das Gebäude zu zerstören, werfe die Frage auf, ob Israel bereit sei, die Pressefreiheit zu beeinträchtigen. "Wir stellen fest, dass Israel keine Beweise vorgelegt hat, um seine Behauptung zu untermauern, dass das Gebäude von der Hamas genutzt wurde", hieß es in einem Schreiben des Verbands von Sonntag. Man habe wegen des Vorfalls um ein Treffen mit israelischen Beamten gebeten. Die FPA hat nach eigenen Angaben 480 Mitglieder, die für internationale Medien arbeiten.

Bei dem Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Gebäude wurden am Samstag unter anderem Büros der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und des katarischen TV-Senders Al-Dschasira (Al-Jazeera) zerstört. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor gewarnt worden. Die AP reagierte entsetzt. Die israelische Armee begründete den Angriff unter anderem damit, dass auch der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas das Gebäude genutzt habe.

(om/afp)

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