Coronavirus
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Das neuentdeckte Coronavirus ist nicht zwangsläufig lebensbedrohlich Bild: gettyimages

Coronavirus ist da – warum das kein Grund zur Panik ist

In der Schweiz und in Österreich hat es die ersten Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Im Norden Italien sind mittlerweile elf Menschen an der Krankheit gestorben.

Der weltweit erste Fall des Covid-19 wurde bereits in der zweiten Dezemberhälfte 2019 in China bekannt. Seitdem grassiert das Virus und könnte (könnte!) sich zu einer Pandemie ausbreiten.

Warum dies aber keinen Grund zur Sorge ist, zeigen wir euch anhand von fünf Fakten.

Die Zahlen

Das neue Covid-19-Virus trat erstmals in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan in Erscheinung. Ende 2019 waren vier Fälle bekannt, am Dienstag zählte man weltweit gegen 80.000 Infizierte. Dies, obwohl die Zahl der Flüge von und nach China drastisch eingeschränkt wurde. Das erste Opfer in Europa starb am 21. Februar in Norditalien.

Covid-19 gehört zur gleichen Erregergruppe wie das Sars- und das Mers-Virus. Das neue Virus ist zwar deutlich ansteckender, die Sterberate ist jedoch deutlich tiefer als bei Sars und Mers.

Im Vergleich zur Grippe

Im Vergleich mit der herkömmlichen Grippe, ist das Coronavirus längst nicht so schlimm, wie manchmal dargestellt wird.

Am schlimmsten war die Grippewelle 2017/18 – und das seit 30 Jahren. Das RKI schätzt, dass rund 25.000 Menschen hierzulande an der Influenza starben. Die Grippewelle 2018/2019 verlief dagegen vergleichsweise mild, schreibt das Institut.

Die Sterblichkeitsrate

Das größte Risiko, an Covid-19 zu sterben, haben Menschen über 80 Jahre. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Mortalitätsrate in dieser Altersgruppe bei 14,8 Prozent. Patienten mit Herzkrankheiten sind besonders gefährdet, vor den Diabetikern und Personen mit Atemwegserkrankungen und hohem Blutdruck.

Außerhalb der Provinz Wuhan ist laut WHO nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung von der Krankheit betroffen. Und dieser sehr kleine Teil hat ein Risiko von rund zwei Prozent, daran zu sterben. Bei den unter 39-Jährigen liegt das Sterberisiko bei 0,2 Prozent, darüber nimmt die Sterblichkeitsrate zu.

Vier von fünf von der Krankheit betroffene Patienten leiden an einer gutartigen Ausprägung, wie eine chinesische Studie an 72.000 Personen zeigte. 25.000 von über 79.000 Patienten sind bereits geheilt, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. 2.663 Personen sind am Covid-19-Virus gestorben.

China bleibt mit knapp 77.700 Coronavirus-Patienten das meistbetroffene Land, vor Südkorea (833), den Passagieren des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" (691) vor der Küste Japans und Italien (219). Der Iran beklagt 16 Virus-Opfer. In Italien starben bisher 7 Menschen.

Beispiel am Nachbarland Schweiz

Die Situation in der Schweiz wird vom Bundesamt für Gesundheit als nicht sehr dramatisch eingeschätzt. Es herrscht "erhöhte Bereitschaft". Auch im Tessin werden nach dem jetzigen Fall keine speziellen Vorkehrungen getroffen. In den Grenzregionen werden vermehrt Tests bei Personen mit Symptomen durchgeführt.

Erst wenn sich das Virus weiter ausbreiten sollte, werden weitere Maßnahmen getroffen wie etwa Social Distancing – also Absage von Veranstaltungen mit vielen Menschen wie Konzerte oder ähnliches.

Die Symptome

Anzeichen für eine Infektion sind gemäß WHO grippeähnliche Symptome Atembeschwerden, Atemlosigkeit, Fieber und Husten. In schweren Fällen kann das Virus zu Lungenentzündungen, akuten Atembeschwerden, Nierenversagen oder zum Tod führen.

Zur Vorbeugung empfohlen wird, sich regelmäßig die Hände zu waschen, Mund und Nase zu bedecken, wenn man hustet und niest respektive in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen sowie sich ausgewogen zu ernähren. Heißt im Klartext: Die Maßnahmen sind recht simpel und daher einfach umzusetzen.

Schließlich lautet der Rat, sich von infizierten Personen mit den erwähnten Symptomen fernzuhalten.

Einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt es noch nicht. Und das dürfte auch noch dauern. Für das Mers-Virus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt wurde und das auch zu den Coronaviren gehört, wird ein Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft. Dank Biotech soll die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 rascher vorangehen.

(aeg/sda/lin)

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