Fußball
Westfalenstadion, Signal Iduna Park, groesstes Fussballstadion Deutschlands, Deutschland, NRW, Ruhrgebiet, Dortmund Westfalenstadion, Signal Iduna Park, Germany s largest stadium, Germany, North Rhine-Westphalia, Ruhr Area, Dortmund BLWS527504 Copyright: xblickwinkel/fotototox

Der BVB hat am Samstag ein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Bild: imago images / blickwinkel

Gefälschte BVB-Plakate gegen Homophobie aufgehängt – nun reagiert der Klub

Homosexualität ist im Fußball noch immer ein Tabuthema: Noch kein aktiver Bundesliga-Spieler hat sich jemals zu einem Coming-out entschlossen. Das Coming-out des ehemaligen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger, nach dessen Karriereende im Jahr 2014, offenbarte für einige Fans überhaupt erst, dass es auch schwule Fußballerprofis gibt. Damit es sichtbarer wird, dass es natürlich auch im Fußball Homosexualität gibt, kam es in der Stadt Dortmund nun zu einer Plakataktion gegen Homophobie.

Das Pikante an der Aktion ist der Absender: Das Logo und ein abgeänderter Werbeslogan des Bundesligisten Borussia Dortmund ist auf den Transparenten zu sehen. Doch der Klub hat mit der Aktion gar nichts zu tun, wie er am Samstagvormittag erklärte. Die Aktion befürworteten die Schwarz-Gelben dennoch.

Der Verein schrieb über seine Social-Media-Kanäle: "In der Stadt Dortmund sind viele Plakate gegen Homophobie im BVB-Design aufgetaucht. Die Plakate sind nicht von uns. Die Botschaften unterstützen wir aber voll und ganz", so der Klub, der das Hashtag #gegenhomophobie anheftete.

Plakate mit Botschaften gegen Homophobie

Auf den Plakaten waren unter dem Satz "Jede Liebe ist Echte Liebe" – in Anlehnung an den BVB-Slogan "Echte Liebe" – unter anderem folgende Sätze zu lesen:

Eine ähnliche Guerilla-Aktion hatte es schon im Mai gegeben, als in der Stadt Dortmund zahlreiche Plakate gegen Rassismus auftauchten. Damals hatten die Plakate den Anschein erweckt, dass der BVB gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium sowie der Initiative "Exit" hinter der Aktion gestanden haben soll. Der BVB dementierte dies jedoch gleich. Auch diesmal hatte der Klub nicht mit der Werbung zu tun – gab den Dortmunder Bürgern jedoch durch seine Antwort eine wichtige Botschaft mit.

15.04.2017, Fussball GER, 1. Bundesliga Saison 2016 2017, 29. Spieltag, Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 3-1, Aktion vom BVB Gemeinsam gegen Homophobie

Aktionen gegen Homophobie gibt es beim BVB seit Jahren – von Fans und Verein. Bild: imago images / Team 2

In den sozialen Netzwerken wurde der Klub für seine klare Haltung gefeiert. Zahlreiche Fans sagten "Danke". Die Plakate passen zum BVB: Seit Jahren macht sich der BVB mit eigenen Aktionen gegen Homophobie stark. So zeigte die Borussia (oder auch ihre Fans) im Westfalenstadion Transparente mit klarer Haltung gegen Homophobie oder der Klub stellte Regenbogen-Eckfahnen auf.

Was unterscheidet "Coming-out" von "Outing"?

Die beiden Begriffe werden immer wieder gleichgestellt, doch sie haben eine andere Bedeutung.

Coming-out wird vom Duden als "absichtliches, bewusstes Öffentlichmachen von etwas, insbesondere der eigenen Homosexualität" definiert – das Wort leitet sich vom Englischen "to come out" (herauskommen) ab.

Outing hat im Gegensatz zu "Coming-out" einen Aspekt von Unfreiwilligkeit und bedeutet "jemandes Homosexualität ohne dessen Zustimmung öffentlich bekanntmachen".

"Danke für Euer positives Feedback", schrieb der Klub auf Twitter am Samstag und betonte: "Homophobe Kommentare lehnen wir ab. Wer diese Meinung nicht mitträgt, hat auf unseren Kanälen nichts zu suchen und wird blockiert."

(bn)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Bayerns Reserve rauscht durch die 3. Liga – Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung

Wer schon mal eine Fußballmanager-Simulation auf dem Computer gespielt hat, weiß, wie nützlich und effektiv eine zweite Mannschaft sein kann. Vor allem, wenn man mit einem finanzstarken Klub wie Bayern München spielt.

Im Reserveteam kann man wunderbar eigene Jugendspieler hochzüchten und dazugekaufte Talente parken, um sie dann irgendwann in die erste Mannschaft zu befördern oder gewinnbringend zu verkaufen.

Wenn man dann noch ein, zwei erfahrene Führungsspieler dazuholt ("Du wirst für die …

Artikel lesen
Link zum Artikel