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Bald wird in Deutschland auch mit Johnson & Johnson gegen Corona geimpft. (Symbolbild) Bild: iStockphoto / AndreyPopov

Analyse

Epidemiologe klärt über Nebenwirkungen von Johnson & Johnson auf: "Den Impfstoff nicht jüngeren Frauen zu geben, wäre sinnvoll"

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Am Dienstag hat die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA grünes Licht für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson gegeben. Schon Anfang Mai soll das Vakzin auch in Deutschland verimpft werden: Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" werde der Impfstoff jetzt zeitnah an die Länder ausgeliefert, ab übernächster Woche auch an die Praxen.

Dass es für den Impfstoff von Johnson & Johnson keine Alterseinschränkung gibt, mag einige überraschen. Schließlich sind in den USA im Zusammenhang mit der Impfung einige seltene Fälle von Thrombosen aufgetreten.

Eine ähnliche Nebenwirkung, wie sie bei dem Vakzin von Astrazeneca beobachtet wurde: Bisher wurden laut Paul-Ehrlich-Institut 59 Fälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet, die im Zusammenhang mit der Impfung von Astrazeneca stehen. Weil vorrangig jüngere Menschen betroffen waren, wurde die Altersempfehlung für Astrazeneca auf über 60 angepasst.

Nebenwirkungen sind "sehr, sehr selten"

So viele Fälle von Blutgerinnseln wie bei Astrazeneca sind bei Johnson & Johnson noch nicht bekannt. Anhand der bisher verimpften Dosen kann man das Thrombose-Risiko bei Johnson & Johnson allerdings noch nicht abschätzen, gibt der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule in Berlin zu bedenken: "Es liegen noch nicht so viele Fälle vor, weil noch nicht so viele Impfdosen des Johnson & Johnson-Impfstoffes verimpft worden sind", sagt er gegenüber watson. "Aber es ist davon auszugehen, dass sie insgesamt ähnlich häufig auftreten werden wie beim Astrazeneca-Impfstoff, also sehr, sehr selten."

Dennoch hält es der Epidemiologe für ratsam, das Vakzin nicht uneingeschränkt an alle Bevölkerungsgruppen zu verabreichen: "Den Impfstoff nicht jüngeren Frauen zu geben, wäre sinnvoll", sagt Ulrichs in Bezug auf Johnson & Johnson, "und stattdessen auf mRNA-Impfstoffe auszuweichen."

Sowohl bei Astrazeneca als auch Johnson & Johnson handelt es sich um Vektor-Impfstoffe: Dabei wird ein Protein des Coronavirus auf einem für den Menschen ungefährlichen Trägervirus in den Körper eingeschleust und so eine Immunreaktion provoziert. Geforscht wird an dem Verfahren schon seit Jahrzehnten, mit der Impfung gegen das Coronavirus ist es erstmals großflächig zum Einsatz gekommen.

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Ein junger Mann in Berlin wird gegen Corona geimpft. Bild: www.imago-images.de / Foto: Frank Sorge

Durch die Erfahrung mit Astrazeneca wurden Mediziner hierzulande zusätzlich für mögliche Risiken sensibilisiert, sodass sie auch nach Verabreichung von Johnson & Johnson im Notfall entsprechend reagieren können: "Wir sind jetzt grundsätzlich auf diese seltenen Nebenwirkungen vorbereitet und können im Falle einer Thrombose sofort eingreifen", so Ulrichs. Die Therapie sei vergleichbar mit denen bei anderen Formen der Thrombose.

Der Nutzen überwiegt die Risiken

Trotz der Diskussionen um die Vektor-Impfstoffe und der möglichen, wenn auch sehr seltenen, Nebenwirkung, liegt die Impfbereitschaft in Deutschland relativ hoch: Laut des Robert-Koch-Instituts würden sich knapp 68 Prozent der Menschen hierzulande "auf jeden Fall" impfen lassen.

"Immer noch überwiegt der Nutzen der vektorbasierten Impfstoffe bei Weitem das Risiko einer sehr seltenen Thrombose", bestätigt auch Ulrichs. "Deshalb sollten beide, Johnson & Johnson und Astrazeneca, weiterhin integraler Bestandteil des Impfplanes in Deutschland bleiben."

(mit Material von dpa)

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