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Sind Desinfektionsmittel und Schutzmasken wirklich hilfreich? (Symbolbild) Bild: getty images

Coronavirus: Wie effektiv schützen Mundschutz und Desinfektionsmittel?

Melanie Weiner / t-online

Atemmasken haben zurzeit Konjunktur in Europa. Sogar in Deutschland wird der weiße Schutz knapper – Apotheken werden regelrecht überrannt. "Atemmasken und Desinfektionsmittel sind stark gefragt", sagte Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, am Mittwoch. Mancherorts seien Atemmasken nicht mehr verfügbar und auch Desinfektionsmittel nur bedingt von den Großhändlern lieferbar.

Aber bietet das Bedecken von Mund und Nase wirklich Schutz vor dem neuartigen Virus ? Und welche Vorsorgemaßnahmen sollten Menschen in Deutschland nun ergreifen?

Wir klären die vier dringendsten Fragen.

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Bild: watson

Schützt ein Mundschutz gegen das Coronavirus?

In Krankenhäusern und Pflegeheimen nutzt das medizinische Personal Masken, um Patienten vor möglichen Keimen zu schützen. Dass ein Mundschutz allerdings auch außerhalb dieser Einrichtungen eine Schutzfunktion hat, sehen Hygieneexperten nicht als bewiesen an. Über die Wirksamkeit während einer Pandemie liegen zudem keine ausreichenden Daten vor.

Auch die Virologin Melanie Brinkmann hält das Tragen von Mundschutz derzeit für nicht notwendig. Das würde nur Panik in der Bevölkerung erzeugen. "Das Influenzavirus ist, zumindest im Moment für uns in Deutschland ein viel größeres Problem als das neue Coronavirus. Außerdem ist weiterhin unklar, wie das neue Virus übertragen wird – durch eine Tröpfcheninfektion oder vielleicht auch über eine Schmierinfektion", sagt Brinkmann, die sich an der Technischen Universität Braunschweig der Infektionsforschung widmet.

Die Gesichtsschutzmaske sei sinnvoll, wenn ein Patient sich schon mit dem Erreger infiziert habe oder zumindest der Verdacht bestehe. Dann könne ein Mundschutz helfen, das Übertragungsrisiko an weitere Menschen zu mindern, so die Virologin. Wichtiger sei es, die üblichen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen einzuhalten.

Dennoch hat das Tragen eines Mundschutzes Experten zufolge auch einen positiven Effekt: Die Maske kann das eigene Hygieneverhalten beeinflussen und vor einer möglichen Schmierinfektion schützen. Denn die Abschirmung von Nase und Mund sorgt dafür, dass man sich nicht so leicht mit verunreinigten Händen ins Gesicht fassen kann.

Wer sollte Atemschutzmasken nutzen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen in ihren Pandemieplänen keine Atemschutzmasken für die allgemeine Bevölkerung vor. Von der WHO heißt es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Menschen, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten. In Verdachtsfällen sollte deshalb vor allem medizinisches Personal eine Maske tragen, um sich etwa vor Tröpcheninfektionen zu schützen.

Welche Schutzmaßnahmen werden außerdem empfohlen?

Zum Schutz vor Viren empfehlen die WHO und das RKI vor allem eine strenge Handhygiene. Denn über unsere Hände werden am häufigsten ansteckende Infektionskrankheiten übertragen. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife schützt. Was viele nicht wissen: Die Hände sollten mindestens 30 Sekunden gereinigt werden, damit Krankheitserreger unschädlich gemacht werden.

Im Idealfall wascht ihr eure Hände wie folgt: Hände nass machen, Seife 30 Sekunden lang verteilen – auch zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln – anschließend abspülen und gut abtrocknen.

Weitere, wichtige Hygieneregeln des RKI:

"Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten", schreibt das Institut.

Experten raten außerdem zu einer Grippeschutzimpfung. Diese immunisiert nicht nur vor einer Grippe. Damit kann es auch nicht zur Verwechslung mit der Lungenkrankheit kommen.

Was bringen Desinfektionsmittel für die Hände?

Die Händedesinfektion ist eine wichtige Maßnahme, um die Verbreitung von Krankheitserregern einzudämmen. Doch nicht jedes Mittel wirkt gegen jeden Erreger. "Viruzid"-wirksame Desinfektionsmittel können beispielsweise den größten Teil der Viren unschädlich machen – etwa bei Norovirusinfektionen. Die "begrenzt viruziden" Produkte hingegen wirken nach Angaben des RKI nur gegen sogenannte behüllte Viren. Dazu zählen auch Coronaviren.

Die gängigen zugelassenen Desinfektionsmittel, die du etwa in der Apotheke findest, könnten daher laut Experten auch gegen das neue Coronavirus wirksam sein. Wichtig ist hierbei die Angabe "begrenzt viruzid" auf dem Produkt. Desinfektionsmittel aus den Drogerie- und Supermärkten sind jedoch keine zertifizierten Medizinprodukte und deshalb zum Schutz vor Coronaviren nicht zu empfehlen.

Der Artikel erschien zuerst auf t-online.de

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