26.05.2020, Berlin, Deutschland - Foto: Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, bei einem Pressestatement vor Beginn der Fraktionssitzung im Reichstag. *** 26 05 2020, Berlin, Germany Photo Dietmar Bartsch, Chairman of the parliamentary group DIE LINKE in the German Bundestag, during a press statement before the beginning of the parliamentary group meeting in the Reichstag

Linken-Fraktionschef Bartsch sieht ein "Inzidenz- und Lockerungswirrwarr". Bild: www.imago-images.de / Reiner Zensen

Kritik an neuen Regeln: Bartsch spricht von "Corona-Irrgarten"

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat die Ergebnisse des Spitzengesprächs von Bund und Ländern scharf kritisiert. In den Zeitungen der Funke Mediengruppe sprach Bartsch anschließend mit Blick auf den komplizierten Öffnungsfahrplan von einem "Corona-Irrgarten" und von "Inzidenz- und Lockerungswirrwarr". Dies werde "die Bürger und Bürgerinnen weiter verunsichern".

Dagegen habe "das Schlüsselthema des zügigen Impfens" eine zu geringe Rolle gespielt, sagte Bartsch weiter. "Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung beim Impfen, um den Lockdown dauerhaft hinter uns zu lassen", hob er hervor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse dies zur Chefsache machen, damit nicht "bis Ostern über sechs Millionen Impfdosen rumliegen".

Unzufrieden mit den Beschlüssen äußerte sich auch FDP-Chef Christian Lindner. "Für die Bundesregierung bleibt offenbar der Lockdown das einzig denkbare Rezept", sagte er ebenfalls der Funke Mediengruppe. "Dabei wäre mit innovativen Konzepten mehr gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben möglich." Das beschlossene Angebot von einem Schnelltest pro Woche für alle kritisierte Lindner als "zu wenig".

(hau/afp)

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Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert einen härteren Kurs in der Corona-Politik. Einige Ministerpräsidenten sind anderer Meinung und halten sich nicht an die Vereinbarungen. Am Sonntagabend sagte Merkel in der Talkshow "Anne Will": "Wir müssen mit einer großen Ernsthaftigkeit jetzt die geeigneten Maßnahmen einsetzen. Und einige Bundesländer tun das, andere tun es noch nicht."

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