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Group of Galapagos penguins on a rock in Santiago Island, Galapagos Island, Ecuador, South America.

Die Galapagos-Pinguine haben sich während der Corona-Pandemie erholt. Bild: iStockphoto / nodramallama

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Wegen Corona: Pinguin-Boom und Tauschhandel auf Galapagosinseln

Die Galapagosinseln vor der Küste Ecuadors sind bekannt für ihre einzigartige Flora und Fauna – viele der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor, beispielsweise die urzeitliche Meerechse oder die Galapagos-Riesenschildkröte. Das lockte in den vergangenen Jahren tausende Touristen an, was an der Natur und den Tieren allerdings nicht spurlos vorüberging: Der Plastikmüll, der Fischfang und die steigende Anzahl von Taxis, die Touristen mobil machen, gelten als Herausforderung für das Gleichgewicht der Inseln. Während des Corona-Lockdowns konnten sich die dort heimischen Tiere und Pflanzen jedoch erholen, weil der Tourismus stoppte. Das veränderte auch das Leben der Insel-Bewohner.

Viele Tiere eroberten sich ihren Lebensraum, der von den Touristen besucht wurde, wieder zurück. Besonders erholt haben sich die weltberühmten Galapagos-Pinguine, die zuvor als vom Aussterben bedroht galten. Das teilte der Galapagos Nationalpark auf seiner Website mit. Insgesamt seien 1940 Galapagos-Pinguine auf der Inselgruppe gezählt worden, das sind 489 mehr als 2019.

"Die Zeit des Lockdowns und die damit verbundene Abwesenheit der Touristen hat einen erkennbaren Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt auf Galapagos"

Heinke Jäger, Charles-Darwin-Forschungsstation auf Santa Cruz im Interview mit der "Welt"

Auch die Zahl der aus der Familie der Kormorane stammenden Galapagos-Scharben stieg deutlich an, von 1914 auf 2220 Tiere – so viele seien auf dem Archipel bisher noch nie zuvor gezählt worden. Ein weiterer Grund für den Anstieg der endemischen Tierarten auf den Galapagosinseln sei das Wetterphänomen "La Niña", welches den Vögeln mehr Nahrung bescherte. Dabei trieben Passatwinde das warme Oberflächenwasser von der Küste Perus verstärkt nach Südostasien – und mit ihnen auch die Fische.

Kreative Hilfe in der Krise

Während sich die Tierwelt erholt, trifft die Corona-Krise die Mehrheit der menschlichen Inselbewohner stark, 90 Prozent von ihnen leben direkt und indirekt vom Tourismus. Als keine Touristen mehr kamen, verloren viele von ihnen deshalb ihre Jobs oder mussten in Kurzarbeit gehen. Viele Galapageños demonstrierten aus diesem Grund im Sommer auf den Straßen und forderten mehr Unterstützung vom Staat.

Doch die Pandemie hat auch positive Seiten: Der Zusammenhalt innerhalb der Inselgemeinschaften stieg in dieser Zeit merklich an, sagte Naturführerin Karin Kugele der "Welt". Die Menschen halfen sich demnach gegenseitig und die lokale Landwirtschaft bekam einen höheren Stellenwert – denn als es keine Flüge mehr zu den Inseln gab, entstanden Versorgungsengpässe. Daraufhin schlossen sich Landwirte zusammen und lieferten Lebensmittel bis an die Haustür, sagte Kugele. Viele bauten im eigenen Garten an. Es etablierte sich sogar ein Tauschhandel: Textilien, Möbel und Haushaltsgeräte gegen Lebensmittel.

Mathias Espinosa, der seit 25 Jahren Tagestauchtouren anbietet, sagte der "Welt": "Ich fühlte mich, als wäre ich 30 Jahre zurückgeschleudert worden. Damals, als ich nach Galapagos kam, war Geld nicht so wichtig. Covid-19 zeigt uns, dass man mit weniger leben kann. Wir lernen wieder, andere schöne Sachen zu entdecken. Noch nie hatte ich zum Beispiel so viel Zeit für meine Söhne."

Balance zwischen Naturschutz und Tourismus

Die Galapagos-Inseln, die aus über 100 Inseln bestehen, von denen nur fünf bewohnt sind, gelten als eines der letzten Naturparadiese der Welt. Die Bevölkerung lebt auf nur drei Prozent der Landfläche, die restlichen 97 Prozent sind Nationalpark – seit über 60 Jahren. 1978 wurden die Inseln dann zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt. Aufgrund des hohen Besucheraufkommens schrieb die UNESCO-Kommission die Galapagosinseln sogar für einige Jahre auf die rote Liste der gefährdeten Welterbestätten.

(sb)

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