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Elif trat in der ProSieben-Show mit einem blauen Auge auf. Bild: ProSieben/Willi Weber

"Free ESC": Sängerin Elif schockt Zuschauer beim Auftritt mit blauem Auge

Am Samstagabend fand der zweite "Free European Song Contest" auf ProSieben statt. Stefen Raab ist hier der Ideengeber, ließ sich allerdings auch diesmal nicht auf der Bühne blicken. Kurz vor der Show sagte Steven Gätjen noch auf der Pressekonferenz zur Show: "Wenn Conchita und ich richtigen Mist bauen, dann könnte es sein, dass Stefan vor die Kamera kommen muss. Aber sein Vertrauen haben wir, insofern wird er die Strippen hinter den Kulissen ziehen und im Regiestuhl sitzen und hoffentlich ganz viel Spaß haben." Und da die großen Patzer ausblieben, machte es sich Raab Backstage gemütlich.

Den Sieg schnappte sich übrigens für Irland Rea Garvey und erhielt von Deutschland, Österreich und der Schweiz die volle Punktzahl. "Ich gewinne nie was. Heute habe ich gewonnen", freute er sich nach der Verkündung darüber, dass sein Hit "The One" so gut ankam. Doch nicht nur der 48-Jährige bekam viel Aufmerksamkeit: Sängerin Elif schockte nämlich die Zuschauer bei ihrem Auftritt mit einem blauen Auge.

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Elif performte deutlich gezeichnet. prosieben/willi weber

Sängerin Elif setzt klares Zeichen

Elif trat beim Songcontest für die Türkei an. An vierter Stelle durfte sie ihren Beitrag mit "Alles Helal" abgeben. Schnell wurde ihr starker Gesang und Leder-Look zur Nebensache, denn das Scheinwerferlicht in der Lanxess-Arena machte deutlich sichtbar, dass ihr linkes Auge komplett blau war. Auf Instagram klärte sie dann schnell ihre Fans auf, was dahintersteckte.

Die 28-Jährige wollte ein starkes Zeichen gegen Gewalt setzen. Dafür schminkte sie sich ihr Auge blau – glücklicherweise waren die Blessuren nicht echt. Auf Instagram schrieb Elif schließlich: "Ich wollte die Chance nutzen, um für alle Menschen – die unsichtbar und stumm gemacht werden – zu singen und die Zuschauer_innen auf die Unfreiheit und Gewalt an Frauen und LGBTQIA+-Mitgliedern in der Heimat meiner Eltern aufmerksam zu machen." Und weiter:

"Natürlich ist das kein reines, türkisches Problem. Das gibt es überall auf der Welt, in jeder Kultur, Religion und Schicht. Aber in der Türkei ist die Situation besonders schlimm. Der Austritt aus der Istanbul-Konvention ist ein weiterer Rückschritt. Frauen erleben Gewalt, weil sie frei und selbstbestimmt sein wollen."

Fast jeden Tag werde in der Türkei eine Frau von ihrem Familienmitglied, Partner oder Ex umgebracht, so die Musikerin. Menschen, die homosexuell oder transgender seien, werden auf der Straße angegriffen, machte sie klar. "Jeder hat das Recht frei zu sein, seine Meinung zu sagen und seinen eigenen Weg zu gehen, ohne Angst zu haben, dass man Gewalt erfährt", lautete ihre klare Message. In Elifs Song gehe es somit um den inneren Kampf junger Menschen, die sich zwischen starren, religiös begründeten Regeln und ihrem Freiheitsdrang gefangen fühlen.

Zum Schluss machte die "Augen zu"-Interpretin deutlich, dass sie damit nicht den Islam angreifen wollte: "Ich bin selbst gläubig. Aber ich glaube auch an die Freiheit. Vor allem an die Freiheit im Glauben, und daran dass meine 'Sünden' nur Gott und mich etwas angehen." Die Fans feierten Elif für ihre starke Botschaft. Insgesamt erhielt sie für ihre Performance 68 Punkte und landete damit bei der Gesamtwertung auf dem fünften Platz.

(iger)

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