Bayern München
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Niko Kovac auf der Pressekonferenz in Athen vor dem Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus. bild: Screenshot sky

Kovac warnt Süle und reagiert cool auf Hoeneß' Stammplatz-Forderung

Der Schock dürfte beim FC Bayern noch tief sitzen: Am Samstag gab es in der Bundesliga gegen den FC Augsburg erst einen frühen Rückstand, dann die Verletzung von Niklas Süle, die sich als Kreuzbandriss herausstellte, und obendrein noch ein spätes Tor zum 2:2-Ausgleich. "Nicht Bayern-like", befand Kapitän Manuel Neuer nach dem Abpfiff.

Aber, wie heißt es so schön? Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Am Dienstagabend muss der Rekordmeister nämlich schon wieder ran, in der Champions League geht es auswärts gegen Olympiakos Piräus, es ist das dritte Gruppenspiel der aktuellen Königsklassensaison.

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beantworteten Trainer Niko Kovac und Linksverteidiger David Alaba die Fragen der Journalisten.

Die großen Fragen waren, na klar, Süles Verletzung und die Aussagen von Uli Hoeneß, die der Bayern-Präsident am Montagmorgen vor dem Abflug nach Griechenland über Süle und Javi Martínez tätigte...

David Alaba durfte beginnen

Zuerst betrat der österreichische Nationalspieler das Podium. Erstes Thema war die Verletzung von Niklas Süle, den Alaba auf der Pressekonferenz übrigens vertrat. "Ich weiß, dass die OP sehr gut verlaufen ist und wünsche Niki auf diesem Weg alles Gute", sagte Alaba über seinen Abwehrkollegen.

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David Alaba. bild: screenshot sky

Die Aussage von Uli Hoeneß, dass sich der Innenverteidiger die Europameisterschaft 2020 wegen der Verletzung nun abschminken könne, wollte Alaba nicht unterstreichen. Im Gegenteil glaubt er nicht, dass Süle die EM abgehakt hat: "Wer Niki kennt, weiß, dass er ein Kämpfer ist, der seine Ziele immer erreichen kann. Da bin ich hundert Prozent überzeugt."

Kovac über Süles Verletzung

Auch Niko Kovac wurde auf den Kreuzbandriss Süles angesprochen. Der Trainer scheint seinem Spieler keinen Druck zu machen und Zeit geben zu wollen: "Niklas ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Mannschaft, der Nationalelf, unserer Abwehr. Es tut mir wahnsinnig leid, dass es zu der Verletzung kam. Sie ist schwerwiegend. Man kann keine Prognose abgeben, wie schnell oder langsam das verheilt. Wir müssen Niklas Zeit geben, es ist eine Re-Verletzung im selben Knie (Süle hatte schon mal einen Kreuzbandriss, d. Red.). Er darf nicht den Fehler machen, zu früh zu viel zu wollen. Er ist 24 Jahre jung – was bedeuten ein, zwei Monate im Vergleich zu zehn Jahren Karriere, die er noch hat. Wir geben ihm alle Zeit der Welt."

Was Kovac zur Martínez-Aussage von Uli Hoeneß sagt

Auch die Aussage von Uli Hoeneß über Javi Martínez war Thema während der Fragerunde. Am Münchner Flughafen sagte der scheidende Präsident am Montagmorgen vor der Abreise nach Griechenland nämlich noch: "Die Abwehrproblematik wird sich sowieso aus meiner Sicht demnächst erledigen, wenn der Javi Martínez dann jetzt auf der Sechs spielt. Dann kriegen wir sowieso in Zukunft weniger Gegentore."

Nur ein nett gemeinter Tipp, eine Anregung unter Freunden? Oder hat Hoeneß da gar per Wink mit dem Zaunpfahl einen Stammplatz für den Spanier gefordert?

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bild: screenshot sky

Kovac antwortete darauf: "Die Rolle von Javi ist wie bei jedem anderen auch. Jeder wird auf seine Spiele kommen. Javi Martínez hat es gegen Augsburg gut gemacht, aber auch dort haben wir zwei Tore bekommen. Wir müssen als gesamtes Team defensiv gut arbeiten. Da gehört jeder Einzelne dazu. Die Abwehr beginnt vorne, endet hinten, die Offensive beginnt hinten und endet vorne", erklärte Kovac in aller Seelenruhe und fügte mit einem breiten Grinsen an: "Relativ simpel."

Und weiter: "Der Präsident hat da niemanden gefordert. Ich habe Javi gegen Augsburg gebracht. Das war einzig und allein die Entscheidung vom Trainerteam meiner Person. Ich tausche mich mit Uli oft aus. Alles was Uli sagt, muss man nicht versuchen irgendwie zu interpretieren."

Und steht Thomas Müller gegen Olympiakos Piräus mal wieder in der Startelf? Kovac wollte sich nicht in die Karten schauen lassen, sagte dazu: "Der Thomas ist ein wichtiger Bestandteil, wie jeder andere auch. Ob er morgen spielt oder in den nächsten Wochen, wird die Zukunft zeigen. Ich weiß, welche Wertigkeit er hat, das wird er dieses Jahr, heute, morgen, übermorgen auch beweisen."

Bayern hat seit 2017 nicht mehr auswärts in der Champions League verloren

Der FC Bayern ist in der Champions League seit zehn Auswärtspartien ungeschlagen (sieben Siege, drei Unentschieden). Es ist die längste Serie dieser Art seit dem Zeitraum von Oktober 2012 bis April 2014, als die Münchner ebenfalls so oft nacheinander auswärts unbesiegt blieben. Im Gruppenspiel am Dienstag bei Olympiakos Piräus könnte der Vereinsrekord verbessert werden. Die letzte Niederlage in einem Auswärtsspiel der Königsklasse kassierte der deutsche Fußball-Meister beim 0:3 gegen Paris Saint-Germain im September 2017, das zur anschließenden Trennung von Trainer Carlo Ancelotti führte.

dpa

(as)

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