Kino
Zoo Palast 02.09.2019 Lichtgestaltung im Kino Zoo Palast, Zoopalast, Empfangsberich, Eingang, Eingangsbereich, Foyer mit Bar, Hardenbergstrasse 29A, Berlin - 02.09.2019 - *** Zoo Palast 02 09 2019 Lighting design in the cinema Zoo Palast, Zoopalast, reception area, entrance, entrance area, foyer with bar, Hardenbergstrasse 29A, Berlin 02 09 2019

Die Kinos dürfen wieder öffnen. Bild: imago images / Tinkeres

Kinos dürfen wieder öffnen – doch eine Corona-Regel sorgt für Ärger

Ab dieser Woche können die Kinos endlich in allen Bundesländern wieder öffnen. Auch die ersten größeren Neustarts sind angekündigt. Doch die Branche kann noch immer nicht aufatmen.

Wer in diesen Tagen ins Restaurant geht oder durch Parks spaziert, könnte glauben, dass die Corona-Pandemie vorbei ist. Auf den ersten Blick sieht vieles wieder so aus wie vor dem Lockdown. Auch die Kinobranche steht offiziell vor dem Neustart. Viele Kinos haben bereits wieder geöffnet, als letztes Bundesland folgt diese Woche Berlin. Doch der Schein trügt. Die Kinobranche muss weiter zittern.

Immerhin: Nach monatelanger Pause starten am Donnerstag die ersten größeren Filme neu. Die früheren YouTube-Stars Heiko und Roman Lochmann erleben in "Takeover – Voll vertauscht" eine turbulente Verwechslungskomödie, während Regisseur Christian Petzold den Berlinale-Beitrag "Undine" mit Paula Beer und Franz Rogowski zeigt.

Ein wichtiger Grund dafür ist, dass nun in allen Bundesländern auch wieder die Kinos ihren Betrieb aufnehmen dürfen. In Berlin ist dies schon seit Dienstag möglich, viele Kinos in der Hauptstadt wollen am Donnerstag starten.

Abstandsregeln sorgt für Unverständnis

Überhaupt gab es zuletzt einige positive Nachrichten aus der Branche: Freiluft- und Auto-Kinos sind seit Wochen beliebt und erleben einen Besucheransturm wie selten zuvor. Doch das allein kann die Existenz der Kino- und Filmwelt nicht retten. Wichtig wäre, dass auch die regulären Kinos wieder genügend Tickets verkaufen. Das aber ist mehr als ungewiss; von Euphorie ist wenig zu spüren. Vielmehr wachsen die Sorgen, wie es nun wirklich weitergehen soll.

Eine große Hürde sind die Auflagen, die mit den Wiedereröffnungen verbunden sind. Zwischen den Besuchergruppen müssen 1,5 Meter Abstand gehalten werden – damit bleiben deutlich mehr Plätze in einem Saal frei als besetzt werden können.

Die Verbände HDF Kino und AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater haben diese Regelung bereits mehrfach scharf kritisiert. Sie verweisen unter anderem auf Nachbarländer, wo etwa nur ein Meter Abstand gefordert ist.

Tatsächlich fragen sich viele, warum in Flugzeugen und Zügen fremde Menschen direkt nebeneinander sitzen können, während im Kino – wo die Sitze deutlich breiter sind – ganze Reihen gesperrt werden müssen.

Es fehlen die Blockbuster

Das andere große Problem sind allerdings die Filme selbst, genauer gesagt der Mangel an neuen Großproduktionen. Im Juni waren zunächst eher kleine Werke in die Kinos gekommen, ab Juli sollte es dann richtig losgehen. Im kommenden Monat starten deutsche Filme wie "Takeover", "Undine" und "Berlin Alexanderplatz" (16.7.).

Vor allem aber Hollywoodproduktionen galten als wichtige Zugpferde. So sollten Ende des Monats Disneys "Mulan" und Christopher Nolans Thriller "Tenet" mit Robert Pattinson starten.

Nun jedoch haben die Studios die Reißleine gezogen und die weltweiten Starts dieser beiden Filme in den August verschoben – vorerst. Denn wenn die Kinos in großen Teilen der Welt wegen der Corona-Pandemie noch nicht wieder oder nur deutlich eingeschränkt geöffnet haben, dann wären auch die Einnahmen viel niedriger.

Solche Verluste will kein Studio riskieren, besonders nicht bei Filmen, die viele Millionen US-Dollar gekostet haben. Bis sich die Aussichten in dieser Hinsicht spürbar verbessern, dürfte daher noch einige Zeit vergehen.

(vdv/dpa)

Interview

Leutheusser-Schnarrenberger spricht sich für mehr Freiheit für Geimpfte aus: "Impfung ist ein sachlicher Grund für eine unterschiedliche Behandlung"

Sobald alle Bürger sich impfen lassen können, sieht Sabine Leutheusser-Schnarrenberger keinen guten Grund mehr für harte Einschränkungen für Geimpfte. Die ehemalige Justizministerin erklärt, warum sie auch nach dem Pandemie-Jahr an die Eigenverantwortung der Menschen glaubt – und was sie sich von Karl Lauterbach wünscht.

Die Corona-Impfungen in Deutschland haben begonnen, bisher nur für eine recht begrenzte Zahl von Menschen. Schon wird aber darüber diskutiert, ob manche Einschränkungen für die, die ihre Impfung bereits bekommen haben, nicht mehr gelten sollen. Watson hat darüber mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gesprochen, FDP-Politikerin, ehemalige Bundesjustizministerin und Richterin am Bayerischen Verfassungsgerichtshof.

Leutheusser-Schnarrenberger erklärt in dem Gespräch, warum sie es für richtig …

Artikel lesen
Link zum Artikel