Fußball
Bild

Marc-André ter Stegen (l.) und Manuel Neuer – gewinnt einer der beiden den Ballon d'Or? Bild: imago images / Sven Simon

Hilft jetzt nur noch ein Preis? Neuer und ter Stegen für neue Trophäe nominiert

Marc-André ter Stegen und Manuel Neuer sind seit Tagen in aller Munde. Erst war es nur ein öffentlicher Zweikampf, dann kam halb Fußballdeutschland dazu. Joachim Löw, Oliver Bierhoff, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß – sie alle äußerten sich zum Kampf um den Platz im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Der Torwart-Zoff ist mittlerweile auf dem Höhepunkt, nachdem Bayern-Boss Uli Hoeneß Neuer in Schutz genommen und ter Stegen deklassiert hat. Am Ende schwang immer die Frage mit: Wer von ihnen ist besser? Bei der Beantwortung dieser Frage könnte nun eine Neuerung helfen. Ein Preis, der ein klares Bild zeigt.

Denn noch in diesem Jahr wird die prestigeträchtigste Ehrung im Fußball, der Ballon d'Or, auch an einen Torhüter vergeben. Der "Goldene Ball" wird seit 1956 von der französischen Fußball-Fachzeitschrift "France Football" an den besten Fußballspieler des jeweiligen Kalenderjahres vergeben, eine Jury von Sportjournalisten aus aller Welt entscheidet. Nun wird es auch einen eigenen Ball für den besten Keeper geben.

Seit Jahren gibt es immer wieder Diskussionen, dass die Torleute gegen treffsichere Stürmer keinerlei Chance bei solchen Preisverleihungen haben. So sprach sich der frühere deutsche Nationaltorwart Oliver Kahn schon 2015 für eine Trennung von Torhütern und Feldspielern bei der Wahl zum Weltfußballer aus: "Ich finde, es sollte den Ballon d'Or für den Feldspieler geben, und man sollte den Torhüter gesondert in einer anderen Kategorie auszeichnen."

Die neue Trophäe ist nach dem legendären sowjetischen Torhüter Lev Yashin benannt und wird am 2. Dezember in Paris vergeben. Yashin gewann als einziger Torhüter 1963 den Ballon d'Or und gilt als einer der besten Keeper des 20. Jahrhunderts. Auf die Liste der nominierten zehn Torwarte sollen es auch zwei Deutsche geschafft haben.

Neuer und ter Stegen sollen auch dabei sein

Wenn es um die neue Trophäe geht, dürfte Liverpool-Keeper Alisson Becker zu den Topfavoriten gehören: Er gewann 2019 mit den Reds die Champions League und mit der brasilianischen Nationalmannschaft die Copa América. Er wurde auch mit der Uefa-Auszeichnung für den besten Keeper in der Champions League ausgezeichnet und gilt auch als Favorit auf den Award der Fifa, der am kommenden Montag vergeben wird.

Laut übereinstimmenden Medienberichten von "Sport 1" und der spanischen "AS" gehört neben Alisson auch Jan Oblak von Atlético Madrid und eben Marc-André ter Stegen zum Kandidatenkreis. Diese drei Keeper stehen auch auf der Shortlist der Fifa. Darüber hinaus sollen auch Ederson (Manchester City), Hugo Lloris (Tottenham Hotspur) und Manuel Neuer auf der Liste stehen. "France Football" wird die komplette Liste allerdings erst am 21. Oktober offiziell vorstellen.

Ob ein Preis für ter Stegen Bundestrainer Joachim Löw dazu bewegt, dass der Barca-Keeper künftig im Tor steht? Ziemlich unrealistisch. Ob die Trophäe Uli Hoeneß davon überzeugt, dass ter Stegen womöglich besser ist als Manuel Neuer? Unmöglich.

(bn)

Mehr zum Duell zwischen ter Stegen und Neuer

Torwarte, die fliegen können

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Kinder im Dauerstress: Warum die Kindheit mit dem Kita-Besuch aufhört

Ilona Böhnke ist Erzieherin in Dortmund. In ihrer 40-jährigen Laufbahn hat sie eine wichtige Beobachtung gemacht: Kinder verbringen immer mehr Zeit in Kitas, deren Alltag ist durchgetaktet. Dass Spielen nach Stundenplan und das ständige Zusammensein in der Gruppe auch Arbeit für die Kinder bedeutet, wissen viele Erwachsene nicht. Böhnke warnt nun vor möglichen Folgen.

Morgens Mathe, dann Bildungsbereich Natur bis mittags. Nach der Mittagspause Entspannung, vielleicht noch eine Runde Malen oder Singkreis und dann noch Turnen, bis es wieder nach Hause geht.

Was auf den ersten Blick wie der Alltag von mindestens einem Grundschüler wirkt, ist tatsächlich ein ganz normaler Tag für ein Klein- oder Vorschulkind in der Kita. Zeit für freies Spielen? Bleibt da eigentlich gar nicht.

Viele der Probleme, die in deutschen Kitas vorherrschen, sind zwar immer noch nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel