Ein Schild mit Piktogramm und Aufschrift Maskenpflicht h

Leere Straßen in den Innenstädten: Mit einem totalen Lockdown rückt dieses Szenario noch näher. Bild: imago images / Ralph Peters

Arbeitspflicht soll ausgesetzt werden: Initiative "Zero Covid" fordert totalen, solidarischen Lockdown

In Deutschland, ähnlich wie im Rest der EU, spitzt sich die Corona-Situation weiter zu. Trotz der härteren Maßnahmen seit Mitte Dezember, sind die Neuinfektionen pro Tag weiter gestiegen. Mittlerweile zählte das Robert Koch-Institut (RKI) an mehreren Tagen mehr als 30.000 Neuinfektionen. Zusätzlich übertrafen die täglichen Corona-Todesfälle bereits mehrmals die 1000er-Marke.

In Deutschland konnte man zu Zeiten der ersten Welle einen kompletten Lockdown noch verhindern. Ziel war es, die Wirtschaft nur so weit herunterzufahren, dass die Corona-Fälle die Krankenstationen nicht überfüllen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, selbst der derzeitige "harte Lockdown" ist nicht effektiv genug. Braucht es einen Strategiewechsel?

Diesen fordert nun die Initiative "Zero Covid". Aber wie soll das funktionieren?

Das fordert "Zero Covid"

Die deutsche Bundesregierung hat lange an seiner "flatten the curve"-Strategie festgehalten, doch das sei nicht genug. "Sie verlängern die Pandemie, statt sie zu beenden, und gefährden unser Leben", heißt es auf der Website der Petition. Daran soll etwas geändert werden.

Im Kern fordert die Initiative "Zero Covid" einen "solidarischen europäischen Shutdown". Sie fordert nicht das kontrollierte Weiterlaufenlassen, sondern eine sofortige Beendigung durch einen europaweit-einheitlichen Lockdown: "Das Ziel darf nicht in 200, 50 oder 25 Neuinfektionen bestehen – es muss Null sein."

Der plötzliche Handlungsdrang erfolgt auch mit Blick auf den Wettlauf gegen die mutierte Virusvariante aus Südafrika. Mit Impfungen allein könne man nicht verhindern, dass die Mutation um sich greife:

"Shutdown heißt: Wir schränken unsere direkten Kontakte auf ein Minimum ein – und zwar auch am Arbeitsplatz!"

"Zero Covid"-Initiative

Eine wesentliche Forderung der Petition ist daher, die Wirtschaft herunterzufahren. Die Infektions- und Todeszahlen zeigten, dass gehandelt werden müsse und der Wirtschaftssektor sei die letzte noch aktive Instanz. Das Virus werde nicht verschwinden, "wenn die Pandemiebekämpfung weiter aus aktionistischen Einschränkungen der Freizeit ohne Shutdown der Wirtschaft besteht."

Ziele der "Zero Covid"-Strategie

Mit der Petition wird versucht, die Lage in Europa auf solidarischem Weg wieder unter Kontrolle zu bringen – genauer, die Zahl der Neuinfektionen auf null zu senken. Das Entscheidende sei aber, gemeinsam und gleichzeitig zu handeln. Erst, wenn das Ziel erreicht sei, und es keine neuen Corona-Infektionen mehr gebe, könne im zweiten Schritt über Lockerungen und Kontrollmethoden gesprochen werden.

"Die niedrigen Fallzahlen müssen mit einer Kontrollstrategie stabil gehalten und lokale Ausbrüche sofort energisch eingedämmt werden", wird auf der Website erklärt. Es sei aber ebenso wichtig, eine gemeinsame langfristige Strategie für den Umgang mit dem Virus zu entwickeln.

Finanzielle Durchführung

Fettgedruckt auf der Website von "Zero Covid" steht: "Niemand darf zurückgelassen werden." Unter diesem Vorbehalt wird ein umfassendes Rettungspaket gefordert, dass jedem EU-Bürger zugänglich sein soll – und besonders "Menschen mit niedrigen Einkommen, in beengten Wohnverhältnissen, in einem gewalttätigen Umfeld" zugutekommen müsse.

(vdv)

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