Interview
Titel: Queen of Drags; 
Staffel: 1; 
Folge: 1; 
Person: v.l.n.r.; Heidi Klum;Bill Kaulitz;Conchita Wurst; 
Copyright: ProSieben/Martin Ehleben; 
Fotograf: Martin Ehleben; 
Bildredakteur: Susi Lindlbauer; 
Dateiname: 1814658.TIF; 
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Heidi Klum, Bill Kaulitz und Conchita Wurst bilden die "Queen of Drags"-Jury Bild: ProSieben/Martin Ehleben

Interview

"Queen of Drags": Conchita Wurst versteht Kritik an Heidi Klum – mit einer Ausnahme

Bunt, schrill, schräg, gewagt: Mit der neuen Show "Queen of Drags" will ProSieben ein Zeichen für Toleranz und gegenseitigen Respekt setzen. Die Reaktionen aus der Szene waren divers, besonders der Jury-Job der angeblich fachfremden Heidi Klum stieß einigen Kritikern übel auf. Watson sprach mit einer, die sich bestens auskennt: Conchita Wurst sitzt neben Klum in der Jury, erlebte sie am Set. Und Conchita nimmt neben dem größtmöglichen Verständnis auch die Drag-Community in die Pflicht.

Watson: Conchita, "Queen of Drags" startet am 14. November auf ProSieben. Warum wolltest du dabei sein?

Conchita Wurst: Diese Art Anfragen kamen schon sehr früh in meiner Karriere. Die Parameter haben für mich jedoch nie gestimmt. Aber in diesem Fall konnte ich ja gar nicht ablehnen.

Warum nicht?

Ich meine, der größte Privatsender Deutschlands, Prime-Time, 20.15 Uhr... Und das Format wird sowohl unterhalten als auch berühren. Und diese Bandbreite von Entertainment, Talent, Menschlichkeit habe ich so noch nicht gesehen. Wir haben bei den Dreharbeiten miteinander gelacht und geweint. Wir hatten so eine geile Zeit. Und ich hoffe natürlich, dass das die Zuschauer auch so sehen. Und selbst wenn nicht – das war eine so schöne Erfahrung für mich, das kann mir keiner nehmen.

Kanntest du dich in der Szene aus?

Die Drag-Szene in Wien ist relativ klein (Conchita Wurst stammt aus Österreich, Anm. d. Redaktion) und ich war so selten in der Stadt, deshalb hatte ich vielleicht auch zu viel Distanz. Aber die Ladys, die ich da kennen gelernt habe – wir werden uns nie verlieren. Uns verbindet für immer etwas ganz Großes.

Wie hast du deine Jury-Kollegen Heidi Klum und Bill Kaulitz hinter den Kulissen erlebt?

Es war so aufregend mit ihnen. Bill ist ein Schatz und Heidi Klum – ist Heidi Klum! Und natürlich schaut man sich da was ab. Wenn Heidi etwas versteht, dann ist es Unterhaltung und Fernsehen. Sie ist eine Ikone. Und auch für unsere Queens war es eine Bereicherung.

Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz in der "Queen of Drags"-Jury

Bild

Die aufstrebenden Queens mit der ProSieben-Jury und Gastjurorin Olivia Jones Bild: ProSieben/Martin Ehleben

Inwiefern?

Es ist schon eine Ansage, wenn Heidi Klum dir einen Tipp gibt. Das beruht auf Wissen und Erfahrung. Wir haben in dieser Konstellation, also als Dreier-Jury mit je einem Gastjuror, eine gute Mischung aus unterschiedlichen Schwerpunkten. So konnten wir konstruktives Feedback geben.

Was war dir persönlich wichtig bei der Suche nach DER Queen?

Mir war es sehr wichtig, dass die Queens von Folge zu Folge besser werden. Uns ging es nicht darum, jemanden bloßzustellen. Eine Ansage zu machen und dann keinen Lösungsvorschlag zu liefern, das kann es ja auch nicht sein. Wir haben es ernst genommen, die Ladys haben es ernst genommen. Und auch die ganze Crew war so im Thema – die Kameramänner sind abends Finger schnipsend und Hüften schwingend vom Set gegangen (lacht)!

"Wir schreien nach Integration und Gleichberechtigung und dann haben wir keinen Platz für Heidi Klum?"

Im Vorfeld gab es aus der Drag-Szene Kritik an der Jurybesetzung von Heidi Klum. Für dich nachvollziehbar?

Ich habe die Kritik ein Stück weit verstanden, weil einige nicht gesehen haben, ob sie sich mit der Materie auskennt. Aber ich fand die Kritik eher entlarvend für unsere Community. Wir schreien nach Integration und Gleichberechtigung und dann haben wir keinen Platz für Heidi Klum? Das verstehe ich nicht. Ich kann alle Vorurteile und Kritik nur entkräften, indem ich sage, schaut euch die Show an – und lasst uns im Anschluss reden.

ProSieben zeigt "Queen of Drags" ab dem 14. November immer donnerstags um 20.15 Uhr.

So schön war der Tuntenspaziergang

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    Alle Leser-Kommentare
  • wirdsonix 15.11.2019 12:24
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, warum jede "Anderartigkeit" so sehr gezeigt, gehypt, gefeiert werden muss. Ich denke fast jeder akzeptiert andere Ansichten. Aber mal ehrlich. Manchmal finde ich Drag-Queens, Homosexuelle sehr albern. Das törnt mich als Normalo ziemlich ab. Aber ja. Da passt Frau Klum zur Zeit ganz gut dazu. Ihr 2.Mann wird ihr diese Sendung ans Herzen gelegt haben.

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