Deutschland
Bundesparteitag Die Linke in Leipzig Sahra Wagenknecht spricht vor dem Bundesparteitag Die Linke , Leipzig Sachsen Deutschland Messe *** Federal party conference The left in Leipzig Sahra Wagenknecht speaks before the federal party conference The left Leipzig Saxony Germany fair

Bild: imago stock&people

Das sagt Sahra Wagenknecht zu ihrem Rückzug aus der "Aufstehen"-Spitze

Sahra Wagenknecht wolle sich aus der Spitze der von ihr initiierten linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" zurückziehen. Das hatte die Fraktionsvorsitzende der Linken der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" verraten.

"Die Parteipolitiker sollten sich zurücknehmen, das betrifft auch mich selbst. Sie waren mit ihren Erfahrungen anfangs notwendig. Aber jetzt ist es richtig, Verantwortung abzugeben."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Wagenknecht hatte die Bewegung zusammen mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine gegründet, um linke Wähler zu erreichen, die sich von den klassischen Parteien nichts mehr wissen wollten.

Wagenknechts angekündigter Rückzug überraschte offenbar vor allem das eigene Lager. Beispielsweise habe der Arbeitsausschuss der "Aufstehen"-Bewegung von der Rückzugsankündigung nur aus der Presse erfahren, sagte der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow am Sonntag der taz.

Die Irritationen sind offenbar so massiv, dass sich Wagenknecht am späten Sonntagnachmittag in einem persönlichen Schreiben per Rundmail an die Mitglieder von "Aufstehen" wendet.

Die Meldungen zu ihrem "angeblichen Rückzug" aus "Aufstehen" hätten Nachfragen und Irritationen ausgelöst, schreibt Wagenknecht. Und bekräftigt, dass sie sich weiter für "Aufstehen" engagieren und die Bewegung mit aller Kraft unterstützen werde.

An der Rückzugsankündigung aus der Spitze der Bewegung hält sie allerdings fest: Es sei der Zeitpunkt gekommen, "an dem wir Berufspolitiker uns an der Spitze von 'Aufstehen' stärker zurücknehmen und denjenigen mehr Verantwortung übergeben sollten, die die Bewegung an der Basis ohnehin tragen. Genau das wurde schon oft gefordert und ich habe es jetzt öffentlich vorgeschlagen."

Sie nennt auch gesundheitliche Gründe: "Hinzu kommt für mich ein persönlicher Aspekt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ich war jetzt knapp zwei Monate krank, und die gesundheitlichen Probleme waren eine direkte Folge des extremen Stresses, den ich in den letzten Jahren hatte. Inzwischen geht es mir wieder gut, aber ich muss in Zukunft mein Arbeitspensum etwas anpassen und eine neue Balance finden."

"Aufstehen" war Anfang September gestartet und zählt heute nach eigenen Angaben rund 170.000 Unterstützer. Ob die Bewegung allerdings ohne ihr Gesicht an der Spitze eine Zukunft hat, bleibt offen.

(ts)

Das sowieso: Warum gucken Frauen "Germany's Next Topmodel"?

Video: watson/Lia Haubner

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Exklusiv

Hofreiter über persönlichen Verzicht zugunsten des Klimas und die Zukunft der Mobilität: "Dann arbeitet in zehn Jahren gar niemand mehr bei BMW und VW"

Der zweite Teil unseres Interviews mit Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter – über die Frage, was der ökologische Umbau für junge Menschen bedeutet, wie die Jobs in der Autoindustrie gerettet werden können und was die Grünen jungen Nichtwählern zu bieten haben.

Während die Corona-Krise die Welt weiter Tag für Tag beschäftigt, macht die Klimakrise keine Pause. Ihre möglichen Auswirkungen bleiben sichtbar: Im Großteil von Deutschland ist der Boden weiterhin ungewöhnlich trocken, in Sibirien lässt Rekordhitze Permafrost-Böden auftauen – mit dramatischen Folgen für die Umwelt. Wie kann es klappen, die Corona-Krise zu bewältigen und gleichzeitig die Wirtschaft ökologisch umzubauen? Wir haben darüber mit Anton Hofreiter gesprochen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel