Deutschland
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Och nein, wie putzig... Bild: watson-montage

Der Hundewurf von Straubing – und was die AfD daraus macht

Die AfD sorgt sich – mal wieder. Nicht nur um die deutsche Frau, sondern in letzter Zeit immer häufiger auch um den deutschen Hund. Das ist nur konsequent. Denn: Gefühlt zwinkert jeder zweite AfD-Sympathisant Lumpi, Waldi oder Rex im Profilbildchen zu.

Zielgruppengerecht postete die AfD am Sonntag dann auch ein Hundewelpenbild mit der steilen These "Verstümmelt, verbrannt, vergewaltigt: Hunde verenden für radikalen Islam!"

In dem Post erklärte die AfD, die Zuwanderung aus islamischen Ländern bedrohe die deutschen Hunde. Der Tierquälerei verpasste sie einen Migrationshintergrund. Zur Beweisführung wird der Fall eines Hundes angeführt, den ein Syrer aus dem dritten Stock eines Hauses im bayerischen Straubing geworfen haben soll. Der Hunde-Post schließt mit der rhetorisch gemeinten Frage: "Müssen wir nach unseren Frauen jetzt auch zunehmend Angst um unsere Vierbeiner haben?" Der Post gingt viral. Der deutsche Hundefreund schäumte.

Der Hundewurf von Straubing ist allerdings schon ein gutes Jahr alt. Die Tat geschah im Februar 2018. Und der 27-jährige syrische Staatsangehörige wurde bereits im August zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte in Folge eines Streites mit dem Hundehalter den Hund aus dem Fenster geworfen.

Bereits Anfang 2018 versuchte die AfD Bayern diesen Hundewurf von Straubing für sich zu nutzen:

Allerdings verfing die Botschaft nicht so, wie sie vermutlich hätte verfangen sollen. Die große Aufregung blieb aus. An diesem Sonntag dann, ein gutes Jahr später, der erneute Versuch, das Thema zu platzieren. Die These wurde grundsätzlicher: Aus dem "syrischen Tierhasser" konstruierten die AfD-Administratoren das Bild von der "islamischen Zuwanderung", die deutsche Hunde bedrohe. Die Botschaft: Dieser Hundewurf ist kein Einzelfall. Es hat mit dem Islam zu tun. Und die Botschaft kommt an: Seither wird der Hundepost verlinkt, kommentiert und tausendfach geteilt.

Und tatsächlich. Der Hundewurf von Straubing war kein Einzelfall. Bereits im August 2017 flog eine Malteserhündin aus einem niederbayerischen Fenster. Eine 35-jährige Frau hatte ihre Hündin Daisy auf die Fensterbank gesetzt, das Fenster geschlossen und dem Tier damit wohl einen Stoß verpasst. Daisy fiel neun Meter tief und überlebte mit Schädel-Hirn-Trauma, Frakturen in der Pfote und neurologischen Folgeschäden. Aufgrund diverser Vorstrafen wurde die Hundehalterin zu einer Strafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Straubing watson mit.

Für die AfD war dieser erste Straubinger-Hundewurf allerdings keine Empörung wert. Die Täterin war Deutsche.

In der Folge kam natürlich niemand auf die Idee, eine Grundsatzdebatte zu führen und natürlich wurden auch keine fetzigen Socialcards über Deutsche gepostet, die Hunde bedrohen. Es musste erst ein Syrer einen Hund werfen, damit eine grundsätzliche Das-Abendland-wird-bedroht-Geschichte daraus wird.

Im Übrigen endet die Empathie der AfD für deutsche Vierbeiner beim Vater aller Hunde: dem Wolf. Für den forderte die AfD jüngst eine Obergrenze.

Wirklich wichtig! Der Black History Month:

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Video: watson/Fabienne Sand, Katharina Kücke

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