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Abstract, Polygonal structure, Circle, dot, Geometric Shape, Network

Bild:imago/watson-montage

Auch Alice Weidel will offenbar nach ganz rechts – und tritt bei neurechtem Verleger auf

"Herr Kubitschek ist eine sehr wichtige Figur für das rechtskonservative Spektrum unserer Partei – auch wenn er nicht Mitglied der AfD ist."

Es ist ein bemerkenswerter Satz. Gesagt hat ihn die AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Bemerkenswert deshalb, weil sich die AfD gerade mitten in einem Richtungsstreit befindet. Es tobt ein Machtkampf zwischen den neurechten Parteimitgliedern um den "Flügel" des völkischen Nationalisten Björn Höcke mit der im Vergleich dazu etwas gemäßigteren Gruppe um den Parteichef Jörg Meuthen.

Dass Alice Weidel jetzt den neurechten Verleger Götz Kubitschek als wichtige Figur bezeichnet, dürfte als ein weiteres Indiz dafür gewertet werden, wohin die Reise der AfD geht. Und im Grunde seit Gründung schon immer ging: nach ganz rechts.

Auch Weidel auf Flügel-Kurs

Ein Zeichen dafür, dass der rechtsnationale "Flügel" des Thüringer AfD-Fraktionschefs Björn Höcke in der Partei an Einfluss gewinnt. Auch die Wahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen dürften eine gehörige Rolle spielen. Denn die drei Spitzenkandidaten sind mit Björn Höcke in Brandenburg und Andreas Kalbitz entweder selbst Teil des "Flügels" oder stehen mit Jörg Urban in Sachsen mindesten dem "Flügel" nahe. Sollten sie gute Ergebnisse für die AfD holen, dürfte es für Jörg Meuthen auf dem Parteitag im November nicht nur einsam, sondern eng werden. Und auch Alice Weidel dürfte wissen, dass der Richtungsstreit mit den wahrscheinlichen Erfolgen im Osten längst zugunsten der Flügel-Anhänger entschieden ist. Warum also nicht gleich bei einem Vordenker der neuen Rechten, bei Götz Kubitschek, vorbeischauen?

Das macht sie nämlich im September. Dann will Weidel bei einer Veranstaltung Götz Kubitscheks und dessen Instituts im sachsen-anhaltischen Schnellroda einen Vortrag über "parlamentarische Arbeit im Bundestag" halten. Weidel selbst betonte zwar gegenüber der Deutschen Presseagentur, vor ihr hätten auch schon die Parteivorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland sowie Fraktionsvize Roland Hartwig an Veranstaltungen in Schnellroda teilgenommen. Ein Auftritt in dieser Phase dürfte jedoch gerade innerhalb der Partei als Signal pro Höcke-Flügel gewertet werden.

Kubitschek und Höcke: Ziemlich beste Freunde

Kubitschek gilt als Vertrauter von Höcke. Weidel hatte 2017 ein Parteiausschlussverfahren des damaligen Parteivorstandes gegen Höcke unterstützt, das letztlich erfolglos blieb. Im Frühsommer hatte sich Weidel dann - auf Vermittlung von Kubitschek – mehrfach mit Höcke getroffen. Von einem "Bündnis" zwischen den beiden könne aber keine Rede sein, betonte ein Sprecher der AfD-Bundestagsabgeordneten.

Vielleicht kein Bündnis. Dennoch ist es wohl ein Zeichen. Für einen stramm neurechten Kurs: pro Höcke, pro Flügel und contra Meuthen.

(ts/ mit Material der dpa)

Natürlich sind die Aussagen von Clemens Tönnies rassistisch!

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