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Lanz diskutiert Zukunft Ostdeutschlands – dann scherzt er über Thüringen

Mike Mohring hat die schweren Verluste seiner Partei bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen erlebt. Bei Markus Lanz versuchte der Thüringer CDU-Chef zu erklären, wie er mit seiner Partei bei der Landtagswahl am 27. Oktober gewinnen will.

In Thüringen könnte die aktuelle Koalition von Rot-Rot-Grün laut aktuellen Umfragen gerade noch halten – Mohring muss also aufholen. Oder einen neuen Koalitionspartner finden. Die AfD will Mohring dafür nicht fragen. Mit dem thüringischen AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke will Moring nicht sprechen – " aber mit den Leuten, die ihn wählen wollen", sagte er bei Lanz.

Mohring bei Lanz: CDU-Politiker will mit der AfD diskutieren

Mohrings Verhältnis zur AfD wird innerhalb der Union genau betrachtet: Vor der Landtagswahl 2014 soll Mohring Gespräche mit der AfD geführt haben. Trotz seines Dementis wurde Mohring mit dem zweitschlechtesten Ergebnis aller Kandidaten nicht erneut CDU-Parteivorstand gewählt. Lanz kommentierte: "Die Strafe folgt auf dem Fuß." Und der ZDF-Moderator fragte nach: "War das damals so, sind sie damals bestraft so?"

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Mohring antwortete schmunzelnd: "Manche sagen ja..." Lanz unterbrach ihn: "Was sagen Sie?" Mohring: "Ich sag nicht nein." Lacher im Publikum. Mohring erklärte bei Lanz, die AfD hätte sich durch die Blockade der CDU einen großen Märtyrerstatus erarbeiten können.

Mohring: "Man muss die AfD stellen, man muss ihr diskutieren."Mohring lobte den Umgang des ZDF-Moderators mit dem AfD-Chef Alexander Gauland in der vergangenen Woche.

Mohring spricht bei Lanz über Merkel im ostdeutschen Wahlkampf

Mohring warnte: "Der Flügel um Höcke wird die AfD in Zukunft dominieren. Diese AfD wird sich frei an den rechten Rand stellen, und sich von dort nicht mehr wegbewegen. Für alle, die in der bürgerlichen Mitte zuhause sind, kann das gar keine Partnerschaft sein."

Dem Kabinett in Berlin fehle der Blick auf ostdeutsche Themen, beklagte Mohring bei Lanz. Der Thüringer CDU-Landesschef erklärte, dass die Bundeskanzlerin Merkel von den Ostdeutschen selbst nicht als Ostdeutsche wahrgenommen werden würde.

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Warum war die Kanzlerin beim Wahlkampf in Brandenburg und Sachsen selbst nicht präsent? Mohring hatte bei Lanz eine Theorie: "Das ist die Erfahrung aus dem Bundestagswahlkampf 2017. Bei jedem öffentlichen Auftritt, den Angela Merkel gemacht hat, waren die AfD-Schreihälse schon da, um sie niederzubrüllen." Der CDU-Politiker ist sicher: "Ich glaube, das hat sie ziemlich gestresst."

Mohring wirbt für Verständnis ostdeutscher Sorgen bei Lanz

Mohring warb bei Lanz dafür, mehr Verständnis für die ostdeutschen Sorgen zu zeigen: "Es ist eine Frage des Einlassens darauf, dass die Leute veränderungsmüde geworden sind. Dass sie zu oft Brüche in ihrer Generation, ihrer Familie, erlebt haben."

Mohring nannte ein Beispiel: "In der Lausitz stehen die Leute mit diesem neuen Kohleausstieg - der richtig ist, der notwendig ist - vor dem dritten großen Strukturwandel, den sie selbst persönlich erleben. Und sie nehmen zuerst den Verlust des Arbeitsplatzes wahr, und nicht die Chance, die sich ergibt. Weil nicht die Chance zuerst kommuniziert wird, sondern der Bruch der Biographie."

Mohring weiter: "Für viele ist das eine Kategorie dessen, wo sie sich nicht mehr ernst und wahrgenommen fühlen. Und diese Wertschätzung, die fehlt. Das ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Respekts."

Der Journalist Sascha Lobo ergänzte: "Das ist ein Teil des Problems, das ganz viele Debatten und politische Entscheidungen von urbanen Eliten gefällt werden."

Lanz scherzt über Mohrings 5000-Euro-Idee

Lanz war das alles zu emotional, er wollte zur Politik zurück – und konnte sich einen Witz nicht verkneifen.

Lanz fragte Mohring:

"Sie schlagen vor, dass Leute, die nach Thüringen gehen, 5000 Euro kriegen sollen. Wie soll das konkret aussehen? Und wie lange muss man dann bleiben?"

Die Betonung auf "muss" sorgte für großes Gelächter in der Runde – der Thüringer CDU-Chef setzte ein dezent feindseliges Lächeln auf.

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Wenn Markus Lanz über dein Bundesland Witze macht. zdf-screenshot

Lanz entschuldigte sich für seinen Scherz, und meinte beschwichtigend: "Vor ihnen sitzt der größte Thüringen-Fan. Ich frag nur für einen Freund, der überlegt, das zu machen." Lanz, selbst größter Thüringen-Fan, möchte offenbar selbst nicht nach Thüringen ziehen. Mohring verzieh ihm den Spaß – und ging, ganz Politiker, zur Tagesordnung über.

Mohring erklärte die Beliebtheit seines Bundeslandes: In den letzten Jahren seien mehr Menschen nach Thüringen zurückgekehrt als in den Westen gezogen. Mohring ist sicher: "Wer seinen Hauptwohnsitz nach Thüringen legt, der will auch da bleiben. Denn das Land ist wunderschön."

Vielleicht sollte Lanz ja mal vorbeischauen.

(pb)

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