HANDOUT - 02.09.2020, Rheinland-Pfalz, Mainz: Ein Mitarbeiter des Biotechnologie-Unternehmens Biontech arbeitet in einem Labor.   (zu dpa

Forscher sind bei der Impfstoffentwicklung schon recht weit. Bild: dpa / Biontech

Impfstoff-Zulassung in der EU Anfang 2021 realistisch

Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech ist Befürchtungen entgegengetreten, dass der von ihm zusammen mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff zunächst bevorzugt in den Vereinigten Staaten verteilt werden könnte. "Wir haben zusammen mit Pfizer vereinbart, dass wir den Impfstoff gleichmäßig und gerecht verteilen", sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochsausgaben).

Seine Firma wolle "definitiv nicht, dass es eine unfaire Überhöhung der Chargen in einzelnen Regionen gibt", betonte Poetting. Deshalb habe Biontech auch Wert darauf gelegt, dass ein Großteil des Impfstoffs in Europa hergestellt werden könne. "Über die Verteilung entscheiden wir mit Pfizer gemeinsam", betonte der Finanzvorstand. 

EU will Vertrag abschließen – Zulassung Anfang 2021

Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch mit Biontech und Pfizer einen Vertrag über die Lieferung von 300 Millionen Impfdosen für die EU-Staaten abschließen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit bis zu 100 Millionen Dosen für Deutschland.

Biontech und Pfizer hatten am Montag mit der Mitteilung weltweit für Erleichterung gesorgt, dass der von ihnen entwickelte Impfstoffkandidat gegen das neuartige Coronavirus in der klinischen Zulassungsstudie einer ersten Auswertung zufolge eine Wirksamkeit von 90 Prozent gezeigt habe. Sie wollen bald eine beschleunigte Zulassung in den USA beantragen.

Spahn und die EU-Kommission verwiesen auf Unterschiede bei den Zulassungsverfahren in den USA und Europa. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA müsse noch weitere Tests an dem Wirkstoff von Biontech und Pfizer vornehmen, hieß es aus EU-Kreisen. Eine Zulassung in Europa sei daher frühestens Anfang 2021 realistisch. Spahn betonte, auch in Europa gebe es Möglichkeiten der beschleunigten Zulassung. Vorgaben etwa zu potenziellen Nebenwirkungen von Impfstoffen würden dabei nicht abgesenkt.

(om/afp)

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