Fridays for Future mahnt die Gr

Junge Fridays-for-Future-Demonstranten am vergangenen Freitag in München. Bild: imago images / www.AlexanderPohl.photography

"Sind eingeknickt": Fridays for Future kritisiert Grüne nach Parteitag

Lukas Weyell, Sebastian Heinrich

Die Klimaschutzorganisation Fridays for Future (FFF) hat nach dem Grünen-Bundesparteitag am vergangenen Wochenende deutliche Kritik geäußert. Die Partei sei "vor Kräften eingeknickt, die sich am liebsten gar keinen Klimaschutz wünschen", erklärte FFF-Sprecherin Pauline Brünger gegenüber watson.

Für die Forderung, bis 2035 vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen, lobte Brünger die Grünen indes.

Brünger erklärte zu den Beschlüssen am Freitag:

"Nur sofortiges und konsequentes Handeln im Klimaschutz kann unsere Lebensgrundlagen und meine Zukunft sichern. Auf ihrem Bundesparteitag sind die Grünen jetzt allerdings vor Kräften eingeknickt, die sich am liebsten gar keinen Klimaschutz wünschen würden. Es scheint, als hätten auch die Grünen nicht verstanden, dass die 1,5-Grad-Grenze bereits ein Kompromiss ist und für fehlenden Mut und faule Kompromisse schlicht keine Zeit mehr bleibt."

Das Bekenntnis der Partei zur vollständigen Energiewende bezeichnete Brünger als Erfolg von Fridays for Future:

"Während bei Themen wie dem Aus für den Verbrennungsmotor und den fossilen Subventionen also weiter Lücken bestehen, gibt es aber auch Erfolge für die Klimabewegung zu verzeichnen: Im Grünen Wahlprogramm findet sich jetzt ein klares Bekenntnis zu einem 100 prozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2035."

Fridays for Future kündigt "Druck auf alle Parteien" an

Brünger kündigte gegenüber watson außerdem an, dass Fridays for Future in den kommenden Wochen für Proteste auf die Straße gehen werde. Ziel sei es, vor der Bundestagswahl den Druck auf alle demokratischen Parteien zu erhöhen – nicht nur auf die Grünen.

"Es reicht nicht, die Verantwortung im Klimaschutz auf nur eine einzige, vermeintlich ökologische Partei auszulagern. Alle demokratischen Parteien brauchen zur Bundestagswahl ein Programm, mit dem wir die Klimakrise eindämmen können. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir deshalb auf der Straße Druck auf alle Parteien ausüben. Nur so kann die nächste Regierung das umsetzten, was in den letzten Jahren von der GroKo verspielt wurde – eine 1,5-Grad konforme Politik."

Das Verhältnis zwischen Fridays for Future und den Grünen ist zwiespältig: Einerseits ist Luisa Neubauer, die bekannteste FFF-Vertreterin Deutschlands, Mitglied der Partei – und Jakob Blasel, ein weiterer bekannter Aktivist, kandidiert für die Partei für den Bundestag. Andererseits kritisieren FFF-Vertreter regelmäßig die aus ihrer Sicht zu wenig radikalen Vorschläge der Grünen auf Bundesebene – und mobilisieren teilweise gegen Entscheidungen von Landesregierungen mit grüner Beteiligung. Besonders deutlich wurde das am Konflikt um den Ausbau der Autobahn A49 durch den Dannenröder Forst in Hessen, den die dortige schwarz-grüne Landesregierung mitträgt.

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