Bild

Die Jungen Liberalen begründen ihre Forderungen vor allem mit der Belastung junger Menschen in der Corona-Krise. bild: imago images / manuel geisser

Vor Parteitag: FDP-Jugend will Offensive für psychische Gesundheit ins Wahlprogramm bringen

Die FDP-Jugendorganisation Junge Liberale (Julis) fordert ein Maßnahmenpaket für die Stärkung der psychischen Gesundheit gerade junger Menschen. Die Forderungen der Julis zielen zum einen darauf ab, dass das Angebot an Psychotherapie erhöht wird – und zum anderen darauf, dass Menschen mit psychischen Problemen schnellere und bessere Unterstützung und Betreuung erhalten. Die Julis begründen ihre Initiative vor allem mit der psychischen Belastungen junger Menschen in der Corona-Krise.

Die Jungen Liberalen haben dafür einen fünfseitigen Antrag erarbeitet, der watson exklusiv vorliegt. Die Jugendorganisation will erreichen, dass die FDP diese Forderungen in ihr Programm für die Bundestagswahl aufnimmt. Deshalb wollen die Julis nach Angaben einer Sprecherin am FDP-Bundesparteitag am Wochenende einen Antrag stellen, die Maßnahmen ins Wahlprogramm einzubauen.

Damit in Deutschland mehr Psychotherapie-Angebote verfügbar sind, fordern die Julis unter anderem

Um Menschen zu unterstützen, die psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe benötigen, fordern die Jungliberalen darüber hinaus:

"Bei aller berechtigten Sorge um Inzidenzwerte dürfen auch die psychischen Folgen der Corona-Pandemie nicht ausgeblendet werden."

Jens Teutrine, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, erklärt dazu gegenüber watson:

"Die Awareness für Mental Health hat seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen. Das ist gut so, denn besonders viele junge Menschen leiden psychisch sehr unter den Folgen des Lockdowns und der sozialen Isolation."

Die gewachsene Aufmerksamkeit reiche aber nicht aus, ergänzte Teutrine. Er begründet die Forderungen der Jungen Liberalen so:

"Wem Mental Health wirklich am Herzen liegt, der muss auch dafür sorgen, dass die Mental Health Care besser wird. Oftmals müssen Betroffene beispielsweise monatelang auf einen Termin beim Psychotherapeuten warten. Ein starkes Gesundheitssystem hat nicht nur ausreichend Hausärzte, sondern braucht auch eine funktioniere Infrastruktur für psychische Gesundheit."

Landeswahlversammlung der FDP NRW am 21.03.2021 im Kongress in Dortmund Jens Teutrine  Bundesvorsitzender der FDP-nahen Jugendorganisation Junge Liberale  *** State election meeting of the FDP North-Rhine/Westphalia on 21 03 2021 in the congress in Dortmund Jens Teutrine Federal leader of the FDP close youth organization young liberals xRx

Jens Teutrine, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Bild: www.imago-images.de / Revierfoto

Besonders junge Menschen litten an den sozialen Folgen der Corona-Lockdowns. Teutrine fordert mehr Aufmerksamkeit für sie. Wörtlich meint er:

"Bei aller berechtigten Sorge um Inzidenzwerte dürfen auch die psychischen Folgen der Corona-Pandemie nicht ausgeblendet werden. Wir werden daher auch im Wahlprogramm unserer Mutterpartei ein klares Bekenntnis für eine bessere Mental Health Care einfordern. Es ist höchste Zeit, dass wir die psychische Gesundheit so ernst nehmen wie die körperliche."

Neben den konkreten Forderungen stehen im Antrag der Jungen Liberalen auch allgemeinere Ziele für eine bessere Versorgung und Betreuung von Betroffenen: unter anderem eine bessere Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern in Justiz und Verwaltung im Umgang mit psychisch Erkrankten und besonders hohe Hürden für eine zwangsweise Unterbringung von Betroffenen. Daneben setzen sich die Julis für ein besseres "Entlassmanagement" für den Übergang zwischen ambulanter und stationärer Behandlung ein – und für besseren Schutz psychisch Erkrankter vor Diskriminierung in Schule, Ausbildung und am Arbeitsplatz.

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Exklusiv

Sahra Wagenknecht: "Klimaschutz darf kein Elitenthema bleiben. Fridays for Future fand an Gymnasien und Hochschulen statt, aber kaum an Real- und Berufsschulen"

Die Linken-Politikerin spricht im watson-Interview über das Erbe der Ära Merkel, ihren Blick auf Fridays for Future – und darüber, warum diskriminierte Minderheiten aus ihrer Sicht wenig von Diversity und Frauenquoten haben.

Im November 2019 lag Sahra Wagenknecht vor Angela Merkel. Ein paar Wochen, bevor die Welt zum ersten Mal von einem neuartigen Coronavirus hörte, war sie zumindest laut einer Umfrage des Instituts Insa Deutschlands beliebteste Politikerin, vor der Bundeskanzlerin. Wagenknecht ist seit fast drei Jahrzehnten auf der politischen Bühne: erst als Vertreterin der "Kommunistischen Plattform" in der PDS, einer Vorgängerpartei der Linken, später als Vizechefin der Linkspartei und als Fraktionschefin …

Artikel lesen
Link zum Artikel