Deutschland

Angela Merkels Zitter-Anfall: Ein Symptom für Flüssigkeitsmangel?

In einem gerade veröffentlichten Video zittert Angela Merkel heftig. Laut ihren eigenen Angaben habe sie zu wenig getrunken. Nach drei Gläsern Wasser ginge es ihr wieder besser. Könnte mehr hinter dem Zittern stecken? Ein Arzt für Innere Medizin gibt Antworten.

Frederike Gramm / t-online

Beim Staatsempfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi zitterte die Bundeskanzlerin heftig. t-online.de hat Dr. Ammar Ghouzi, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Notfall- und Intensivmedizin der Schön Klinik Düsseldorf zur Einschätzung befragt.

"Dieser stark zitternde Körper, welcher auf dem Video gut zu sehen ist, kann tatsächlich Ausdruck einer deutlichen Exsikkose sein, also eines Volumenmangels in Folge einer Dehydration", sagt Dr. Ammar Ghouzi. Von Dehydrierung sprechen wir, wenn dem Körper das lebenswichtige Wasser und damit einhergehend auch die dementsprechenden Mineralien wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium fehlen. Gerade in den Sommermonaten ist das bei Menschen ein Problem, die durch viel Schweißverlust ohnehin schon eine negative Bilanz aufweisen. Ältere Menschen, Herzkranke und Kinder sind besonders gefährdet.

Angela Merkel hat sehr viel Stress

Der Tagesablauf von Frau Merkel ist durchorganisiert. "Sie kann ihre Trink- und Esspausen keiner Routine unterwerfen, sondern muss sie den Gegebenheiten anpassen", erklärt der Arzt. "Doch angesichts der deutlichen Symptome unserer Bundeskanzlerin, ist es kaum vorstellbar, dass hierfür nur ein paar Gläser Wasser ausreichend waren", führt er fort.

"Wassermangel kann bis zum Kreislaufkollaps und zur Bewusstlosigkeit führen und bedarf eines schnellen Ausgleichs."

Ärzte behandeln dehydrierte Menschen mit Infusionen

Die Notaufnahmen füllen sich in den heißen Tagen oft mit Patienten, denen lebenswichtige Mineralien fehlen. "Wir kompensieren das mit einer intravenösen Therapie von isotonischen mineralhaltigen Infusionen, teilweise geben wir mehrere Liter schon in der Notaufnahme", sagt Dr. Ghouzi. "Immerhin besteht auch die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhytmusstörungen."

(Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen)

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