Deutschland
Berlin Mitte; Museumsinsel, Am Kupfergraben, Museumsinsel

Berlin centre Museum Island at Kupfergraben Museum Island

Auf einem Handyfoto des Attentäters Anis Amri fand man ein Selfie, auf dem im Hintergrund das Wohnhaus der Kanzlerin am Kupfergraben in Berlin zu sehen ist. Bild: imago/Jürgen Ritter/german federal police/ap photo/montage

Attentäter Anis Amri fotografierte Wohnhaus von Angela Merkel in Berlin

Der Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri hat im Vorfeld des Anschlags den Wohnsitz der Bundeskanzlerin in Berlin fotografiert. Auf einem Foto, das auf Amris Handy gefunden wurde, ist im Hintergrund das Wohnhaus der Kanzlerin in Berlin-Mitte zu sehen: Ein entsprechender Bericht des ARD-Magazins "Kontraste" wurde am Donnerstag aus Kreisen des Amri-Untersuchungsausschusses im Bundestag bestätigt. Es gebe auch weitere Fotos aus der Umgebung der Museumsinsel, wo Merkel ihre Privatwohnung hat.

"Kontraste" zitierte in dem Bericht eine Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA), wonach diese Fotos dazu gedient haben könnten, mögliche Anschlagsziele auszukundschaften. Die Fotos entstanden dem Magazin zufolge am 23. Oktober 2016, knapp sieben Wochen vor dem Weihnachtsmarktattentat. Die BKA-Ermittler seien in ihrem Auswertungsvermerk ein halbes Jahr später zu dem Schluss gekommen, dass Amri den Bereich um den Berliner Dom zu diesem Zeitpunkt "als potentielles Anschlagsziel in Betracht gezogen haben könnte".

Keine "erkennbare Ausspähungsabsicht"

Dies wurde im Untersuchungsausschuss allerdings in Zweifel gezogen. Die gefundenen Fotos seien "ohne erkennbare Ausspähungsabsicht", hieß es im Umfeld des Ausschusses gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Wohnhaus der Bundeskanzlerin sei auf dem betreffenden Foto lediglich "weit im Hintergrund zu sehen".

Politik Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestag 24. Sitzung des 1. Untersuchungsausschuss der 19. Legislaturperiode des Deutschen Bundestag am Donnerstag den 11. Oktober 2018 zur Aufklaerung des Terroranschlag durch den islamistischen Terroristen Anis Amri auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016. Im Bild: Konstantin von Notz, Ob-Mann der Partei Buendnis 90/Die Gruenen im Ausschuss beim Pressestaement. 11.10.2018, Berlin *** Politics Amri Committee of Inquiry of the Bundestag 24 Meeting of the 1 Committee of Inquiry of the 19th Legislature of the German Bundestag on Thursday 11 October 2018 to clarify the terrorist attack by the Islamist terrorist Anis Amri on the Christmas market in Berlin Breitscheidplatz in December 2016 In the picture Konstantin von Notz Whether man of the party Alliance 90 The Gree

Konstantin von Notz. Bild: imago/Christian Ditsch

Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz kritisierte gegenüber "Kontraste", dass das BKA in seinem Auswertungsbericht das Haus der Kanzlerin nicht ausdrücklich erwähnt habe. "Dass hier nicht mal die Option, dass hier auch das Haus der Kanzlerin betroffen sein könnte, in den Akten vermerkt ist, hat uns sehr irritiert", sagte von Notz dem TV-Magazin. "Darüber werden die Sicherheitsbehörden Auskunft geben müssen."

(as/afp)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Anne Will": Lindner warnt vor "Geisterstrom" – und verzockt sich

Am Sonntagabend überließ FDP-Chef Christian Lindner die Schlagfertigkeit einem anderen Talkshow-Profi: der Ökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, die wie Lindner selbst regelmäßig Gast in deutschen Talkshows ist.

Die Rollen waren klar verteilt: Söder und Lindner sperrten sich gegen höhere Abgaben, Baerbock und Kemfert forderten mehr Investitionen in Digitalisierung und in den Kampf gegen die Klimakrise. Söder sorgte sich um einen "ideologischen Krieg" um das …

Artikel lesen
Link zum Artikel