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Bundesweite Razzien: Polizei durchsucht Wohnungen von Hasskommentatoren

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist am Donnerstag mit dutzenden Durchsuchungen und Vernehmungen bundesweit gegen Hasskommentare im Internet vorgegangen.

Die Razzien gegen Hasskommentare im Detail:

In den Gruppen sei zwischen Dezember 2017 und April 2018 beispielsweise ein Beitrag zum Familiennachzug bei Flüchtlingen mit den Worten "Meiner Meinung nach alle vergasen" kommentiert worden. Nicht nur gegen die Verfasser der Kommentare wird ermittelt, auch die Administratoren stehen im Fokus. Sie seien in strafrechtlich relevanter Weise ihrer Pflicht zur Prüfung und Löschung der Beiträge mit strafbarem Inhalt nicht oder nicht rechtzeitig nachgekommen, lautet der Vorwurf.

Durchsucht wurde auch ein Haus in Dortmund, in dem mehrere Neonazis der rechtsextremen Kleinstpartei "Die Rechte" wohnen. Dabei sei es um zwei Posts gegangen, erklärte ein Sprecher der "Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime" der Staatsanwaltschaft Köln, die den Durchsuchungsbefehl erwirkt hatte, auf watson-Anfrage. Das Haus im Stadtteil Dorstfeld wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach von der Polizei durchsucht, die rechtsextremen Bewohner fallen regelmäßig durch einschlägige Straftaten auf.

Auch die AfD ist verwickelt in dem Fall

Einer der Administratoren war zur Tatzeit Vorstand des Kreisverbands Bernkastel-Wittlich der AfD Rheinland-Pfalz. Zwei der Beschuldigten in diesem Fall wohnen in Rheinland-Pfalz. Die übrigen leben in Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Der bundesweite Aktionstag gegen Hasspostings wurde vor drei Jahren vom BKA ins Leben gerufen. 2017 wurden nach Angaben der Behörde 2270 Fälle von Hasskriminalität im Internet registriert, 2018 waren es nur noch 1472 Fälle. Drei von vier Hasspostings lassen sich demnach dem rechtsextremen Spektrum zuordnen.

(ll/afp)

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