Deutschland
04.04.2020,Berlin,Deutschland,GER,die Stadt in Zeiten der Corona Pandemie. Eine Rossmann Filiale am Kurfürstendamm. *** 04 04 2020,Berlin,Germany,GER,the city in times of the corona pandemic A Rossmann branch on Kurfürstendamm

In einer Berliner Rossmann-Filiale kam es zu einem rassistischen Vorfall. Bild: www.imago-images.de / Stefan Zeitz

Rassismus-Skandal an Rossmann-Kasse: "Er fragte mich, ob ich Deutsch verstehe"

Die Berlinerin Vanessa H. erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter einer Filiale der Drogerie-Kette Rossmann.

Sie wollte am Dienstag ihren Einkauf mit der Karte zahlen und musste den Beleg unterschreiben, habe sich dann aber anhören müssen, dass das nicht ihre Karte sein könne und "eine Schwarze wie ich sowas nicht besitzen kann", berichtet H. in einem Video, dass der Linken-Abgeordnete Hakan Tas auf Facebook postete.

"Sie sagte, das könne ich nicht sein. Da stehe der Name einer Deutschen 'und Sie sind schwarz!'", zitiert die "Bild" am Samstag H. Mehrere Zeugen hätten bestätigt, dass die Aussagen so gefallen seien.

Polizist soll Rossmann-Kundin beleidigt haben

H. erzählte dem "Tagesspiegel", was dann weiter passiert sei. Die Vorgesetzte der Verkäuferin sei eingeschritten und habe H. ebenfalls vorgeworfen, dass die EC-Karte ihr nicht gehören könne. H. rief schließlich die Polizei.

Zwei Beamte seien gekommen, der eine Polizist sei nett gewesen und habe sich um den Sohn von H. gekümmert, der beim Einkauf dabei war. Der andere Beamte aber habe H. nach einem Gespräch mit den Rossmann-Mitarbeitern vorgeworfen zu lügen. Außerdem habe er gefragt, "ob ich überhaupt die deutsche Sprache verstehe", berichtete H. dem "Tagesspiegel".

Die Polizei Berlin teilte mit, sie habe ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung mit rassistischer Motivation eingeleitet. Sollte sich der Vorfall so abgespielt haben, wie berichtet, stehe auch "ein strafbares und disziplinarwürdiges Verhalten unseres Kollegen im Raum".

Die Drogeriekette Rossmann teilte dem "Tagesspiegel" mit: "Wir bedauern sehr, was unsere Kundin in unserer Filiale in Berlin erlebt hat. Aktuell arbeiten wir den Vorfall intern auf, um daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen."

(ll)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Norbert Nussbaum 14.06.2020 13:04
    Highlight Highlight Muss ein Polizist nicht vorsichtshalber so eine Frage stellen?
    Hat die angesprochene Person nicht ausreichend Sprachkentnisse so hat die Polizei die Verpflichtung einen Dolmetscher zu besorgen. Ansonsten droht den Beamten richtig Ärger.

    Klar, hätte man etwas freundlicher machen können, zumindest wenn die Aussagen so stimmen.
  • Zweiundvierzig 13.06.2020 11:25
    Highlight Highlight Der Vorfall wurde zuerst von t-Online dargestellt, der Bericht ist mittlerweile verschwunden - dort war zu lesen: Die Frau hat erst eine Versichertenkarte mit Lichtbild und ZWEI Vornamen (Belise Vanessa Henke o.ä.) vorgelegt.
    Auf der EC Karte steht nur Vanessa Henke.
    Das die Kassiererin da nachfragt ist berechtigt.
    Sollte Sie dies lautstark und mit rassistischer Konnotation gemacht haben ist das nicht tragbar.

    Ob man eine PIN, Ausweis, Unterschrift geben muss entscheidet übrigens nicht der Kassierer - sondern die Software der Bank.
    • MrMatrone 13.06.2020 21:54
      Highlight Highlight Maßgeblich ist der Rufname, egal wie viele Vornamen vorhanden sind. Und seit wann muss man bei Kartenzahlung einen Ausweis vorlegen, wenn man die Unterschrift auch mit der auf der Karte vergleichen kann? Pin-Nummer ist die Regel, eine zusätzliche Unterschrift kann verlangt werden. Den Ausweis zeigt man nur vor, wenn die Unterschrift vielleicht etwas verunglückt ist und nicht weil man einen Namen trägt den die Kassiererin nur weißen ("deutschen") Leuten zuordnen kann oder will.
    • Zweiundvierzig 14.06.2020 15:48
      Highlight Highlight MrMatrone - Alles richtig und wenn mir soetwas passiert ist nicht zufällig ein Linker MdB da und nimmt meinen Unmut auf Video auf...

      Bzw. ich habe keinen Unmut, da die Kassiererin nur ihren Job macht.
      UNd nochmal nicht die Kassiererin entscheided ob PIN oder Unterschrift, sondern die Bank (Software).
    • MrMatrone 15.06.2020 09:24
      Highlight Highlight Was die Pin UND Unterschrift betrifft habe ich NICHTS anderes geschrieben. Nur ob der Ausweis gezeigt werden muss entscheidet nicht die "Software"!
      Was den Politiker betrifft halte ich mich da zurück, da es einmal eben so heißt, einmal war es ein anderer Polizei- bzw. Kripobeamter. Solange das nicht klar ist äußere ich mich gar nicht über solche Details.
      Und wer nun ein Video aufnimmt um es als Beweissicherung zur Verfügung zu stellen ist doch egal - oder sind Sie auch gegen Politiker bestimmter Parteien voreingenommen?

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