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2018 wurden mehr Fälle von Rassismus, Sexismus und anderer Diskriminierung gemeldet, als im Vorjahr. Bild: getty images/montage: watson

Vor allem am Arbeitsplatz: Zahl gemeldeter Diskriminierungsfälle um 15 Prozent gestiegen

Die Zahl der Anfragen an die unabhängige Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist im vergangenen Jahr deutlich um 15 Prozent auf 3455 Fälle gestiegen. Wie der kommissarische Leiter der Stelle, Bernhard Franke, am Dienstag in Berlin mitteilte, bezogen sich mit 31 Prozent der Fälle die meisten Anfragen auf Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft oder rassistischer Zuschreibungen.

Franke erklärte dazu:

"Mit Sorge beobachten wir zudem eine Radikalisierung insbesondere rassistischer Ressentiments in weiten Teilen der Gesellschaft".

Allerdings seien von Alltagsrassismus betroffene Menschen heute auch eher bereit, ihre Erfahrungen zu artikulieren und ihr Recht zu verlangen.

Am zweithäufigsten gab es mit 29 Prozent der Fälle Anfragen wegen Diskriminierung wegen des Geschlechts, gefolgt von Behinderung (26 Prozent), Alter (14 Prozent), Religion (sieben Prozent), sexueller Identität (fünf Prozent) und Weltanschauung (zwei Prozent).

Vor allem Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt

Der Lebensbereich, der bei Diskriminierungen aller Merkmale am häufigsten genannt werde, war der Arbeitsmarkt. Mit 36 Prozent habe sich mehr als jede dritte Beratungsanfrage 2018 auf Diskriminierung im Arbeitsleben bezogen. Dazu zählten etwa Benachteiligungen Schwangerer in einem Arbeitsverhältnis, Diskriminierungen von Menschen mit zugeschriebenem Migrationshintergrund bei der Jobsuche oder Entgeltungleichheit.

Auffallend sei der Anstieg der Beschwerden zu sexueller Belästigung. Hier erhöhte sich demnach die Zahl der gemeldeten Fälle um 38 Prozent auf 193. Schon im Jahr davor hatte es einen Anstieg um 54 Prozent gegeben.

Die Gesellschaft ist sensibilisierter

Die Antidiskriminierungsstelle führt den Anstieg auch darauf zurück, dass die öffentliche Debatte über sexuelle Belästigungen offenbar zu einer höheren Sensibilisierung geführt habe und Betroffene nun Mut hätten, sich zu melden. Mit Ausnahme von fünf Fällen, bei denen Frauen für die sexuelle Belästigung verantwortlich gemacht wurden, wurden demnach nur Männer als Belästiger gemeldet.

Nach Fallgruppen unterschieden wandten sich dem Bericht zufolge am zweithäufigsten Menschen an die Antidiskriminierungsstelle, weil sie eine Benachteiligung bei Alltagsgeschäften erlebten. Dies machte insgesamt 27 Prozent der Fälle aus. Dazu zählten Benachteiligungen auf dem Wohnungsmarkt ebenso wie fehlende Barrierefreiheit behinderter Menschen oder auch diskriminierende Einlasskontrollen bei Klubs oder Diskotheken.

35 Menschen wandten sich an die Antidiskriminierungsstelle, weil ihnen aufgrund ihres ausländischen Ausweises ein Konto- oder Telefonvertrag verweigert wurde.

(fh/afp)

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