Deutschland
leere Regale in einem Supermarkt, Hamsterkaeufe waehrend der Corona-Krise 2020, Deutschland, NRW empty rack in a supermarket while panic buying at corona crisis, Germany, North Rhine-Westphalia BLWS609243 Copyright: xblickwinkel/fotototox

Bilder von leeren Regalen kommen aus ganz Deutschland. Doch sind die Lebensmittel wirklich knapp? Bild: imago images / blickwinkel / getty images / Deagreez / watson montage

Coronavirus: Kein Klopapier im Supermarkt? Hersteller gibt Entwarnung

Ob Konserven, Nudeln oder Klopapier: Aus Angst vor den Folgen des neuartigen Coronavirus decken sich einige Menschen mit Vorräten ein. In den sozialen Netzwerken kursieren jede Menge Bilder von leeren Supermarktregalen. Mitunter entsteht der Eindruck, es herrsche Produktknappheit. Stimmt das?

Fotos von leeren Regalen die Ausnahme

Von einem Lebensmittelengpass kann Experten zufolge keine Rede sein. Hygieneartikel sind derzeit in einigen Läden zwar ausverkauft, können aber nachbestellt werden. Fotos von leeren Regalen zeigen laut Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) Ausnahmen - nicht die Regel. "Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist gesichert", sagt BVLH-Sprecher Christian Böttcher.

leere Regale mit Infozettel in einem Supermarkt, Hamsterkaeufe waehrend der Corona-Krise 2020, Deutschland, NRW empty rack in a supermarket while panic buying at corona crisis, Germany, North Rhine-Westphalia BLWS609244 Copyright: xblickwinkel/fotototox

Bilder, die man aktuell oft zu sehen kriegt. Scheinbar nur eine Ausnahme. Bild: imago images / blickwinkel

Deutlich gestiegen ist laut Böttcher unter anderem die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Mehl und Zucker. Viele Märkte können darauf aber recht schnell reagieren: In Rewe- und Penny-Märkten etwa könne man dank des digitalen Systems "quasi in Echtzeit" sehen, was gekauft wird – und Bestellungen demententsprechend anpassen, erklärt der zuständige Sprecher Andreas Krämer. Heißt: Wird ein Produkt verstärkt von Kunden gekauft, wird es in größerer Anzahl oder öfter aus den Lagern geliefert.

Warum Klopapier gerade öfter ausverkauft ist

Bei Hygieneartikeln wie Klopapier funktioniert die Logistikkette laut Böttcher etwas anders als bei Lebensmitteln: "Sie werden in der Regel seltener nachbestellt, weil sie normalerweise weniger nachgefragt werden."

Wegen Coronavirus:leere Regale bei Drogeriemarktketten-wie hier in einer Filiale von Rossmann. Vor allem Toilettenpapier ist vielerorts ausverkauft. *** Due to coronavirus empty shelves at drugstore chains like here in a Rossmann store Especially toilet paper is sold out in many places

Leere Regale, wie hier bei Rossmann. Bild: imago images / Sven Simon / FrankHoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Zuletzt aber sei die Nachfrage nach Hygieneprodukten "sprunghaft angestiegen", heißt es etwa von der Drogeriemarktkette dm. "Aufgrund des abrupten Anstiegs sind temporär Produkte an manchen Standorten nicht erhältlich", erklärt Geschäftsführer Sebastian Bayer. Es seien jedoch Maßnahmen ergriffen worden, um die Versorgung wieder zu gewährleisten.

Vor allem Klopapier ist aktuell in vielen Supermärkten schwer zu bekommen

Es hänge von verschiedenen Faktoren ab, ob ein ausverkauftes Produkt direkt am nächsten Tag wieder im Regal steht oder ob es ein wenig länger dauert, sagt Böttcher: unter anderem von der Größe, vom Standort und vom Technisierungsgrad des Marktes. "Grundsätzlich aber gilt: Es gibt keine Versorgungsengpässe. Alle Geschäfte werden mit den nötigen Produkten versorgt – sofern die Hersteller sie liefern können natürlich." Bislang sei ihm von keinem Produkt berichtet worden, das gar nicht mehr lieferbar sei.

Auch Dm-Chef Christoph Werner hat sich mittlerweile in einem Interview zu den leeren Klopapier-Regalen geäußert. "Im Einzelhandel und beim Dm-Drogeriemarkt ist es ja so, dass wir die Belieferung unserer Dm-Märkte aufgrund von Prognosen auslösen, die wir über die zu erwartenden Abverkäufe tätigen", sagt er. "Da ist es in der Vergangenheit so gewesen, dass das relativ gut prognostizierbar war und deswegen die ganzen Prozesse auch darauf abgestimmt waren." Die Warenbestände, die dann im Lager oder in den Dm-Märkten gewesen seien, waren demnach genauso berechnet, dass es bis zum nächsten Wareneingang optimal gepasst habe. Mit der rapide gestiegenen Bevorratung der Menschen seien diese Prognosen nicht mehr richtig gewesen und würden nun angepasst.

Keine Engpässe bei Klopapier

Ein komplett anderes Bild zeigt sich beim Klopapier-Hersteller Essity. Der Hersteller zeigte Bilder seines Lagers auf Twitter und schreibt: "Niemand muss zu Hause Klopapier horten! Unsere Papiermaschinen und Fertigungsanlagen laufen 24 Stunden. Aus der Produktion geht's direkt ins Lager."

Ein Bild zeigt eine riesige Rolle Papier, die zu weiteren kleinen Rollen für den Verbraucher verarbeitet werden. Ein anderes Bild zeigt ein Lager, das bis zum Rand mit Toilettenpapier gefüllt ist.

Die Bilder zeigen: Hamsterkäufe sind nicht nötig.

(vdv/lin/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kolos 21.03.2020 13:20
    Highlight Highlight Die Leute sind sehr undiszipliniert. Wenn es kein Klopapier gibt, benutzen sie feuchte Tücher, was nicht falsch ist. Das Falsche ist, sie schmeissen diese Tücher in das Klo. Das verursacht aber irgendwo unterwegs, bis in der Endstation, wo das Wasser aufbereitet wird, eine Verstopfung . Die Techniker müssen alles dann mit der Hand aus den Röhren beseitigen. Man muss solche Tücher im Mülleimer entsorgen. Ich mache es auch mit dem normalen Klopapier, seit dem ich bei einer Kanalverstopfung draussen bei Starkregen ein Desaster erlebte (im Einfamilienhaus). Es geht alles.
  • Katzenmama 20.03.2020 20:07
    Highlight Highlight Es mag ja sein, dass bei den Herstellern ganz viel Klopapier vorhanden ist. Bei den Kunden kommt nichts an.
    Leere Regale, immer, überall. Kein einziges Geschäft hat noch Toilettenpapier. Vielleicht raffen die Hamster-Egoisten in Minuten alles weg, dem könnte man aber leicht abhelfen, indem man pro Kunde nur eine Packung verkauft.
    Und man könnte die Regale öfter mal nachfüllen.
    So dass auch die Kunden ihren Bedarf decken können, die eben nicht hamstern.
    So wie es sich jetzt darstellt, ist Bunkern auf Kosten der Allgemeinheit eine positive Strategie und Solidarität eine schlechte.
  • Peter Mayer 17.03.2020 12:50
    Highlight Highlight Hier in Köln- Aldi, LIdl, REWE- kein Papier zu bekommen.
    Aber es geht auch ohne, nur mit Wasser wie in Indonesien.
    Gut die Hände waschen versteht sich.
  • Dominik Kirchhof 16.03.2020 15:00
    Highlight Highlight Das ist ein falsch Meldung, egal ob in Thüringen, Badenwürtenberg, Rheinhessen,, ist zu 99% das Toilettenpapier Regal leer.
    • Thorsten 17.03.2020 12:44
      Highlight Highlight Woher wissen sie das so genau?
  • Ingrid Götzken 13.03.2020 11:26
    Highlight Highlight Diese Bilder sind KEINE Ausnahme ich habe das selber erlebt und dann gleich mehrmals. Eine Verkäuferin sagte mir, dass 3 x Tag Klopapier geliefert und eingeräumt wird, aber alles war leer. Ich habe dann das Wettrennen um 1 x Küchenrolle und 2 x Nudeln gewonnen, es waren die letzten.
    Als ich dann endlich in einem Laden Klopapier gefunden habe 3 Pakete, die ich mir mit 2 anderen Kundinnen geteilt habe, durfte ich sie nicht mehr aus den Augen lassen.
    Ich habe das Paket dann wie eine Trophäe zum Auto getragen und wurde gefragt wo ich das denn gekauft habe - das ist doch nicht mehr normal.....
    • Thorsten 15.03.2020 08:38
      Highlight Highlight Gestern,lidl bei Nürnberg bis auf Konserven alles da
    • Katzenmama 20.03.2020 20:07
      Highlight Highlight Stimmt.

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