Deutschland
Bild

Diese Schweine sollen bei einem Zulieferer von Tönnies gefilmt worden sein. Bild: Deutsches Tierschutzbüro

Aufgebissene Ohren, blutige Augen: Tierschutzbüro zeigt Schock-Video bei Tönnies-Zulieferer

Der Fleischproduzent Tönnies steht seit Wochen in der Kritik. Dabei geht es um zwei Punkte: Zum einen die schlechte Behandlung von Arbeitskräften, zum anderen um die schlechte Behandlung der Schlachttiere.

Nun ist ein Video aufgetaucht, das geradezu katastrophale Zustände bei einem Zulieferer des Fleischfabrikanten zeigen soll. Das Deutsche Tierschutzbüro hat es öffentlich gemacht.

Und was in den Aufnahmen zu sehen ist, die aus einem Betrieb eines Tönnies-Zulieferers stammen sollen, ist nichts für schwache Nerven. Oder für Menschen, die auch nur einen Funken Ethik haben. In einer Szene sieht man ein Schwein mit hervorstehendem, blutigen und stark geschwollenem Auge – das Tierschutzbüro vermutet, dass das Tier auf diesem Auge blind ist. In einer anderen Szene sieht man einen unbehandelten, Tennisball großen Abszess an einem Ohr. Die Bildaufnahmen sind nach Angaben des Tierschutzbüros vergangene Woche Montag in der Nacht zu Dienstag entstanden.

Die Zustände in der angezeigten Mastanlage seien grausam, so das Tierschutzbüro in einer Presseerklärung. So würden viele der Schweine an Verletzungen leiden, die ganz offensichtlich nicht behandelt werden. Die Pressesprecherin des Tierschutzbüros, Denise Weber, erklärt:

"Unzählige Schwänze und Ohren sind blutig gebissen, hier müsste der Mäster einschreiten, das tut er aber scheinbar nicht."

Solche gravierenden Verletzungen und Entzündungen passierten nicht über Nacht. "Hier scheint der Mäster seiner Fürsorge und Verantwortung nicht nachgekommen zu sein" so Weber weiter. Das zeige sich auch an den hygienischen Zuständen, in einigen Bereichen der Mastanlage drücke die Gülle durch die Spaltenböden nach oben.

Das Tierschutzbüro hat gegen den Tönnies-Zulieferer Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Zudem wurden am Donnerstag das zuständige Veterinäramt und das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf informiert und zum Handeln aufgefordert.

Tönnies reagiert mit Sperrung

Tönnies hat eine Stellungnahme zu den verdeckten Aufnahmen veröffentlicht. Ein Mitarbeiter erklärt darin, dass die Tiere von dem Betrieb auf ihre Gesundheit kontrolliert würden. Kranke Tiere würden nicht verarbeitet – wenn ein Tier schwere Verletzungen aufweise, werde es stattdessen getötet und "verworfen". Der Mäster, aus dessen Betrieb die Aufnahmen stammen sollen, sei bis auf Weiteres gesperrt worden.

Achtung! Hier kannst du dir das Video anschauen. Es enthält allerdings Bilder von stark verletzten Tieren und könnte psychisch belastend sein.

Aufgebissene Ohren, blutige Augen: Tierschutzbüro zeigt Schock-Video bei Tönnies-Zulieferer

abspielen

Video: YouTube/Deutsches Tierschutzbüro e.V.

(om)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

watson-Story

Kunde beschwert sich über Fleisch-Preis – Metzger reagiert empört

Gutes Fleisch hat seinen Preis. Und laut einer Umfrage, die kurz nach dem Tönnies-Skandal durchgeführt wurde, sind sehr viele Deutsche bereit, deutlich mehr für Fleischprodukte zu bezahlen.

Ein Metzger aus München hat allerdings andere Erfahrungen gemacht – zumindest mit einem Kunden. Der hatte sich mittels einer Google-Rezension beschwert, 2,10 Euro für ein Brötchen mit Leberkäse seien doch viel zu viel.

"Qualität und alles top, aber saftige Preise zum Teil. 2,10 für 'ne warme Leberkäs-Semmel …

Artikel lesen
Link zum Artikel