Deutschland
Bild

Halt, Stop, jetzt rede ich: Annalena Baerbock und Markus Söder bei "Anne Will". Bild: screenshot

"Schlechter demokratischer Stil!" Söder streitet bei "Anne Will" mit Baerbock

charlotte zink

"Jetzt bin ich dran!" So oder so ähnlich riefen sich Anne Wills Gäste am Sonntagabend immer wieder gegenseitig zur Ordnung. In der Sendung drehte sich mit Blick auf das Polit-Beben in Thüringen alles um die Frage: "Politik im Krisenmodus – wer hält das Land noch zusammen?" Und dabei wurde es ganz schön feurig.

Besonders hoch her ging es, als Grünen-Chefin Annalena Baerbock den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit AfD und Linken zur Sprache brachte: In diesem schließen die Christdemokraten aus, mit beiden Parteien zu koalieren oder in irgendeiner Weise zusammenzuarbeiten. Eine Mehrheitsfindung macht das in Thüringen nicht unbedingt einfacher.

Mit lauter Stimme setzte sich Baerbock gegen CSU-Chef Markus Söder durch, der ihr bei diesem Thema ins Wort fallen wollte. Mit Blick auf Thüringen kritisierte Baerbock, dass die CDU in ihrem Beschluss Rechtsextreme mit der Linksfraktion gleichsetze. Und das in einer Phase, in der das Zusammenstehen von Demokraten besonders gefragt sei.

Söder ist gegen Ramelow

Söder antwortete scharf, nicht ohne darauf zu verweisen, wie lange er ihrem Argument zuvor zugehört habe. Bodo Ramelow, der in Thüringen als Linken-Ministerpräsident kandidierte, habe sich nicht klar dazu bekannt, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei, erklärte Söder seine Haltung. Als Baerbock widersprechen wollte, würgte er sie ab.

Auf die Seite der Grünen-Chefin stellte sich bei diesem Diskussionspunkt am Sonntagabend FDP-Politiker Gerhart Baum. "In Thüringen muss Ramelow gewählt werden", sagte er bereits zu Beginn der Sendung. Und später in Richtung Söder: "Wenn Sie sich enthalten, droht wieder die Gefahr, dass die AfD dazwischen geht."

Söder war aber weiterhin für einen Ministerpräsidenten-Kandidaten der SPD oder der Grünen in Thüringen, auch wenn beide Parteien dem bereits eine Absage erteilt hat. Ramelow will sich wieder zur Wahl stellen – und hofft dabei auf die CDU.

Bild

Die Runde bei "Anne Will". Bild: ard screenshot

Den Wähler-Zulauf der rechten Partei sehe er als "Gefahr, die wuchert", erklärte Baum gleich am Anfang der Diskussion. Er fühle sich angesichts der Lage in Thüringen an NS-Politiker Joseph Goebbels erinnert, der dazu aufgerufen habe, die Demokratie mit den Waffen der Demokratie zu zerstören, so der 87-Jährige.

Beim Thema Kooperation mit der Linken ließ sich Söder jedoch auch von Baum nicht überzeugen: "Wenn die CDU mit der Linkspartei zusammenarbeitet, gibt es kaum ein Halten nach ganz rechts", so der bayrische Ministerpräsident zu Baums Empörung. Als Baerbock eine Anmerkung machen wollte, mahnte Söder sie:

"Ich finde es einen schlechten demokratischen Stil, ständig dazwischenzureden."

Doch die Grünen-Chefin ließ sich die Butter nicht vom Brot nehmen und beschuldigte Söder prompt eines "Monologs". "Sie doch auch!", entgegnete der. Kein Wunder, dass Anne Will angesichts derartig kindischer Kabbeleien an diesem Abend immer wieder schmunzeln musste.

Söder und die K-Frage

Übrigens verriet Söder in der Sendung auch: Der nächste CDU-Chef müsste nicht unbedingt auch der nächste Kanzlerkandidat der Union sein. Klang ein wenig danach, dass ein Bayer bei der K-Frage auch noch ein Wörtchen mitreden will.

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dorian 17.02.2020 12:50
    Highlight Highlight Wenn man sich so zickig und krankhaft gegen eine Partei ( AfD ) stellt, sind die für mich unwählbar. Ich hoffe, dieser Meinung sind mit der Zeit immer mehr Bundesbürger und geben diesen Schm... endlich mal dies, was sie verdienen : Unter 5% !!
    • Thorsten 17.02.2020 15:51
      Highlight Highlight Wenn sie sich gegen Faschisten stellt,ist die CDU unwählbar für sie? Finde, das ist der einzige Grund warum man sie wählen könnte.

Völkische Mädchengruppen tauchen in und um Dresden auf

Eine bisher unbekannte, offensichtlich völkische Mädchengruppe hat sich mutmaßlich am Wochenende in der Nähe von Dresden getroffen. Darauf weist ein Bild hin, das mutmaßlich im Elbsandsteingebirge, in der Nähe der sächsischen Hauptstadt, geschossen worden ist.

Verbreitet hat das Foto der Twitter-Account des Bündnisses "Dresden Nazifrei", ein seit 2009 aktiver Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen und Personen aus Dresden und der angrenzenden Region.

Verstörend wirkt das Bild besonders, …

Artikel lesen
Link zum Artikel