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Adidas macht für uns Schuhe aus Meeresabfall – aber was bringt's?

tibor martini 

Sneaker sind bequem, schick und passen zu allem – doch bis auf wenige Ausnahmen werden sie aus Plastik hergestellt und schaden so der Umwelt. Deshalb greifen jetzt auch die Hersteller verstärkt auf recycltes Plastik zurück. Doch bringt diese Aktion unseren Meeren wirklich was oder poliert sie nur das Image des Herstellers aus Herzogenaurach auf? 

Der Adidas-CEO Kasper Rosted verkündete Anfang dieser Woche, dass bereits eine Millionen Schuhe verkauft wurden. Im vergangenen Jahr hatte Adidas drei Varianten des "UltraBoost"-Sneakers auf den Markt gebracht. Jeder Schuh besteht aus elf Plastikflaschen, die im Ozean gefunden werden. 

Aber... 

Insgesamt verkauft Adidas pro Jahr ca. 300 Millionen Paar Schuhe. Das bedeutet: Die "UltraBoost"-Sneaker machen damit unter einem Prozent der Schuhe aus.

Wie viele Verpackungen, Flaschen und Tüten in den Weltmeeren herumschwimmen, weiß keiner genau. Schätzungen gehen von bis zu 150 Millionen Tonnen aus. Die EU-Kommission hat Zahlen gesammelt: Demnach wurden 2015 weltweit etwa 322 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Davon gelangen zwischen fünf und 13 Millionen Tonnen pro Jahr in die Umwelt, ein Großteil ins Meer.

Am Strand sieht das dann oftmals so aus: 

Eine Plastikflasche braucht 450 Jahre um abgebaut zu werden. Die Folgen für die Umwelt beschreibt der Naturschutzbund (NABU) so: "Die Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft kosten jedes Jahr bis zu 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel das Leben". Und das sind lediglich die sichtbaren Folgen: Es können auch giftige Stoffe aus dem Plastik in die Nahrungskette gelangen. 

Wenn Adidas also weniger als ein Prozent seiner Schuhe aus Plastikmüll herstellt, ist das nicht mehr als ein nettes Zeichen.

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Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

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