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Schöne Ferienstimmung, aber im kleinen Kurort Trüberbrook geschehen sehr seltsame Dinge. Bild: zvg

Warum das Game "Trüberbrook" ein kleines Meisterwerk ist

Ein ungewöhnlicher Grafikstil paart sich mit einer mysteriösen Geschichte. Beim "Deutschen Computerspielpreis" gab es für "Trüberbrook" zwei Auszeichnungen in den Kategorien "Bestes Deutsches Spiel" und "Beste Inszenierung". Höchste Zeit, dass wir uns das Game etwas genauer ansehen.

Simon Dick

Eigentlich wollte der amerikanische Physiker Hans Tannhauser nur ein bisschen runterkommen und von seiner Arbeit abschalten. Bei einem Preisausschreiben hat der Wissenschaftler mit deutschen Wurzeln einen Aufenthalt im Luftkurörtchen Trüberbrook gewonnen und freut sich nun auf eine große Portion Naturidylle. Hans trifft auf eine schöne heile Welt in den späten 1960er-Jahren, wie sie nur Heimatfilme vermitteln können. Doch in diesem Provinz-Dörfchen mit kauzigen, deutschen Einheimischen gehen ganz seltsame Dinge vor sich...

Gretchen hilft Hans

Als mitten in der Nacht ein Unbekannter in sein Hotelzimmer einbricht und mit wichtigen Arbeitsakten verschwindet, merkt Tannhauser schnell, dass er nicht per Zufall an diesem Ort gelandet sein kann. Auf der Suche nach dem Dieb unterhält er sich mit vielen eigenwilligen Bewohnern und erfährt somit immer mehr über die kuriose Vergangenheit von Trüberbrook.

Ein altes Bergwerk, ein angeblich verlassenes Sanatorium und ein nebliges Moor wecken das Detektiv-Gen in ihm. Unterstützung bekommt er dabei von Gretchen, einer Anthropologin, die ebenfalls als Wissenschaftlerin das große Rätsel um den Luftkurort lösen möchte. Zusammen begeben sie sich auf eine kurzweilige Reise, die viele Überraschungen auf Lager hat.

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Mitten in der Nacht wird Hans bestohlen und der Täter hinterlässt sehr komische Spuren auf dem Fussboden. Bild: zvg

Mysteriös wie bei "Akte-X"

Die Atmosphäre in "Trüberbrook" ist ein Genuss. Man spürt richtig, wie das Tempo heruntergefahren wird und sich eine entspannte Entschleunigung breit macht. Alles entwickelt sich zunächst gemächlich, so dass man in einen wunderschönen Sog gerät und das Abenteuer so gut wie in einem Ruck durchspielt.

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Welches Geheimnis steckt in dieser alten Forschungsanlage tief unter der Erde? Bild: zvg

Die mysteriöse Hintergrundgeschichte, die an TV-Serien wie "Akte-X" oder "Twin Peaks" erinnert, sorgt für zusätzliche Spannung. Man möchte unbedingt das Geheimnis lüften, das diesen faszinierenden Kurort umgibt.

Was ist vor Jahren in diesem Bergwerk nur passiert? Warum ist im Hotel eine Türe seit Jahren verschlossen? Und was verbirgt sich nur in diesem nebligen Moor? Dies sind nur drei von vielen Fragen, denen man nachgeht und Schritt für Schritt alles miteinander kombiniert, um ein Gesamtbild zu erhalten.

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Jeder einzelne Spielabschnitt hat eine besonders geheimnisvolle Atmosphäre. Bild: zvg

Blick in ein Puppenhaus

Der Star des Spiels ist aber zweifellos die Optik. Sämtliche Landschaften und Innenräume sehen wie Miniaturkulissen in einem Puppenhaus aus. Der Clou: Es sind Miniaturkulissen. Die Macher von btf (bildundtonfabrik) haben jede Szenerie in einer Werkstatt von Hand gebaut, diese dann mit echtem Licht inszeniert und schließlich abfotografiert, um sie dann digital ins Videospiel zu integrieren und noch grafisch aufzubereiten.

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Jede Szenerie wurde in einer Werkstatt von Hand gebaut. Bild: zvg

Dadurch entstand ein plastischer, sehr vertrauter Look, der vor allem ältere Spielerinnen und Spieler an die Puppentheater-Sendungen aus dem TV-Programm der 70er- und 80er-Jahre erinnern wird. Somit sorgt das Spiel nicht nur für eine neue optische Erfahrung, sondern weckt auch noch gleichzeitig ganz viele Nostalgiegefühle und versprüht dadurch konstant eine wohlige Wärme.

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Das Hotelzimmer wurde vor dem digitalen Transfer von Hand gebaut. Bild: zvg

Kommunizieren und kombinieren

"Trüberbrook" ist ein Point-and-Click-Abenteuer. Als Spieler dirigiert man die Figur durch die Abschnitte, kitzelt aus den Personen alte Geschichten heraus, sammelt Gegenstände, setzt sie an bestimmten Stellen ein und kombiniert sie miteinander, um im Spiel weiterzukommen.

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Bild: zvg

Das Kombinieren von Utensilien wird jedoch vom Spielsystem selber übernommen. Das bedeutet, dass an bestimmten Stellen bereits alle nötigen Gegenstände, sofern man sie eingesammelt hat, schon automatisch ausgewählt werden und man nicht noch selber kombinieren muss. Dadurch fällt der Schwierigkeitsgrad sehr niedrig aus. Wie man jedoch die einzelnen Objekte der Begierde bekommt oder findet, ist manchmal ganz schön knifflig.

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Um im Hotel bedient zu werden, muss man zuerst eine kleine Aufgabe lösen. Bild: zvg

Man spricht deutsch

Da das Spiel in einem deutschen Setting stattfindet, ist es sehr zu empfehlen, das Werk auch mit der deutschen Sprachausgabe zu genießen. Ansonsten gehen nicht nur ganz viele Wortwitze und Dialekte verloren, sondern man verpasst auch Synchronstimmen wie etwa die von Nora Tschirner oder Jan Böhmermann, die den entsprechenden Figuren eine besondere Note verpassen.

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"Trüberbrook" besitzt durchgehend eine wunderschöne Atmosphäre. Bild: zvg

Ein Abenteuer mit ganz viel Herz

Fazit: "Trüberbrook" ist trotz gemächlichem Spieltempo leider schnell durchgespielt. Nach etwa sechs Stunden sieht man schon den Abspann über den Bildschirm laufen. Doch der Kurztrip in das mysteriöse Örtchen ist ein wunderschönes Erlebnis. Die unverbrauchte Optik ist ein Traum, weckt Nostalgiegefühle und die vielen kauzigen Bewohner wachsen einem schnell ans Herz. Ein melancholischer Soundtrack, trockener Humor und eine spannende Mystery-Geschichte sorgen für zusätzliche Substanz. Wer ein Point-and-Click-Abenteuer mit ganz viel Herz sucht, ist mit "Trüberbrook" definitiv fündig geworden.

"Trüberbrook" ist erhältlich für Switch, Playstation 4, Xbox One, Windows, Mac und Linux. Freigegeben ab 12 Jahren.

Hat euch "Trüberbrook" auch gefallen oder spielt ihr lieber andere Point-and-Click-Abenteuer?

DoktorFroid will mit dir spielen - aber nur im Splitscreen!

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