Digital
Bild

Damit können "Beschützer" Reisen von Frauen verbieten. Bild: imago/playstore/montage

Apple und Google wollen App, die in Saudi-Arabien Frauen kontrolliert, nicht sperren

Im ultrakonservativen Saudi-Arabien darf eine Frau kaum etwas selber entscheiden – fast immer ist die Zustimmung eines sogenannten männlichen "Beschützers" erforderlich. Der entschiedet darüber, wen sie heiraten darf, ob und welcher Arbeit sie nachgehen darf und ob und wohin sie reisen darf. Sogar über alltägliche Sachen, wie zum Beispiel den Kauf von Hygieneprodukten, entscheiden in viele Fällen die Männer.

Seit Februar macht es die Regierung den "Beschützern" leichter. Mit der App namens "Absher" können Männer die Reiserechte ihrer Frauen einschränken. Ein Mausklick reicht dafür.

Nun berichtet "Insider", dass Google die App geprüft habe und entschieden habe, dass sie nicht gegen die Nutzungsbedingungen des Play Store verstoße. Bei Apple sei die Prüfung indes noch nicht abgeschlossen, heißt es dort weiter. Das Online-Magazin beruft sich dabei auf eine Kongressabgeordnete, die mit Kolleginnen und Kollegen die Sperrung der App gefordert hatte.

Das sagen Menschenrechtsorganisationen zu Absher:

Nach Amnesty International oder Humans Rights Watch verstößt die App ganz klar gegen die Richtlinien der beiden Konzerne. Google und Apple legen in ihren jeweiligen Richtlinien fest, dass Apps verboten seien, die Bedrohung oder Belästigung erleichtern würden. Obwohl die App noch viele weitere, harmlose Dienstleistungen der Regierung anbietet, verstößt Absher mit der Überwachungsfunktion eindeutig gegen diese Regelungen. Jedes Jahr versuchen schätzungsweise mindestens 1000 Frauen aus Saudi-Arabien zu fliehen – etwas, das mit dieser App unterbunden werden soll.

(hd)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hochfunktionale Depression: Wenn niemand merkt, wie krank du wirklich bist

Liliana Kröger (Name von der Redaktion geändert), 34, leidet an einer sogenannten atypischen Depression: Obwohl sie erfolgreich im Beruf ist und ihren Alltag gut bewältigt, ist sie depressiv. Ihre Form der Depression wird manchmal auch "hochfunktionale Depression" genannt. Lilianas Leiden wurde jahrelang nicht diagnostiziert – unter anderem auch, weil sie sich nicht zum Arzt traute, da sie sich nicht "krank genug" fühlte. So empfindet ein Mensch, der nach außen hin seinen Alltag meistert – und tr

Heute morgen wache ich auf und es ist schon hell, aber die Sonne scheint nicht. Zumindest fühlt es sich so an.

Ich drücke den Snooze-Button auf meinem Wecker, nur noch zehn Minuten. Ich fühlte mich wie gerädert, frage mich, wie ich aus dem Bett kommen soll. Die letzte Nacht habe ich wieder schlecht geschlafen, im Traum ist die Welt untergegangen. Das träume ich häufig, wenn es mir nicht gut geht.

Ich quäle mich aus dem Bett, ziehe mich an, lese die Nachricht einer Freundin, die mich heute Abend …

Artikel lesen
Link zum Artikel