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IFA Berlin Deu, Deutschland, Germany, Berlin, 10.09.2019 Besucher am Stand von Huawei promoting das neue P30 Pro smartphone mit Android 10 auf der ifa, Internationale Funkausstellung, Messe fuer Unterhaltung, Unterhaltungselektronik in Berlin 2019. Visitors at the booth of Huawei promoting its P30 Pro smartphone at the Consumer Electronics Fair ifa, International Funkausstellung in Berlin, Germany. IFA is Europe s largest consumer electronics and home appliances fair, showing the new technology trends in the world. The 2019 IFA fair will be open to the public from September 6-11 2019 and features the global technology industry.

Bild: www.imago-images.de

Warum Huaweis neuem Top-Smartphone in Europa schon vor dem Start das Aus droht

Am Donnerstag will Huawei mit der Präsentation des Mate 30 Pro die Smartphone-Fotografie auf das nächste Level heben. Doch nun deutet immer mehr darauf hin, dass die Chinesen den Europaverkauf vorerst streichen. Punkten wollen sie dafür mit einem Smart-TV.

Pascal Scherrer / watson.ch

Am Donnerstag um 14.00 Uhr beginnt in München die Präsentation von Huawei, bei der die Chinesen das zeigen, was sie unter einem Top-Smartphone verstehen. Das Mate 30 Pro dürfte die Messlatte für Smartphone-Fotografie erneut ein Stück höher legen, leidet aber softwareseitig unter dem US-Bann.

Hier erfährst du, was wir an der Präsentation an Neuheiten erwarten dürfen, welche Probleme Huawei lösen muss und warum ein Europastart in weite Ferne rückt.

Diese Smartphones sehen wir

Noch vor wenigen Tagen war über die kommende Mate-30-Reihe kaum etwas bekannt. Dies hat sich nun kurz vor der Präsentation schlagartig geändert. Fast schon im Stundentakt sickern neue Bilder durch, was es für die Chinesen schwer machen dürfte, noch eine Überraschung aus dem Hut zu zaubern.

Inzwischen ist auch ein erstes Video aufgetaucht, das das Gerät in Aktion zeigt:

Im Wesentlichen hat Huawei vor allem wieder an der Kamera gearbeitet. Wie bereits beim Schwestermodell P30 Pro ist mit einer Tele-, Macro- und Ultraweitwinkellinse zu rechnen. In einem kurzen Werbeclip zum Launch-Event deutet Huawei auch an, dass man wohl im Bereich Nachtmodus und Zeitlupe neue Maßstäbe setzen will. Es dürfte sicher interessant werden, zu sehen, ob die Chinesen Apples neuen Nachtmodus im iPhone 11 Pro toppen können.

Besagter Werbespot:

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Video: YouTube/Huawei Mobile

Techfans wird freuen, dass Huawei seinen neusten, hauseigenen Chip verbaut hat und die Mate-30-Serie damit 5G-fähig sein wird. Auch sonst protzt das Huawei Mate 30 Pro, wie bei einem Highend-Gerät üblich, mit Spitzenspezifikationen.

Obwohl im Vorfeld vier verschiedene Mate-30-Varianten durchgesickert sind, dürfte Huawei in München höchstwahrscheinlich nur die drei Spitzenmodelle vorstellen:

Bereits in der Vergangenheit haben die Chinesen das günstigere Lite-Modell bei den Präsentationen jeweils höchstens am Rande erwähnt, um den Fokus auf die teureren Highend-Modellen zu lenken. Die Lite-Version wurde dann meist etwas später still und leise per Pressemitteilung lanciert.

Wie werden die fehlenden Google Apps kompensiert?

Weitaus interessanter dürfte bei der Präsentation werden, wie Huawei mit dem USA-Dilemma umgeht. Bekanntlich darf der Konzern die Mate-30-Modelle nicht mit Google-Apps ausliefern, was für europäische Durchschnittsnutzer ein No-Go ist.

Die brennendsten Fragen sind da natürlich, ob und wie der Konzern die App-Sperre von Google umgehen will. Huawei-Mobile-CEO Richard Yu hat bereits angedeutet, dass User die Apps selber nachinstallieren können. Da viele Endverbraucher damit wohl aber überfordert sein dürften, stellt sich die Frage, ob Huawei eine Art Anleitung zur Verfügung stellt oder einen sonstigen Workaround gefunden hat.

Streicht Huawei den Europaverkauf?

Eine weitaus schlechtere Alternative für Huawei-Fans wäre, wenn die Geräte vorerst gar nicht erscheinen würden. Denn es ist durchaus denkbar, dass Huawei die Mate-30-Reihe außerhalb Chinas nicht ohne Google-Apps auf den Markt bringt. Wie Lets Go Digital unter Berufung auf zwei Insider berichtet, scheint das tatsächlich der Fall zu sein. Demnach habe man sich bei Huawei entschieden, den Verkauf aller Mate-30-Modelle in Zentraleuropa vorerst auf Eis zu legen.

Aus der Sicht von Huawei macht das durchaus Sinn. Mobilfunkanbieter, aber auch große Ladenketten, die Handys am liebsten zusammen mit Verträgen verkaufen, dürften die Mate-30-Modelle ohne Google-Lizenz erst gar nicht in ihr Sortiment aufnehmen. Ebenfalls bestünde für die Shops auch das Risiko, dass Verkaufspersonal durch Kunden blockiert würden, die mit dem Installieren des Play Stores überfordert sind. Erhältlich werden die Mate-30-Modelle in Europa trotzdem sein, wenn auch nur via Import.

Hat es Android 10?

Im Moment sieht alles danach aus. Android ist Open Source und daher vom US-Bann nicht betroffen. Die Mate-30-Modelle dürften also ganz regulär mit Android 10 erscheinen. Darüber wird Huawei die neuste Version seiner Benutzeroberfläche EMUI legen.

Was ist mit HarmonyOS?

Und dann wäre da noch HarmonyOS, das neue Betriebssystem von Huawei, welches Android im schlimmsten Fall ersetzen soll. Bisher hat Huawei vor allem viel versprochen, aber kaum etwas Konkretes gezeigt. Zwar kommt das hauseigene Betriebssystem bereits auf einem Fernseher der Tochter Honor zum Einsatz, doch aus europäischer Sicht ist weit interessanter, ob HarmonyOS für Smartphones bereit ist.

Bild

Der Fernseher kommt mit HarmonyOS honor

In den letzten Monaten haben sich die Gerüchte zu Huaweis Eigenentwicklung überschlagen. Kurzzeitig hieß es sogar, das Mate 30 Pro würde mit HarmonyOS erscheinen, was sich aber schnell als Quatsch herausgestellt hat. Kann sich der Konzern mit den USA nicht einigen, wird aber wohl spätestens das im Frühling erscheinende Huawei P40 Pro mit HarmonyOS erscheinen. Richard Yu hat auch bereits angekündigt, im nächsten Jahr erste Einsteiger-Smartphones mit HarmonyOS auf den Marktbringen zu wollen – zumindest in China.

Richard Yu, CEO of Huawei's consumer business group, holds a speech at the IFA consumer tech fair in Berlin, Germany, September 6, 2019. REUTERS/Hannibal Hanschke

Huaweis Mann für Consumer-Produkte: Richard Yu Bild: X02197

Von daher wäre es plausibel, wenn sich Huawei in München bereits etwas mehr in die Karten schauen lässt – auch, um Druck auf Google auszuüben. Der Tech-Konzern verdient mit Huawei so viel Geld, dass er sicher kein Interesse hat, dass Huawei sein eigenes Betriebssystem weltweit auf Smartphones bringt.

Was stellt Huawei sonst noch vor?

Nebst den neuen Top-Smartphones hat Huawei auch eine Smartwatch und ein Fitnessband im Gepäck. Das zeigen erste Bilder des bekannten Leakers Evan Blass. Überraschend ist, dass angeblich beide Wearables mit HarmonyOS laufen sollen. Damit wären sie die ersten tragbaren Geräte mit Huaweis eigenen Betriebssystem.

Für die größte Überraschung dürfte wohl der Fernseher sorgen, den Huawei laut Blass präsentieren wird. Auch der Fernseher soll Huawei bereits auf HarmonyOS setzen. Da man mit dem Tochterunternehmen Honor bereits einen TV mit HarmonyOS im Programm hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser Leak stimmt.

Der Fernseher soll einen 65-Zoll-Bildschirm mit 8K-Auflösung haben und sogar 5G-fähig sein. Hinzu kommen noch allerlei technische Spielereien wie HDR10 oder eine Frontkamera für Videochats. Laut Gerüchten könnte der Huawei-TV sogar in zwei Varianten kommen, einem Pro-Modell und einem Einsteigermodell.

Zuletzt werden die Chinesen ziemlich sicher noch ein Tablet vorstellen. Das MediaPad M6 ist dabei kein neues Gerät, war bisher aber nicht außerhalb Chinas erhältlich. Das Tablet wird eine Bildschirmdiagonale von 10.8 Zoll haben, in Full-HD auflösen und mit einem Stift bedienbar sein. Welches Betriebssystem darauf laufen wird, ist aktuell noch unklar.

Gibt es ein "One More Thing"?

Schwer zu sagen. Die Chinesen sind bekannt dafür, nach Lust und Laune noch spontan etwas vorzustellen. 2017 war das beispielsweise eine aufsteckbare 360°-Kamera, die so kurzfristig vorgestellt wurde, dass damals nicht einmal die PR-Abteilung Bescheid wusste.

Womöglich hätte dieses One More Thing der HarmonyOS-Fernseher sein sollen. Gut möglich also, dass nun ein paar Leute bei Huawei ob des Leaks ganz schön sauer sind.

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