International
Bild

Buschbrände halten Australien in Atem – und setzten immer stärker auch Koalas zu. Bild: picture alliance/TT NEWS AGENCY/Instagram/montage watson

Buschbrände wüten in Australien – immer mehr Koalas leiden

Immer neue Buschbrände lassen die Feuerwehr in Australien nicht zur Ruhe kommen. Jetzt müssen Zehntausende Menschen im Bundesstaat Victoria fliehen. Auch Australiens Koalas leiden immer stärker unter den Bränden.

Wegen neuer Buschfeuer im Süden Australiens haben die Behörden im Bundesstaat Victoria die Einwohner und rund 30.000 Touristen in der Region Gippsland aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen.

Wer bis zum Montagmittag (Ortszeit) nicht aus dem Urlaubsort Lakes Entrance rund 320 Kilometer östlich von Melbourne entkommen sei, dem sei nun der Weg durch die Flammen versperrt, sagte der Chef der örtlichen Rettungsdienste, Andrew Crisp, Reportern.

Koalas sterben in den Flammen

Doch nicht nur Menschen gehören zu den Leidtragenden der Buschbrände. Immer mehr wird auch Australiens Tierwelt in Mitleidenschaft gezogen, allen voran die Koala-Population. Etwa 30 Prozent ihres natürlichen Lebensraums seien bereits von dem Flammen vernichtet worden, berichtet etwa das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Mehrere tausend Tiere verendeten bereits in den Flammen oder starben an indirekten Auswirkungen der Feuer, etwa an Wassermangel. Laut der australischen Umweltministerin Sussan Ley kamen allein in New South Wales rund 8400 Koalas ums Leben – ein Drittel der Gesamtpopulation des Bundesstaats.

Am Sonntag sorgte ein Video für Aufsehen, dass das Leid der Tiere sehr treffend zeigt. Zu sehen ist in dem herzzerreißenden Clip ein Koala, der auf Fahrrad einer Radlerin geklettert ist. Gierig trinkt das Tier aus der Flasche der Frau. "Dieser Koala kam genau auf mich zu, während ich abstieg. Er kletterte auf mein Rad und ich gab ihm Wasser", kommentierte die Australierin ein Foto von dem Erlebnis auf Instagram.

Feuer wüten auch in anderen Teilen Australiens

Auch andere Teile des Landes müssen der Flammen Herr werden. In Victoria kämpften Feuerwehrleute gegen 20 Meter hohe Flammen. Rauchsäulen erreichten eine Höhe von bis zu 14 Kilometern. "Es ist gefährlich da draußen", so der Rettungsdienstleiter Crisp. "Die Menschen müssen die Bedingungen vor Ort im Auge halten, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen." In der Region herrschten zuletzt Temperaturen von über 40 Grad. Meteorologen zufolge sollte sich am Montagabend der Wind drehen und die Feuer weiter anfachen.

Auch auf der Känguru-Insel vor der Küste von Southern Australia brachen Feuer aus. Eine hohe Brandgefahr bestand den Behörden zufolge auch in der Gegend um Adelaide, wo die Temperaturen zuletzt die 40-Grad-Marke überschritten.

Bereits zehn Menschen starben

Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. New South Wales im Südosten des Landes ist besonders schwer betroffen. Allein hier ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Fast 1000 Häuser wurden zerstört.

Bei Löscharbeiten in der Nähe des Ortes Jingellic rund 240 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Canberra wurde am Montag ein freiwilliges Mitglied der Feuerwehr getötet, wie die Organisation bei Twitter mitteilte. Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei den Bränden auf zehn.

Für Dienstag erwarten Meteorologen im Westen Sydneys Temperaturen von bis zu 44 Grad, in einigen Städten im Inneren des Landes sollen die Temperaturen gar auf 45 Grad klettern. Dazu soll es Unwetter mit starken Winden und einzelnen Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern geben.

Wenn du spenden willst:

Australisches Rotes Kreuz: Red Cross

Feuerwehr: CFA / RFS

WWF

GERF

(pcl, mit dpa)

Gute Nachricht

Im Great Barrier Reef: Meeresforscher entdecken neues Korallenriff

Meeresforscher haben zum ersten Mal seit 120 Jahren ein riesiges, freistehendes Korallenriff in Australiens weltberühmtem Great Barrier Reef entdeckt. Das Riff sei mehr als 500 Meter hoch – und damit höher als das Empire State Building in New York oder die Petronas Towers in Kuala Lumpur, teilte die Stiftung Schmidt Ocean Institute am Montag mit. Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff "Falkor", das sich auf einer zwölfmonatigen Reise zur Erforschung des Ozeans rund um Australien …

Artikel lesen
Link zum Artikel