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"Sei bereit, Russland" – Die wichtigsten Fakten zur drohenden US-Offensive in Syrien

US-Präsident Trump hat als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma am Mittwoch in aller Deutlichkeit einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. Die Raketen "werden kommen", schrieb Trump auf Twitter

Trump droht Russland mit Raketen

Trump hatte schon vor einigen Tagen eine "starke Reaktion" auf den mutmaßlichen Giftangriff in Duma angekündigt und gewarnt, die Verantwortlichen müssten einen "hohen Preis" dafür zahlen. Nun warnte er Russland ausdrücklich vor einer Unterstützung Assads.

"Sei bereit, Russland, denn die Raketen werden kommen, hübsch und neu und smart!"

Donald Trump

Russland habe angekündigt, "alle auf Syrien abgefeuerten Raketen abzuschießen", schrieb der US-Präsident in einem Tweet. "Sei bereit, Russland, denn sie werden kommen, hübsch und neu und smart!"

Den Ernst der Lage deutlich machte am Mittwochmorgen eine Warnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) und der Flugsicherung Eurocontrol: Die Fluggesellschaften sollten wegen der Gefahr von Luftangriffen in Syrien besondere Vorsicht im östlichen Mittelmeer walten lassen.

Innerhalb der nächsten drei Tage könnten Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden. Zudem könne es zu Störungen von Navigationsgeräten kommen.

Russland droht, die US-Raketen abzuschießen

Der russische Präsident Wladimir Putin rief zur Vernunft auf. Russland werde alle seine Verpflichtungen nach dem Völkerrecht respektieren und konstruktive Beziehungen zu seinen Partnern im Ausland aufbauen. Das russische Militär erklärte, Aktivitäten von US-Marineeinheiten im Golf zu registrieren. Man beobachte die Situation um Syrien herum genau.

Russlands Botschafter im Libanon, Alexander Sasypkin, hatte erklärt, sollten die USA Syrien mit Raketen angreifen, dann würden diese abgeschossen und auch die Abschussvorrichtungen ins Visier genommen.

"Unsere Beziehung zu Russland ist schlechter als je zuvor."

Donald Trump.

Nach seinen Worten sind US-Kriegsschiffe in der Region ein potenzielles Angriffsziel, wenn von ihnen Marschflugkörper auf Syrien abgefeuert würden. Damit würde eine direkte Konfrontation der beiden Atommächte drohen.

Das Verhältnis der USA zu Russland sei mittlerweile "schlechter als es je war, den Kalten Krieg eingeschlossen", erklärte Trump in einem weiteren Tweet.

England mischt jetzt auch mit

Derweil ist auch die britische Premierministerin Theresa May bereit für einen Militäreinsatz in Syrien. Dies berichtet die BBC. Sie würde dabei nicht auf eine Abstimmung im Parlament warten, heißt es weiter. 

Trump-Sprecherin relativiert

Das Weiße Haus ist bezüglich eines Angriffes zurückgerudert. Gegenüber US-Medien sagte die Trump-Sprecherin Sarah Sanders: "Ein Angriff ist sicher eine Option, aber das heißt nicht, dass es die alleinige Option ist oder das einzige, was der Präsident tun könnte oder auch nicht."

Derzeit würden Gespräche mit Israel, Saudi-Arabien, Frankreich und Großbritannien geführt. Eine Entscheidung, wie es nun weiter gehe, sei aber noch nicht gefallen.  "Noch sind alle Optionen sind auf dem Tisch."

Syrische Streitkräfte fürchten einen Angriff

Die syrischen Streitkräfte räumten weitere Stützpunkte, darunter die Militärbasis Dmeir, von der aus zuletzt die Luftangriffe der Regierung auf die belagerte Rebellenhochburg Ost-Ghuta ausgeführt wurden. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die dem Assad-Regime nahe steht. Bereits am Dienstag hatte die syrische Armee damit begonnen, sich von einigen Stützpunkten zurückzuziehen.

Um die Situation zu entspannen, hatte die syrische Regierung am Dienstag internationale Experten gebeten, den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff zu untersuchen. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) kündigte daraufhin an, bald ein Expertenteam nach Duma zu schicken.

Am Mittwoch forderte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) "sofortigen und ungehinderten Zugang" zum Gebiet, um die Opfer behandeln zu können. Bei etwa 500 Spitalpatienten seien Symptome festgestellt worden, die aufträten, wenn man giftigen Chemikalien ausgesetzt sei.

(afp/reu/dpa)

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