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EDS NOTE: GRAPHIC CONTENT - The bodies of Salvadoran migrant Oscar Alberto Martínez Ramírez and his nearly 2-year-old daughter Valeria lie on the bank of the Rio Grande in Matamoros, Mexico, Monday, June 24, 2019, after they drowned trying to cross the river to Brownsville, Texas. Martinez' wife, Tania told Mexican authorities she watched her husband and child disappear in the strong current. (AP Photo/Julia Le Duc) |

Bild: picture alliance/ AP Images/ Julia Le Duc

Ein Foto zeigt die tödlichen Folgen von Trumps Migrationspolitik

Im Sommer 2015 ertrank der zwei Jahre alte Syrer Alan Kurdi im Mittelmeer. Das Foto der nassen Kinderleiche, angespült an einer türkischen Mittelmeerküste, ging um die Welt und steht noch heute sinnbildlich für die tödlichen Folgen von Abschottung gegenüber Hilfesuchenden.

Jetzt gibt es wieder ein Foto eines toten Kindes, ertrunken diesmal an einer anderen nassen Grenze – dem Rio Grande.

Der Fluss trennt Mexiko von den USA und ist jährlich für tausende Menschen aus Mittel und Lateinamerika die letzte Hürde, bevor sie am Ziel ihrer Flucht sind.

Das unerträgliche Foto zeigt den 25-jährigen Óscar Martínez Ramírez aus El Salvador und sein knapp zweijähriges Kind, laut einem Bericht der "Welt" heißt es Valeria, die mit dem Gesicht nach unten im Wasser des Rio Grande zwischen Mexiko und den USA liegen. Die Kleine hat den Arm noch um ihren Vater geschlungen. Es ist, man kann es nicht anders sagen, ein herzzerreißendes Bild.

Beide hatten das rettende Ufer schon erreicht

Ramírez, der mit seiner 21-jährigen Ehefrau und der gemeinsamen Tochter aus El Salvador geflohen war, hatte am Sonntag entschieden, auf dem Weg in die USA den Rio Grande zu überqueren, wie aus mexikanischen Gerichtsunterlagen hervorgeht. Das Überqueren des Flusses gilt als äußerst gefährlich.

Der Vater trug seine kleine Tochter demnach auf dem Rücken und hatte sie in seinem T-Shirt festgezurrt, um sie auf diese Weise zu sichern. Dabei sollen die beiden sogar bereits das rettende Ufer erreicht haben – doch die Tochter folgte offenbar dem Vater zurück in den Fluß, als der ihrer Mutter helfen wollte.

Die starke Strömung riss die beiden fort – beide ertranken vor den Augen der Mutter. Diese überlebte die Überquerung des Flusses. Die beiden Leichen wurden am Montag in Matamoros im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas gefunden. Knapp einen Kilometer weiter verbindet eine Brücke die USA und Mexiko.

US-Präsident Donald Trump steht nun für den Tod der beiden Geflüchteten in der Kritik. Der Demokrat Beto O’Rourke, ehemaliger Kongressabgeordneter aus El Paso, Texas, machte Trump persönlich für den Tod der beiden Menschen verantwortlich. "Seine Regierung weigert sich, unsere Gesetze zu befolgen, in dem sie Flüchtende davon abhält, an unseren Grenzübergängen um Asyl zu bitten, und zwingt Familien so, zwischen zwei Übergängen die Grenze zu passieren, was zu größerem Leid und Tod führt", schrieb O’Rourke auf Twitter.

"Das geht auf Kosten unserer Menschlichkeit und trägt nicht zu unserer Sicherheit bei."

Beto O’Rourke

Trump setzt Mexiko mit Sanktionen unter Druck

Auch Mexikos Regierung sieht sich zunehmender Kritik wegen ihres Umgangs mit Migranten ausgesetzt. Der linksgerichtete Präsident Andrés Manuel López Obrador war zuletzt wegen Fotos eines AFP-Journalisten in die Kritik geraten, die zeigten, wie schwer bewaffnete Nationalgardisten zwei geflüchtete Frauen und ein Mädchen in Gewahrsam nehmen.

Obrador sorgte daraufhin mit der Aussage für Irritationen, es sei nicht vorgesehen, dass die Armee Migranten am Überqueren der US-Grenze hindere. Ein Befehl zur Festnahme existiere nicht. Er dementierte damit Angaben seines eigenen Verteidigungsministers.

López Obrador steht derzeit unter massivem Druck. Donald Trump hatte Mexiko aufgefordert, Migranten auf dem Weg in die USA aufzuhalten und mit Strafzöllen gedroht. Infolge eines Migrationsabkommens mit Washington schickte Mexiko fast 15.000 Polizisten und Soldaten an seine Nordgrenze, um die ungeregelte Einwanderung aus Mittelamerika in die USA zu bremsen.

(pcl/afp)

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