International

Frühere CIA-Agentin will gegen Trump im Kongress kämpfen: Ihr Wahl-Werbespot ist kinoreif

Valerie Plame war CIA-Agentin und kandidiert für den US-Kongress. Nun sorgt sie mit einer ungewöhnlichen Kampagne für Aufsehen. Die 55-Jährige war Undercover-Agentin beim Auslandsgeheimdienst CIA, bis sie von ihrer Regierung enttarnt wurde und fluchtartig den Nahen Osten verlassen musste.

So kommt wohl auch der Name ihres rund anderhalbminütigen Wahl-Werbespots zustande: "Undercover". Darin sagt sie: "Ich bewerbe mich für den Kongress, weil wir in den Bereichen nationale Sicherheit, Gesundheitsversorgung und Frauenrechte Rückschritte machen."

Klingt erstmal gewöhnlich für eine Demokratin – doch die Aufmachung des Videos hat es in sich: Plame rast in einem Sportwagen durch die Wüste, erzählt aus ihrem an Aufregung nicht armen Agentinnenleben. Schau am besten selber mal rein...

Krassester Wahl-Werbespot ever?

abspielen

Video: YouTube/Valerie Plame for Congress

Plames Video sehe aus wie der Trailer für ein actiongeladenes Drama, kommentieren US-Medien, eine Mischung aus "Madame Secretary" und "Homeland", mit einem Hauch von "The Fast and the Furious". Es gebe darin Atomwaffen, Schurkenstaaten, Intrigen des Präsidenten und einige Experten-Stunts, die von der Kandidatin selbst gefahren werden.

Nach einem beeindruckenden 180-Grad-Stopp springt sie aus dem Auto und geht auf die Kamera zu (natürlich in perfekt choreographierter Slowmotion). "Und ja", sagt sie, "sie bringen uns bei der CIA bei, wie man so fährt."

Wer ist Valerie Plame?

Plame verlor ihren Job bei der CIA, nachdem ihre Identität in einer Zeitungskolumne enttarnt worden war. Ihr damaliger Ehemann, der Diplomat Joseph Wilson, hatte zuvor in einem Zeitungsbeitrag die Behauptung der US-Regierung als haltlos verworfen, der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein habe im westafrikanischen Niger Uran zu kaufen versucht. Die falsche Uran-Behauptung war eines der Argumente, mit denen der damalige US-Präsident George W. Bush die Militärinvasion im Irak begründete. Plame wie Wilson werteten die Enttarnung der Geheimagentin als Racheakt der Regierung. Zu ihrer Kongressbewerbung erklärte Plame nun: "Meine Karriere in der CIA wurde durch Parteipolitik abgeschnitten, aber ich bin nicht damit fertig, meinem Land zu dienen." Die Enttarnung Plames hatte über Jahre hinweg für Wirbel gesorgt. Im Zusammenhang mit dem Skandal wurde der frühere hochrangige Regierungsmitarbeiter Lewis "Scooter" Libby 2007 wegen Meineids und Justizbehinderung zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe von einer Viertelmillion Dollar verurteilt.

Ihre Memoiren sind ein Film

Im Mai hat Valerie Plame offiziell angekündigt, als Demokratin für den US-Kongress zu kandidieren – dort will sie auch gegen die Gesetzesinitativen von US-Präsident Donald Trump vorgehen. Für die Kandidatur hat sich Plame einen Wahlbezirk des Bundesstaates New Mexico ausgesucht.

Derzeit ist Plame die Spitzenreiterin in einem Kandidatenfeld von zehn Demokraten und einem Republikaner, die um den frei werdenden Sitz kämpfen. Wobei es ihr mit einem solchen Wahl-Werbespot gelingen dürfte, sich weiter von der politischen Konkurrenz abzuheben.

Ihre verrückte Lebensgeschichte ist bereits verfilmt worden, und zwar in dem Politthriller "Fair Game" (2010). Der Hollywood-Agententhriller basiert auf ihren Memoiren.

(dsc/mit dpa)

Die Geschichte des Bundestages in 17 Daten

Ab jetzt AfD-Osten? So ein Quatsch!

Play Icon
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Trump twittert ein Fake-Bild des Bagdadi-Hundes – und empört die USA

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Lieblingshund: der "wundervolle Hund" (Trumps Worte), der geholfen haben soll, den IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi zu erlegen.

Am Montag hatte Trump stolz ein Foto des Schäferhundes getwittert, am Mittwoch legte er nach. Der US-Präsident veröffentlichte ein Foto, auf dem der Hund eine Ehrenmedaille erhält.

Es ist ein offensichtlich bearbeitetes Foto. Und für viele US-Amerikaner ein Affront. Denn der Schäferhund hat keine Medaille erhalten, vielmehr ersetzt …

Artikel lesen
Link zum Artikel