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Das Interview auf CNN: Trump-Anwalt bringt selbst den erfahrenen Moderator mit seinen widersprüchlichen Aussagen kurzzeitig aus der Fassung Bild: Screenshot CNN

Trump hat mit neuem Skandal zu kämpfen – da vermasselt es sein Anwalt im TV so richtig

US-Präsident Donald Trump hat mit einem erneuten Skandal zu kämpfen – da verliert sein Anwalt in einem CNN-Interview offenbar völlig die Kontrolle. Es geht um die heikle Aussage eines Whistleblowers.

Jonas Mueller-Töwe / t-online

Es ist ein surrealer Moment live im Fernsehen, der selbst den erfahrenen CNN-Moderator Chris Cuomo für kurze Zeit ungläubig stutzen lässt. Binnen 30 Sekunden widerspricht sich Trumps Anwalt Rudy Giuliani, der einst Bürgermeister von New York war, in einem Live-Interview selbst – und bringt damit womöglich sich selbst und den Präsidenten in einem sich derzeit anbahnenden Skandal in Schwierigkeiten.

Ablenkung von der Russland-Affäre

Es ist ein verworrenes Geflecht von Vorwürfen und mutmaßlichen Straftaten, dass den Startschuss für das Interview gibt. Hintergrund ist die seit Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump andauernde Russland-Affäre um die Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf. Nicht nur zahlreiche Mitarbeiter standen mit Russland in Kontakt, Trump selbst verfolgte dort auch Geschäftsinteressen. Ob er versuchte, die strafrechtlichen Ermittlungen dazu zu behindern, ist weiterhin Gegenstand von Untersuchungen des Kongresses.

Um von der Affäre abzulenken und den möglichen demokratischen Gegenkandidaten Joe Biden zu beschädigen, so scheint es zumindest, hat sich das Team um Trumps Anwalt Rudy Giuliani eine besondere Taktik ausgedacht: Es versucht eine Einmischung der Ukraine in den Präsidentschaftswahlkampf zugunsten der damaligen demokratischen Kandidatin Hillary Clinton herbeizureden – bleibt allerdings jegliche Belege für die Vorwürfe schuldig. Zentral für die Erzählung ist der Sohn des damaligen Vize-Präsidenten Joe Biden, der geschäftlich in der Ukraine involviert war. Ihm und seinem Vater werfen Teile der US-Republikaner deswegen Korruption vor.

Ein Telefonat, ein Versprechen, ein Whistleblower

Das Problem wiederum für das Team um Trump: Die mittlerweile sehr öffentliche Suche nach Verbündeten in der Ukraine bringt Giuliani in Verdacht, auf Anweisung von Trump nach belastendem Material gegen einen politischen Rivalen zu suchen – mit Unterstützung aus dem Ausland. Im Grunde genau das, was Trump in Bezug auf die US-Wahl 2016 in puncto Russland vorgeworfen wird.

Sollte sich herausstellen, dass der US-Präsident oder einer seiner Mitarbeiter auf seine Anweisung hin die Ukraine um Unterstützung gegen Biden bat, könnte das also strafrechtliche Konsequenzen haben. Derzeit ist deswegen die mutmaßliche Aussage eines Whistleblowers Topthema in Washington: Dem Geheimdienstmitarbeiter zufolge, so berichtet es die "Washington Post", habe Trump einem ausländischen Führer am Telefon ein Versprechen gemacht – für eine Gegenleistung. Angeblich soll es dabei um die Ukraine gehen.

Ein zeitlicher Zusammenhang macht dabei besonders skeptisch: Kurz nachdem die Whistleblower-Aussage – die eigentlich an den Kongress weitergereicht werden muss – vom Justizministerium blockiert wurde, lud der zuständige Ausschuss den zuständigen Generalinspekteur der Geheimdienste vor, um auszusagen. Der hatte die Aussage als "dringend und glaubwürdig" bezeichnet. Kurz darauf gab das Weiße Haus 250 Millionen US-Dollar für Militärunterstützung an die Ukraine frei. 

Das bizarre Live-Interview

Inmitten dieser Wirren platzt nun das bizarre CNN-Interview mit Rudy Giuliani, indem sich folgender Dialog binnen 30 Sekunden zwischen dem Trump-Anwalt und Moderator Chris Cuomo abspielt:

Das lässt selbst Moderator Cuomo stutzen, der Giuliani darauf hinweist, wie sehr er sich widerspricht – was der wiederum leugnet und Cuomo immer und immer wieder Voreingenommenheit vorwirft. Fragen zu der Aussage des Whistleblowers beantwortet der Anwalt immer und immer wieder mit Tiraden über Joe Biden und den Sender CNN.

Später legte Giuliani auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter sogar noch nach: "Ein Präsident, der einem gewählten Präsidenten eines als korrupt bekannten Landes sagt, er solle besser Korruption untersuchen, die die USA betrifft, macht seinen Job." Die Annahme, er bestätige damit Trumps Ukraine-Engagement, trat er später wiederum auf Anfrage eines "Washington Post"-Reporters entgegen. Aber "nur falls er es getan hat, wäre es angemessen gewesen", wurde er zitiert. 

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