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SAN FRANCISCO, CA - MAY 28:  Google senior vice president of product Sundar Pichai delivers the keynote address during the 2015 Google I/O conference on May 28, 2015 in San Francisco, California. The annual Google I/O conference runs through May 29.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Bild: Getty Images North America

Jetzt geht es Google richtig an den Kragen – wie einst Microsoft?

Die US-Kartellhüter ermitteln gegen "Big Tech". Einmal mehr ist auch Facebook im Visier.

Winkt Google ein ähnliches Schicksal wie Microsoft? Dem Windows-Konzern drohte die Aufspaltung, nachdem die Justiz gegen den Quasi-Monopolisten ermittelte.

Am Montag will mehr als die Hälfte der Generalstaatsanwälte der 50 US-Bundesstaaten eine Untersuchung gegen die Alphabet-Tochter Google einleiten, wie das deutsche "Handelsblatt" berichtet. Es gehe um mögliche Wettbewerbsverstösse.

Schon am vergangenen Freitag hatte die Generalstaatsanwältin von New York mitgeteilt, dass neun amerikanische Bundesstaaten auch bei Facebook untersuchen wollen, ob gegen Wettbewerbsregeln verstoßen wurde.

Unter anderem solle ermittelt werden, ob die Nutzer in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt oder die Preise für Werbeanzeigen in die Höhe getrieben wurden.

Es ist Wahlkampf

"Selbst die größte Social-Media-Plattform der Welt muss das Gesetz befolgen und die Konsumenten respektieren", sagte die zuständige Staatsanwältin Letitia James.

Für Google und Facebook würden die Aktionen der Staatsanwälte zu einer Zeit kommen, in der sich die Unternehmen bereits an verschiedenen Fronten verteidigen müssen, berichtet das "Handelsblatt":

"Das Justizministerium, die Politik, die Handelsaufsichtsbehörde FTC in Washington und nun auch die Bundesstaaten – sie alle sind ihnen auf den Fersen. Gerade im Wahlkampf ist die Dominanz von Big Tech hochaktuell und zieht in beiden Lagern."

Im Juli hatten bereits die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums eine weitreichende Untersuchung großer Online-Plattformen angekündigt.

Wie Microsoft davon kam ...

Ob am Schluss abgesehen von saftigen Geldstrafen, die die Milliardenkonzerne kaum schmerzen werden, etwas herausspringt, ist fraglich. Dies hat schon der Fall Microsoft Ende der 1990er- und Anfang der Nullerjahre gezeigt.

Das Urteil in erster Instanz vom Juni 2000 forderte eine Aufspaltung Microsofts in zwei separate Unternehmen für Betriebssysteme und Anwendungssoftware. Doch dann kam die Politik ins Spiel: Nachdem George W. Bush, dessen Wahlkampfagentur eng mit Microsoft verknüpft war, 2001 zum US-Präsident gewählt wurde, ernannte er einen neuen Leiter des Kartellamtes.

Dieser Mann hatte schon vor seinem Amtseintritt für die Erhaltung Microsofts als Einheit plädiert und in der Berufungsverhandlung wurden die Kartellrechtsverletzungen und illegalen Geschäftspraktiken zwar bestätigt, das Urteil hinsichtlich der Aufspaltung jedoch aufgehoben.

(dsc/dpa)

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