Netanjahu lässt Europas Außenbeauftragte Mogherini abblitzen

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini gilt als ausgewiesene Nahost-Kennerin. Und als emsige Verfechterin des Atom-Abkommens mit dem Iran. Das macht sie nicht überall beliebt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnte laut der israelischen Zeitung "Haaretz" ein für Montag angedachtes Treffen mit Mogherini ab. "Aus Termingründen", wie es offiziell heißt. "Ihre Positionen sind sehr feindlich", heißt es dagegen aus dem Umfeld des Regierungschefs. Mogherini sagte daraufhin ihre Reise nach Israel ab.

Mogherini war von der American Jewish Committee (AJC) zu einer Tagung nach Jerusalem eingeladen worden. Da sie ohnehin zu einer geplanten Reise nach Jordanien aufbrechen wollte, sagte sie den Termin zu. Dann jedoch kam Netanjahus Ablehnung. 

Spekulationen über eine Routenänderung

Mogherini wird nun wie geplant nach Jordanien reisen, aber nicht nach Israel. In ihrer Umgebung in Brüssel versuchten EU-Diplomaten den Vorfall herunterzuspielen, sie verwiesen auf die Kurzfristigkeit der angedachten Jerusalem-Visite.

Die EU und Israel haben nicht nur Differenzen in der Iran-Politik. Die EU lehnte auch den US-Vorstoß zur Verlegung der Botschaft nach Jerusalem ab. 

(per)

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