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Als eine der reichsten Schatzkammern Europas genießt das Grüne Gewölbe in Dresden Weltruf. Bild: imago images

Schmuckstücke aus Grünem Gewölbe in Israel angeboten

Eine israelische Sicherheitsfirma hat nach eigenen Angaben Schmuckstücke aus dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe von Unbekannten angeboten bekommen.

Diese verlangten in E-Mails neun Millionen Euro für den Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens und den "Sächsischen Weißen". Dies bestätigte der Geschäftsführer der israelischen Sicherheitsfirma CGI, Zvika Nave, am Freitag. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Schmuck soll mit Internetwährung bezahlt werden

Die Firma ist nach eigenen Angaben mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe beauftragt sowie mit der Untersuchung des Einbruchs. Die Zahlung sollte demnach in der Internetwährung Bitcoin erfolgen. "Alle Informationen wurden in Echtzeit an die Dresdner Staatsanwaltschaft übergeben", sagte Nave. Die E-Mail-Absender schrieben, ihre Nachricht sei nicht nachzuverfolgen, sie verwendeten verschiedene Verschlüsselungstechniken.

Das Achselband mit dem "Sächsischen Weißen" und der Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens gehören zu gut zwei Dutzend erbeuteten barocken Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten.

Verwirrung um Sicherheitsfirma

Die Dresdner Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen zum Einbruch leitet, widersprach der Darstellung von CGI, nach der die Firma mit Ermittlungen in dem Fall betraut sein soll. "Die Staatsanwaltschaft Dresden, die Polizeidirektion Dresden und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben die israelische Firma CGI nicht mit der Überprüfung des Sicherheitskonzeptes im Grünen Gewölbe oder mit sonstigen Ermittlungen beauftragt", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Auch die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), zu denen das Grüne Gewölbe gehört, zeigten sich überrascht. Von dem angeblichen Sachverhalt habe man keine Kenntnis, erklärte SKD-Sprecher Stephan Adam. "Die Firma hat zu uns auch keinen Kontakt aufgenommen."

Das gilt offenbar auch für die Weiterleitung von Informationen an die deutschen Behörden. Die Dresdner Staatsanwaltschaftweiß weiß davon nach eigenem Bekunden nichts: Es seien seitens CGI keinerlei Erkenntnisse übermittelt worden, hieß es.

Was war passiert?

Zwei Unbekannte waren am frühen Morgen des 25. November mit Gewalt in das berühmte Schatzkammermuseum des 18. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Residenzschlosses eingedrungen. Sie hatten ein Fenstergitter durchtrennt, das Fenster herausgestemmt, im Juwelenzimmer mit einer Axt Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Stücken gehackt und zugegriffen. Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden.

(lin/dpa)

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