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MINSK, BELARUS - AUGUST 17, 2020: Maria Kolesnikova, a representative of Viktor Barbarikos presidential campaign, speaks into a megaphone during a rally by striking workers outside Minsk Wheel Tractor Plant. Since the announcement of the 2020 Belarusian presidential election results on August 9, mass protests against the election results have been erupting in major cities across Belarus. Natalia Fedosenko/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0E394C

Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa bei einem Protest in Minsk am 17. August – mittlerweile ist sie inhaftiert. Bild: www.imago-images.de / Natalia Fedosenko

Kolesnikowa stellt Strafanzeige wegen Entführung und Morddrohung

Die inhaftierte belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa hat nach ihrer Entführung Strafanzeige gegen die Behörden wegen Morddrohung und Entführung gestellt. Das teilte die 38-Jährige in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme mit.

Die Anzeige, die auch den Vorwurf der Androhung einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren beinhaltet, richtet sich gegen den Geheimdienst KGB und gegen die Sonderpolizei zur Bekämpfung organisierter Kriminalität. Kolesnikowa nennt nach Angaben ihres Stabs in Minsk die Namen der Beamten, die sie bedroht und ihr einen Sack über den Kopf gezogen hätten. Und sie betonte, dass sie die Männer bei einer Gegenüberstellung identifizieren könne.

Kolesnikowa über Morddrohung: "Lebendig oder zerstückelt"

Kolesnikowa war am Montag in Minsk entführt und unter Androhung von physischer Gewalt aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Sie sollte in das Nachbarland Ukraine abgeschoben werden. Die Sicherheitskräfte hätten ihr gesagt: entweder "lebendig oder zerstückelt", schrieb sie. Kolesnikowa hatte aber ihren Pass vor dem Grenzübergang zerrissen und so ihre Abschiebung vereitelt. Sie habe Quetschungen von der gewaltsamen Aktion davongetragen, teilte ihre Anwältin Ljudmila Kasak am Mittwochabend nach einem Treffen mit ihr mit.

 MINSK, BELARUS - SEPTEMBER 8, 2020: Law enforcement officers detain participants in a march held by opposition activists from the Komarovsky market to Independence Avenue in support of Maria Kolesnikova and other coordination council members. Natalia Fedosenko/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0E65B3

Bei anhaltenden Protesten in Minsk nahmen belarussische Sicherheitskräfte erneut friedliche Demonstranten fest. Bild: www.imago-images.de / Natalia Fedosenko

Kolesnikowa, die viele Jahre in Stuttgart in der Kulturszene aktiv gewesen war, sitzt in Untersuchungshaft in Minsk wegen des Vorwurfs der versuchten Machtergreifung. Ihre Anwältin Kasak bezeichnete die Vorwürfe als "absurden" Versuch, Andersdenkende mundtot zu machen. "Maria fühlt sich gut und wacker trotz des erlebten Stresses in den vergangenen zwei Tagen", sagte Kasak. Bei Kundgebungen für eine Freilassung Kolesnikowas am Mittwoch in Minsk kam es zu zahlreichen Festnahmen. Die Sorge um die Politikerin ist groß. Belarus vollstreckt als einziges Land in Europa noch die Todesstrafe – durch Genickschuss.

(lau/dpa)

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