International
Bild

Alexej Nawalny, einer der berühmtesten russischen Kreml-Kritiker. Bild: imago images / ITAR-TASS

Hausärztin erhebt Vorwürfe: Kreml-Kritiker Nawalny womöglich in Haft vergiftet

Der in ein Krankenhaus eingelieferte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist nach Angaben seiner Hausärztin möglicherweise mit Gift in Berührung gekommen.

"Wir können nicht ausschließen, dass seine Haut von einem Gift berührt und von einer unbekannten chemischen Substanz durch einen Dritten verletzt wurde", schrieb die Medizinerin Anastasia Wassiliewa am Sonntagabend auf Facebook.

Nawalny war am Sonntag aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden. Seine Sprecherin Kira Jarmisch sprach zunächst von einer "schweren allergischen Reaktion". Nawalny werde medizinisch versorgt und polizeilich bewacht.

Auf Twitter schrieb Jarmisch außerdem:

"Der Chefredakteur des politischen Informationsdienstes 'Interfax' wurde plötzlich Arzt und berichtet, dass bei Nawalny Nesselfieber diagnostiziert wurde. Ich werde es unterlassen, die Professionalität von Interfax zu kommentieren, und ich werde Folgendes sagen: Doktor Eldar Kasachmedow weigerte sich, die Diagnose an Alexeis Frau und Anwalt zu melden, aber aus irgendeinem Grund gab er eine detaillierte Stellungnahme an 'Interfax' und einen nicht identifizierten Mann in Zivilkleidung, der für die Polizei verantwortlich war."

twitter

Hier die Orginal-Tweets:

Warum wurde Nawalny verhaftet?

Der Oppositionspolitiker war am Mittwoch zu 30 Tagen Haft verurteilt worden, weil er zu einem nicht genehmigten Protest aufgerufen hatte. Nawalny ist einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Demonstrationen organisiert, was ihm immer wieder kurze Haftstrafen einbrachte.

(as/afp)

Putin und der König – das haben sie wirklich besprochen

Notre-Dame: Youtube-Algorithmus versagt

Play Icon
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Neue Welle der Homosexuellen-Verfolgung in Tschetschenien: "Sie wurden zu Tode gefoltert"

Erneut werden in Tschetschenien offenbar LGBT-Personen verfolgt, eingesperrt und nach den Angaben der Organisation "Russian LGBT Network" sogar in mindestens zwei Fällen zu Tode gefoltert.

Bereits 2017 gab es in der russischen Teilrepublik eine Verfolgungswelle vor allem gegen schwule Männer. Etwa hundert Personen sollen laut Angaben von Menschenrechtsorganisationen festgenommen und in Lagern und Geheimgefängnissen eingesperrt worden sein. Die russische Zeitung "Nowaja Gaseta" berichtete unter …

Artikel lesen
Link zum Artikel