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Bild: Chip Somodevilla/Getty Images/MOntage: watson

Donald Trump könnte die USA um Millionen an Steuergeldern betrogen haben

Donald Trump könnte einen illegalen Trick angewandt haben, um den amerikanischen Staat um Millionen an Steuern zu betrügen. Zu diesem Schluss kommt eine Recherche des US-Magazins "Mother Jones".

Das sind die Vorwürfe:

Im Mittelpunkt der Vorgänge steht Trumps Firma "Chicago Unit Acquisition", die 2005 gegründet wurde, als der Bau des "Trump International Hotel und Tower" im Stadtzentrum von Chicago begann. Für diesen Bau hatte Trump sich laut "Mother Jones"-Recherchen 640 Millionen Dollar von der Deutschen Bank geliehen, und zusätzliche 130 Millionen von einem New Yorker Hedge-Fond.

Der Bau schritt voran, 2008 kam Trump jedoch die weltweite Immobilien- und Finanzkrise in die Quere. Trump hatte nun nicht nur fast 800 Millionen Dollar Schulden, sondern auch massive Probleme, Flächen in seinem fast fertiggestellten Hochhaus zu verkaufen. Er drohte, mit einer 300-Millionen-Dollar-Zahlung an die Deutsche Bank in Verzug zu geraten.

Zunächst versuchte Trump, sich auf eine ungewöhnlich dreiste Art und Weise aus der Affäre zu ziehen: Er verklagte die Deutsche Bank, weil die durch ihre Rolle in der globalen Finanzkrise schuld an seiner Misere sei. Daraus wurde nichts. Stattdessen einigten sich Trump und die Deutsche Bank darauf, die Schulden umzuschichten.

Hat Trump seine Schulden illegal "geparkt"?

Fraglich ist jedoch, was mit den Schulden beim Hegde-Fond "Fortress Investment Group" geschehen ist. "Mother Jones" berichtet unter Berufung auf eine anonyme Quelle, die mit den Vorgängen vertraut gewesen sein soll, der Hedge-Fond habe sich mit Trump auf eine Halbierung seiner Schulden geeinigt – auf rund 48 Millionen Dollar. Die Devise: Besser nur die Hälfte wieder bekommen als gar nichts.

In so einem Fall würden die US-Finanzbehörden die erlassenen Schulden jedoch als Einkommen Trumps ansehen. Er hätte also zusätzliche Steuern auf rund 50 Millionen Dollar zahlen müssen.

Um das zu umgehen, nutzen Unternehmen vielfach Tricks: Sie kaufen die Schulden durch ein drittes Unternehmen auf und "parken" sie – ohne die Absicht, sie jemals zu bezahlen.

Das soll, so legen die "Mother Jones"-Recherchen nahe, auch Trump mit seiner Firma "Chicago Unit Acquisition" getan haben.

Trump hat trotzdem erstmal nichts zu befürchten

Um diese Vorwürfe eindeutig zu beweisen, wären jedoch genaue Nachforschungen der US-Finanzbehörden nötig. Bislang weigert sich Trump – im Gegensatz zum üblichen Vorgehen von US-Präsidenten – seine Steuerunterlagen öffentlich zu machen, um der Bevölkerung einen Einblick zu geben, wie viel er besitzt und wie viele Steuern er tatsächlich zahlt.

Als Präsident unterliegt er trotzdem einer jährlichen Überprüfung durch die Finanzbehörden. Von "Mother Jones" interviewte Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Behörden sich Trumps Unterlagen genauer ansehen, als sie es müssen.

Demokratische Kongressabgeordnete wollen das jedoch genauer wissen: Sie verlangen Einsicht in Trumps Steuerbescheide, um nachvollziehen zu können, wie ernst die Behörde ihre Aufsichtsfunktion auch gegenüber dem Präsidenten nimmt.

(fh)

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