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March 20, 2019 Los Angeles / CA / USA - Red Tesla Model 3 driving on the freeway

Ein roter Tesla Model 3. Bild: Getty

Tesla schränkt Autopilot massiv ein – Besitzer laufen Sturm

Gewisse Fahrassistenz-Funktionen werden per Software-Update in Europa eingeschränkt. Das wollen manche User nicht hinnehmen.

Daniel Schurter / watson.ch

Tesla schränkt per Software-Update die Autopilot-Funktion seiner Elektroautos ein. Betroffen sind nur gewisse Fahrzeug-Modelle und die technischen Einschränkungen erfolgen nur in Europa und nicht in Nordamerika.

Warum tut das Tesla?

Das US-Unternehmen tut dies nicht freiwillig.

Die Änderungen seien notwendig, "um den europäischen Vorschriften nachzukommen", heißt es in einer E-Mail, mit der betroffene Tesla-Besitzer in Europa über die Autopilot-Einschränkungen informiert werden. Tesla schreibt:

"Wir sind ernüchtert über die Anforderungen, die die Regulierungsbehörden festgelegt haben, wodurch die Wirksamkeit dieser Merkmale eingeschränkt wird, und werden uns weiterhin für die Wiederherstellung der vollen Funktionalität einsetzen."

quelle: tff-forum.de

Wie wird der Autopilot eingeschränkt?

Laut Berichten gibt es mehrere Änderungen:

Wie reagieren die Kunden?

Die von Tesla angekündigten technischen Einschränkungen haben Wut und Unverständnis ausgelöst. Auf der Online-Plattform Avaaz läuft eine "Unterschriftensammlung", um gegen die Änderungen zu protestieren. Dort heißt es:

"Wir sind besorgt über die Zukunft der Mobilität und des autonomen Fahrens. Autonomie ist ein wesentliches Element, um einen sichereren Verkehr, weniger Todesfälle und mehr Komfort zu ermöglichen. Wir befürchten, dass aktuelle und zukünftige Regulierungen (...) diese Entwicklungen lähmen und den Zugang für Europäer einschränken werden, die von diesen Technologien profitieren könnten."

An die zuständige europäische Behörde (UNECE) gerichtet, fordern die Initiatoren der Online-Petition:

"Wir erwarten, dass der Gesetzgeber diese neuen Technologien annimmt, statt zu regulieren, und die richtigen Rahmenbedingungen für diese neuen Entwicklungen schafft. Europa sollte mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, Automobil-Innovationen zu entwickeln und sie nicht zu unterdrücken."

Welche Tesla-Modelle sind betroffen?

Betroffene Besitzer würden direkt informiert, heißt es.

Die Autopilot-Änderungen betreffen laut Berichten "einzelne Model S und Model X" – wohl alles Fahrzeuge mit bestellter FSD-Option. Das Kürzel steht für "Full Self Driving", also das autonome Fahren ohne menschliches Zutun, dies soll ja laut Tesla zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Das Model 3 sei nicht betroffen. Wohl weil die entsprechenden Einschränkungen bereits ab Werk aktiv sind.

Können Tesla-Besitzer die Änderungen verhindern?

Auf den ersten Blick schon.

Die Autopilot-Einschränkungen werden per Software-Update vorgenommen. Diese Aktualisierung muss laut Schilderungen in Tesla-Foren nicht zwingend durchgeführt werden. Wobei es dann auch auf andere Änderungen zu verzichten gilt. Im schlimmsten Fall auf wichtige Verbesserungen.

Wie gehts weiter mit der Autopilot-Funktion?

Noch dieses Jahr werde Tesla ein komplett selbstfahrendes Auto auf die Straße bringen, hatte Tesla-Chef Elon Musk im April 2019 versprochen. Und 2020 werde das Unternehmen eine Flotte an autonomen Roboter-Taxis in Betrieb nehmen. Tesla-Besitzer sollen ihr Fahrzeug über eine App im Ride-Sharing-Netzwerk zur Verfügung stellen können, wenn sie es entbehren können oder nicht brauchen.

Wir werden bald erfahren, ob diese Ankündigungen Realität werden – zumindest auf Amerikas Straßen.

So fährt es sich derzeit mit Teslas Autopilot v10 auf amerikanischen Überlandstraßen:

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Video: YouTube/Scott Kubo

Der Autopilot vor drei Monaten im US-Stoßverkehr (Version v9, 2019.32)

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Video: YouTube/Scott Kubo

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