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Wie hoch ist das Risiko beim Einkaufen? Darfst du alle Produkte einfach so anfassen? (Symbolbild) null / unsplash

So schützt du dich richtig im Supermarkt vor Corona

Müssen wir alle im Supermarkt Handschuhe und Masken tragen? Dürfen wir kein Obst und Gemüse mehr kaufen, das unverpackt ist? Ist mit Bargeld zahlen gefährlicher als mit Karte? Diese Fragen stellen sich zur Corona-Pandemie viele Menschen beim Besuch des Supermarktes. Kein Wunder, denn das Virus scheint überall zu sein. Und gerade Lebensmittelmärkte werden von so vielen Menschen frequentiert, dass es fast unmöglich scheint, sich dort nicht anzustecken.

Kein Extra-Risiko für Corona im Supermarkt

Aber die guten Nachrichten zuerst: Ihr könnt aufatmen, denn eine Infizierung im Supermarkt ist nicht wahrscheinlicher als woanders. Vorausgesetzt, ihr haltet euch an die gängigen Hygieneregeln.

Wie viel Abstand soll ich halten?

In den Supermärkten gibt es bereits Regelungen, damit genug Abstand zwischen den Kunden eingehalten wird. So darf nur eine bestimmte Anzahl an Menschen gleichzeitig im Laden sein und Markierungen auf dem Boden erinnern an den Mindestabstand. Denkt aber auch selbst daran, zu euren Mitmenschen mindestens zwei Meter Abstand zu halten!

Die Forscherin Lydia Bourouiba vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) wies kürzlich darauf hin, dass unter gewissen Umständen dieser Mindestabstand nicht genug sein könne. Bei der Untersuchung anderer Atemwegserkrankungen fand sie heraus, dass Tröpfchen in warmen, feuchten Räumen bis zu acht Meter weit übertragen werden könnten.

Diese Erkenntnisse lassen sich aber nicht einfach auf Coronaviren übertragen und sind daher nur bedingt aussagekräftig!

Kann ich noch unverpacktes Obst und Gemüse kaufen?

In vielen Supermärkten wird Obst und Gemüse ohne eine schützende Verpackung verkauft. Oft liegt es stundenlang im Laden und ist so der Umwelt ausgesetzt. Besteht dadurch nicht ein erhöhtes Risiko, dass sich Erreger darauf sammeln?

Mikrobiologin Ricarda Schmithausen sagte bei "Stern TV", dass wir uns darüber keine Sorgen machen müssen. Für ihre Untersuchungen am Universitätsklinikum Bonn nahm sie Proben von Obst und Gemüse aus Haushalten, in denen jemand mit Corona infiziert war. Ihr beruhigendes Urteil:

"Alle Lebensmittel waren unbedenklich."

Ricarda Schmithausen bei "Stern TV".

Somit lassen sich auf Obst und Gemüse nicht genug Erreger finden, um gefährlich zu sein, und eine Ansteckung durch Lebensmittel ist auch laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung eher unwahrscheinlich.

Was darf ich noch anfassen?

Da es sich bei Corona um ein neuartiges Virus handelt, lässt sich im Moment nicht eindeutig sagen, wie lange es auf unbelebten Oberflächen überlebt. Eine Studie des US-Gesundheitsinstituts NIH fand in klinischen Labortests heraus, dass es bis zu drei Tage lang auf Kunststoffoberflächen überleben kann. Allerdings lassen sich diese Laborbedingungen nicht problemlos auf den Alltag übertragen.

Aufgrund der unvollständigen Datenlage im Moment ergibt es Sinn, die gängigen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Zwar gibt es bisher noch keinen Fall, bei dem eine Übertragung durch Oberflächenkontakt stattgefunden hat, aber Händewaschen kann nie schaden.

Lieber bar oder mit Karte bezahlen?

Viele Supermärkte bitten mittlerweile darum, nicht mehr mit Bargeld, sondern, wenn möglich mit Karte zu zahlen. Viele Experten bezweifeln allerdings den Sinn hinter dieser Maßnahme. So sagt Virologe Christian Drosten in seinem täglichen NDR-Podcast:

"Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen"

Christian Drosten in seinem Podcast.

Sein Kollege Alexander Kekulé ergänzt, dass sich Viren auf glatten Oberflächen,zum Beispiel auf einer Plastikkarte, tatsächlich besser hielten als auf einem rauen Geldschein. Er mahnt aber allgemein:

"Ich kann nur nochmal davor warnen (...): Das hat keinen Sinn, sich hier an jeden Details so aufzuhängen und verrückt zu machen. Wenn man überhaupt im Supermarkt war und eingekauft hat, und egal, ob man das Geld oder die Karte angefasst hat, oder den Einkaufswagen (...) oder Ähnliches. Man sollte einfach immer davon ausgehen, dass die Hände hinterher nicht mehr virusfrei sind. (...) Das heißt mit diesen Händen dann, bevor sie gewaschen worden sind, nicht ins Gesicht fassen. Und in dem Moment haben Sie das Problem im Grunde genommen schon komplett gelöst."

Alexander Kekulé in seinem Podcast

Unser Redaktionstipp
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(ks)

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