Leben
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Bild: imago stock&people/watson montage

Emma Amour

One-Night-Stands? Warum ich sie mir nicht mehr antue

Rüber zu dir oder zu mir? Emmas Freunde erzählen ihr ständig von Traumsex mit anonymen Party-Prinzen und Prinzessinnen. Nur Emma selber mutiert zum Brett im Bett, wenn ihr das Gegenüber fremd ist.

Vielleicht ist es mega simpel. Ich werde einfach gerne mental gekitzelt, bevor ich physisch berührt werde. In überfüllten Clubs habe ich noch nie ein Gespräch geführt, das mich nur annähernd irgendwo in der Kopf-Herz-Gegend gekickt hat.

Scheißegal und völlig überbewertet, finden meine Freunde, die in One-Night-Stands die sexuelle Erfüllung finden. Ich allerdings, halte ONS vor allem für Russisch Roulette.

Und von Russisch Roulette sollte man die Finger lassen.

Ich hatte bis heute drei One Night Stands. Das ist wenig, ich weiß. Ich will dennoch keinen vierten mehr. Nach drei Mal unverbindlichem Sex weiß ich: Null Vertrautheit lähmt mich, macht mich gar zum Brett im Bett. Das wünsche ich keinem. Und weil wir Menschen uns selbst am nächsten sind, mir am allerwenigsten.

Kennenlernen, Wohnungsrundgang, Drink und Adieu in 80 Minuten

Was ich mir auch nicht wünsche, sind Begegnungen mit den Männern, mit denen ich diesen vermeintlichen easy geilen und modernen Sex hatte. Genau das ist mir aber neulich passiert. Im Supermarkt zwischen Haferflocken und Dörrpflaumen können wir einander nicht mehr ausweichen.

Was ich in diesem Moment am liebsten gemacht hätte:

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via giphy

Wir, das sind Paul. Oder Peter. Vielleicht heißt er auch Pius. Und ich. Viel mehr weiß ich nicht. Nur dass in seinem Wohnzimmer eine Glasvitrine steht, ein Boxsack im Schlafzimmer hängt, er im EG wohnt und Alkohol im Kühlschrank hat.

Paul-Peter-Pius und mich verbindet aber ein Rekord: Vom Kennenlernen im Club bis zum Adieu an seiner Haustüre sind letzten Sommer gerade mal 80 Minuten vergangen. 50 davon haben wir im Club verbracht. 10 für den Weg, 5 für den Wohnungsrundgang. Bleiben 15 für den Sex.

Wissen seine Freunde von meiner Sex-Performance?

Schon als wir uns küssten, harmonierten Paul-Peter-Pius und ich nicht. Bevor ich mir überlegen konnte, wie ich aus dieser Nummer rauskomme, war der Akt schon vorbei und ich angezogen vor seiner Haustüre.

Hier zwischen den Regalen ist er schon wieder schneller als ich. Paul-Peter-Pius fasst verdammt rassig ins Gestell und haut ab. Er ist so schnell, dass ich nicht mal sehe, wonach er gegriffen hat. Es bleibt also dabei. Ich weiß Paul-Peter-Pius’ Namen nicht, weiß nicht, was er beruflich macht und was seine Hobbies sind. Ich weiß nicht mal, ob er lieber Haferflocken oder Schoggimüesli isst.

Auf dem Heimweg schreibe ich meinen zwei besten Freundinnen von meiner Begegnung. Als mich die blanke Panik einholt. Hat er auch einen Gruppenchat unter Männern? Steht da jetzt sowas wie:

"Bros, hab grad die Tussi, die tot spielt im Bett, per Zufall gesehen. Ich bin schon lange nicht mehr so gerannt. PS: Tageslicht und nüchtern sein hat das Ganze nicht besser gemacht!"

...?

Ich versuch ganz ruhig zu atmen. Über den Dingen zu stehen. Mir selber gut zuzureden. Es ist zum Beispiel wie Kochen und Backen. Backen kann ich, kochen nicht. Fahrradfahren kann ich, Autofahren eher schwierig. Schlittschuhe laufen kann ich, snowboarden nicht. Sex kann ich. One Night Stands nicht.

Und ihr alle, die ständig bei Sexgöttern und Porno-Prinzessinnen in der Kiste landet, seid entweder alles Lügner oder alles Reinkarnationen von Mutter Theresa. So oder so: Leckt mich doch!

Adieu,

Bild

Bild: watson.ch

Und du so? One-Night-Stands? Ein Thema?

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Straße hoppeln zu können.

Bild

Das ist nicht Emma Amour, aber so würde sie als Illustration aussehen. imago/watson montage

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