Leben
 Gästeansturm an der Ostsee - Ferienbeginn in Coronazeiten, Bestes Strandwetter lockt tausende Urlauber an die Küste. Die Strände sind voll. Bildimpressionen vom Strand in Warnemuende am Samstag Mittag. Rostock Warnemuende Mecklenburg-Vorpommern Deutschland *** Guest rush at the Baltic Sea Holiday start in corona times, best beach weather attracts thousands of holidaymakers to the coast The beaches are full of picture impressions of the beach in Warnemuende on Saturday noon Rostock Warnemuende Mecklenburg Vorpommern Germany

Am Samstag vergangener Woche war der Strand von Warnemünde schon wieder knackevoll. Bild: www.imago-images.de / Andreas Friedrichs

Exklusiv

Fehlende Unterkünfte wegen Corona: DLRG kann weniger Retter einsetzen

Tausende Deutsche haben wegen Corona beschlossen, ihren Sommerurlaub in heimischen Gefilden zu verbringen und planen einen Sommer an der Ost- oder Nordsee. Doch nun warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG): Dieses Jahr werden weniger Rettungsschwimmer an den deutschen Küsten sein. Achim Wiese, Sprecher der DLRG, sagt gegenüber watson:

"Es wird rege Besucherströme geben, aber weniger gesicherte Strände. Das muss den Leuten einfach klar sein."

Es fehlen Unterkünfte für die DLRG-Kräfte

"Wir sind voll einsatzbereit und bleiben es auch", stellt Achim Wiese von der DLRG klar. 47.000 Einsatzkräfte stünden zur Verfügung, die sehr gerne arbeiten würden. Theoretisch.

Denn durch die Corona-Maßgaben ergibt sich ein logistisches Problem: "Die vorgegebenen Abstandsregelungen können in vielen unserer Unterkünfte nicht eingehalten werden. Da geht es um Quadratmeterzahlen. Wo früher vier Mitarbeiter schliefen, dürfen es jetzt nur noch zwei sein – daher mussten wir vielerorts an Nord- und Ostsee Einsatzkräften absagen. Wir können nicht so viele holen, wie sonst."

Das Ergebnis: Weniger Rettungsschwimmer. Und das im Corona-Sommer. "Wir erwarten eine Gästewelle an den deutschen Küsten, da viele Menschen von Reisen im Ausland Abstand genommen haben", erzählt uns Wiese weiter. "Aber wir werden nicht alle Strandabschnitte sichern können."

"Wenn sich dieses Problem nicht löst, werden die Kommunen damit leben müssen, dass sie vielleicht nicht einen Kilometer Strand zur sicheren Verfügung haben, sondern eben nur 500 Meter."

Achim Wiese, DLRG

Urlauber müssen jetzt genau auf Flaggen schauen

Momentan arbeitet die DLRG mit rot-gelben Flaggen, um den Urlaubern anzuzeigen, welche Strandabschnitte überhaupt noch beaufsichtigt sind. "Unser Appell ist: Schauen Sie genau, wo diese Flaggen stehen und baden sie nur in diesem Bereich. Dort ist es sicher. Sonst nicht."

Die Krux hierbei ist allerdings: Allein schon durch die Abstandsregeln werden sich die Urlauber in diesem Jahr wohl weitläufiger über den Strand verteilen als sonst und aus Erfahrung weiß Wiese, dass Menschen in Urlaubslaune nicht immer genau auf die Regeln schauen: "Klar, da ist man mal abgelenkt, lässt das Kind am Wasser spielen und holt sich einen Kaffee. Aber ich bitte die Leute eindringlich, ihre Kinder jederzeit im Auge zu behalten und unsere Flaggen zu beachten. Rot heißt zum Beispiel: Lebensgefahr. Selbst erfahrene Schwimmer sollten dann nicht ins Wasser gehen."

Noch keine Lösungen aus den Kommunen in Sicht

Die DLRG bleibt weiter in Gesprächen mit den jeweiligen Kommunen, um doch noch mehr Einsatzkräfte unterbringen zu können. Doch bisher habe das nicht viel gebracht. Wiese sagt:

"Die meisten Ferienwohnungen sind schon ausgebucht. Da müssen nun irgendwie andere Lösungen gefunden werden. Man könnte Wohncontainer aufstellen, auf Campingplätze ausweichen, aber auch das wird die jeweiligen Kommunen Geld kosten. Andererseits: Wenn deren Kurverwaltungen im Ergebnis Strände zumachen müssen, bedeutet das auch einen finanziellen Verlust für den gesamten Urlaubsort."

Schon vergangenes Wochenende waren einige deutsche Strände wegen Überfüllung kurzfristig gesperrt worden. Das sei bitter für Urlauber und Gemeinden, aber letztlich eine Entscheidung, die manchmal nötig sei. "Wir geben unser Bestes an den DLRG-Türmen und werden natürlich auch eingreifen, wenn jemand zwei Meter neben der Fahne in Not gerät. Aber es muss einfach klar sein: Dieses Jahr kann es Lücken geben."

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Meinung

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