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NRWs Ministerpräsident Armin Laschet hat den Lockdown im Kreis Gütersloh nun verordnet. Bild: www.imago-images.de / Revierfoto

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Epidemiologe zu neuen Maßnahmen in Gütersloh: "Dreiwöchiger Lockdown wäre besser"

Nachdem mittlerweile rund 1500 Mitarbeiter des Fleischbetriebs Tönnies positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet einen lokalen Lockdown im Kreis Gütersloh verordnet.

Bisher hatte der CDU-Politiker offengelassen, ob er die Maßnahmen gegen eine weitere Verbreitung des Virus in Gütersloh wieder hochfährt. Zeitweise hieß es, der Infektionsherd sei auf die Tönnies-Mitarbeiter beschränkt, die sich größtenteils in Quarantäne begeben haben. Zudem wurden bereits Kitas und Schulen im Ort Rheda-Wiedenbrück, wo sich die Schlachterei befindet, geschlossen.

Nun will Laschet will doch wieder eine Kontaktbeschränkung wie im März einführen. Bars, Kinos und Fitnessstudios werden erneut geschlossen. Der Ministerpräsident begründet den Sinneswandel wie folgt:

"Der Zweck ist, die Situation zu beruhigen, die Testungen auszuweiten, um festzustellen, ob über die Firma Tönnies hinaus das Virus in der Bevölkerung verbreitet ist."

Vorerst sollen die Maßnahmen sieben Tage gelten, also bis zum 30 Juni. Auch der benachbarte Kreis Warendorf wird betroffen sein, wenn auch nicht flächendeckend. Gleichzeitig betonte Laschet: "Wir werden die Maßnahme so schnell wie möglich wieder zurücknehmen, wenn wir Sicherheit über das Infektionsgeschehen haben."

Darum funktioniert Laschets Lockdown nicht

Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule in Berlin meint, sieben Tage, wie Laschet sie zunächst verordnet hat, seien zu kurz, um ein eindeutiges Ergebnis sehen zu können. Gegenüber watson sagt er:

"Da die Neuinfiziertenzahlen immer das Geschehen von vor 10 bis 14 Tagen widerspiegeln, wäre ein zwei- oder dreiwöchiger Lockdown besser, um sicher beurteilen zu können, dass diese den Hotspot umgebende Schutzmaßnahme auch wirklich erfolgreich ist."

Laschets Lockdown hat einen großen Haken

Der Erfolg müsste laut des Epidemiologen dann nicht nur an den Zahlen innerhalb des Landkreises Gütersloh gezeigt werden, sondern auch außerhalb, also in weiteren Teilen Deutschlands.

Reisende aus Gütersloh sollen nicht mehr beherbergt werden

Auch weitere Bundesländer reagieren auf das Infektionsgeschehen in Gütersloh: So hat der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung verkündet, dass Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe in Bayern vorerst keine Gäste aus Gütersloh mehr aufnehmen dürfen. Herrmann sagte, aus den Erfahrungen nach den Faschingsferien sei die klare Erkenntnis gewonnen worden, dass von Regionen mit so einer hohen Zahl an Infizierten wie im Landkreis Gütersloh eine Gefahr drohe. Dies dürfe sich nicht wiederholen.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) befürwortet Bayerns Entscheidung:

Auch in Mecklenburg-Vorpommern waren Urlauber aus Gütersloh vergangenen Montag bereist aufgefordert worden, die Urlaubsinsel Usedom zu verlassen. Dort gilt bereits per Verordnung die nun auch in Bayern beschlossene Regel, dass Urlauber aus einem Corona-Hotspot nicht einreisen und auch nicht beherbergt werden dürfen. Damit gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern, dass Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf derzeit nicht dorthin reisen dürfen.

(ak/mit Material von AFP)

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